Wegekreuz vor der Müllkippe bewahrt

Von: M. S.
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Der fast 84-jährige Gustav Sc
Der fast 84-jährige Gustav Schröder hat erneut ein Wegekreuz restauriert und wieder aufgestellt, um dieses alte christliche Symbol in der Eifellandschaft zu erhalten. Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. „Es war immer mein Bestreben, alte christliche Symbole und heimisches Kulturgut der Nordeifel zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.” Seit mehr als 30 Jahren ist der Ur-Eicherscheider Unruheständler Gustav Schröder als unermüdlicher Restaurator und Tüftler im Einsatz.

Der bald 84-Jährige ist gelernter Elektroinstallateur und war als technischer Angestellter 25 Jahre bei RWE beschäftigt. Sein Freizeitherz aber schlug für kontinuierliche Instandsetzung, Erhaltung und Neuanlage von Wegekreuzen verschiedener Materialien wie Holz, Metall oder Stein, Fertigung von für die einheimische Bevölkerung wie auswärtige Besucher nützlichen Hinweistafeln und Orientierungsschildern.

„In Eicherscheid und im Heckenland ringsum habe ich an rund hundert Stellen Kruzifixe aufbereitet oder wissenswerte Daten- und Zahlenangaben installiert, so die Plakette am Eicherscheider Naturdenkmal Linde oder die Gravur am Kindergarten Brummkreisel. Auch die Reparatur denkmalgeschützter Viehtränken gehörte stets zu meinem Aufgabenbereich.”

Insgesamt 25 Wegekreuze wurden von dem rüstigen Rentner bis dato haltbar betreut, manche musste er dreimal erneuern, weil sie in sinnloser Wut zerstört wurden.

Nun vollendete Schröder ein weiteres Wahrzeichen an einer markanten Wegegabelung, ein Kreuz auf der Gemarkung „A Lehmkul” (zwischen „Germania” -Ausweichplatz und Huppenbroich). Es handelt sich um ein ehemaliges Grabzeichen unbekannter Herkunft, das der geschickte Handwerker vor der Müllkippe bewahrte und bereits 1993 einmal sanierte.

Diesmal goss er einen Betonsockel samt stützender Konsole, besserte vom Zahn der Zeit zernagte Holzschäden und Faulstellen aus, spendierte dem Erinnerungsmal Schutzfarbe und deckte sein Dach dauerhaft mit Kupferblech. Immerhin 15 Stunden strammer Handarbeit waren notwendig, das Werk zu vollenden, das nun wieder für Jahre in frischem Glanz erstrahlt und Wanderern als ansehnlicher Blickfang dient.

Gustav Schröder könnte sich noch manch reizvolles Aufarbeitungsprojekt vorstellen, das er wohl angehen möchte, aber: „Ich suche seit langem jemand, der meine Arbeit fortführt, vergebens, trotz vieler Gespräche. Da sieht es für die Zukunft dieser traditionsreichen Nordeifeler Landschaftsmonumente und religiösen Zeitzeugen wohl schlecht aus.”
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