Roetgen - Wechselbad extrem: Von drinnen nach draußen 110 Grad Unterschied

Wechselbad extrem: Von drinnen nach draußen 110 Grad Unterschied

Von: P. St.
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Eine Bilderbuchlandschaft mitten in Roetgen: Der Außenbereich der Roetgen-Therme ist gerade in der kalten Jahreszeit eine echte Attraktion. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Eine kleine Dunstglocke liegt über den in ein Winterkleid gehüllten Park in der Roetgen-Therme. Sie wird gebildet vom 35 Grad warmen Sole-Freibad, wo die Wellness-Gäste in diesen Tagen neben der totalen Entspannung bei Unterwasser-Musik auch die derzeitige traumhafte Winterlandschaft in der Eifel genießen dürfen.

In diesen frostigen Tagen können die Besucher zudem noch ein ganz besonderes Wechselbad erleben: Aus der 100 Grad heißen finnischen Sauna geht es hinaus ins Freie, wo man in kürzester Zeit bei minus zehn Grad einen krassen Temperaturunterschied von 110 Grad am eigenen Leib erfahren kann. Und wenn Stamos Papas (59), Gesellschafter der Roetgen-Therme, in diesem Zusammenhang eine finnische Volksweisheit zitiert („In der Sauna verraucht der Zorn”), dann weiß man, was damit gemeint sein könnte.

Solche Extrem-Erlebnisse, die im Ergebnis das Wohlbefinden enorm steigern, sind es, die immer mehr Menschen für den Saunagang begeistern, und das spürt man auch in Roetgen: Die Therme am Postweg mit ihren 50 Mitarbeitern, davon 18 Festangestellte, ist der für den örtlichen Tourismus bedeutendste Betrieb. Dazu trägt auch das angeschlossene Hotel Alte Post mit 21 Zimmern und 45 Betten sowie die beiden Gästehäuser der Therme bei.

Während viele Branchen im Zeichen der Wirtschaftskrise im vorigen Jahr zum Teil schwere Einbußen verzeichnen mussten, befindet sich die Wellness-Branche nach wie vor im Aufwind. Mit über 80000 Besuchern im vergangenen Jahr lag man zwar minimal unter dem Geschäftsergebnis 2008, aber vor allem die zurückliegenden Tage zwischen Weihnachten und Neujahr mit bis zu 500 Gäste am Tage sorgten dann zum Jahresausklang für eine versöhnliche Bilanz.

Gesellschafter Stamos lässt keine Gelegenheit aus mit Blick auf die Aachener Carolus-Therme als direktem Mitbewerber von „Wettbewerbsverzerrung” zu sprechen: Die Roetgen-Therme müsse sich als eigenständiges Unternehmen am Markt behaupten, während die Carolus-Therme dank Unterstützung durch öffentliche Gelder den Preiskampf eröffnen könne.

Das Therme-Team in Roetgen um Geschäftsführer Semir Kurbegovic kann ungeachtet dieser Situation aber dennoch auf sein treues Stammpublikum bauen. Das Einzugsgebiet der 1997 gegründeten Roetgen-Therme mit 2000 Quadratmeter Saunalandschaft, inklusive Spa, Massagen und Sonnenbänken und 5000 Quadratmeter Außenbereich, reicht bis nach Köln und Düsseldorf.

Der Raum Aachen und Eifel, aber auch Ostbelgien und das Grenzgebiet der Niederlande gehören selbstverständlich auch dazu. 30 Prozent der Gäste nehmen dabei eine Anreise von mehr als 50 Kilometern in Kauf, am Wochenende sind es sogar 50 Prozent.

Ob in der Sauna tatsächlich der Zorn verraucht, kann ja jeder für sich selbst feststellen, aber andere Erkenntnisse beim Saunagang haben sich inzwischen verfestigt.

Als Vorbeugung gegen Erkältungen hat sich das heiß-kalte Wechselbad bewährt, die Entspannung kommt quasi von selbst, der Saunagang wirkt leistungssteigernd und ist zugleich ein Training für Herz- und Kreislauf. Da inzwischen laut Statistik 28 Millionen Deutsche in die Sauna gehen, dürfte der Aufenthalt in Schwitzkammern und Pools wohl in der Tat mehr sein als nur „heiße Luft und Wasser.”
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