Webereimuseum lädt wieder ein

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Im Webereimuseum Höfen beginnt bald wieder der Betrieb: Die Einrichtung startet am 13. März in die siebten Saison. Dann finden auch wieder regelmäßig Führungen statt. Foto: P. Stollenwerk

Höfen. In die 7. Saison startet ab Sonntag, 13. März, das Webereimuseum des Heimat- und Eifelvereins in Höfen. Nach sechs erfolgreichen Jahren bietet das Team des Eifel- und Heimatvereins Höfen in Haus Seebend, Höfen, Hauptstraße 123 wieder Führungen in der historischen Weberei von Hermann Jansen an.

Natürlich gehört auch wieder der Schaubetrieb mit Vorführung der Webstühle und der Spulmaschinen zum Programm. Zahlreiche Gruppen konnten sich 2015 für Handwerk in Aktion und zum Anfassen begeistern. Einen erlebnisreichen Aufenthalt in Haus Seebend können Kindergruppen buchen: „Wir weben Bändchen“, in Kombination mit einer Kinderführung im Museum.

Webereien haben Tradition

Webereien haben in Höfen bereits vor dem 2. Weltkrieg bestanden, in unterschiedlicher Anzahl bis Mitte der 70er Jahre, als die letzten der größeren Tuchfabriken in Monschau schlossen. Eine davon war die Weberei des Hermann Jansen. 1927 geboren, lernte Hermann Jansen das Weben in einer Weberei in Monschau an Dreistegen.

Dabei absolvierte er, wie allgemein üblich, keine ordnungsgemäße Lehre, sondern eignete sich seine Kenntnisse durch Zuschauen und „learning by doing“ an. Vor 1957 arbeitete er dann in der mittlerweile geschlossenen Weberei (fabrikmäßige Weberei) Leo Führen in Aachen. 1957 beschloss er dann, eine eigene kleine Webhalle in Monschau/Höfen, nur ca. 300 Meter von seinem Wohnhaus, zu errichten. Die Halle wurde in rund einem Monat für 5 000 DM hauptsächlich in Eigenregie errichtet.

Die ersten beiden Webstühle erwarb Hermann Jansen durch Schenkung von der Firma Führen, wobei einer der beiden aus dem Jahr 1926 aus Chemnitz stammt. Hermann Jansen webte zuerst für Aachener Firmen, zu Beginn im Auftrag der Firma Führen. Später, ab 1964, war er als selbstständiger Lohnweber für die Aachener Firmen Dechamps und Weichbrodt tätig. In den Jahren 1961/62 wurde die Webhalle um ein Drittel erweitert, so dass sich nun auch Platz für eine Spulmaschine fand. Zudem wurden zwei weitere Webstühle erworben, die ebenfalls aus der Zeit vor dem Krieg und unmittelbar danach stammten.

Krise in den 1970er Jahren

1974, im Rahmen der allgemeinen Krise in der Textilindustrie, gab Hermann Jansen seine Tätigkeit auf und schulte zum Maschinenschlosser um. Jedoch webte er noch gelegentlich Stoffe im Auftrag, auch weil seine Webstühle eine später nicht mehr so häufige, besondere Breite aufwiesen und dies für bestimmte Aufträge notwendig war.

Bis zu seinem Tod im Jahre 2002 hat Hermann Jansen stets auf die Feststellung wert gelegt, dass seine Webstühle in „Minuten“ voll einsatzbereit seien. Dies beweist, mit welchem Engagement und emotionaler Verbundenheit er, wie seine Höfener Kollegen, an ihrem Beruf hing.

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