Nordeifel - Wasserwerk will Wasserverlusten auf den Grund gehen

Wasserwerk will Wasserverlusten auf den Grund gehen

Von: P. St.
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Ständiger Bedarf: Die Erneuerung des Leitungsnetzes beim Wasserversorgungszweckverband Perlenbach. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Nach diesem bewährten Prinzip verfuhr jetzt auch der Zweckverband Wasserversorgung Perlenbach (WZVP) und beteiligte sich an einem so genannten „Benchmarking”-Projekt, das von der Landesregierung unterstützt wurde.

Sinn der Übung, die das Wasserwerk rund 2000 Euro kostete, war es, im Vergleich mit anderen Unternehmen (Lernen von den Besten) die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen.

Von den insgesamt 435 Wasserwerken in NRW beteiligten sich etwa 100 Unternehmen (die 81 Prozent der Kunden beliefern) an dem Projekt, dessen Ergebnisse jetzt auch dem Betriebsausschuss des Wasserwerks Perlenbach vorgelegt wurden.

Rechtsanwalt Henninig Wündisch von der deutschlandweit tätigen Kanzlei für Wirtschaftsprüfung Rödl & Partner erläuterte den interessiert lauschenden Mitgliedern der Betriebsversammlung die Ergebnisse des Vergleichs.

Demnach ist der Wasserversorgungszweckverband insgesamt ganz gut aufgestellt, aber er weist auch ein paar Schwachstellen auf, die gezielt aufgearbeitet werden sollen. Insgesamt wurde 44 Positionen verglichen.

Nicht so gut sieht die Vergleichs-Situation beim Wasserwerk Perlenbach aus, wenn man die Wasserverluste im Netz betrachtet. Untersucht worden war, wieviel Kubikmeter Wasser pro Kilometer und pro Stunde im Leitungsnetz verloren gehen. Mit 130 Litern liegt das Eifeler Wasserwerk fast um das Doppelte über dem Durchschnittswert (70 Liter).

Auch die Schadensquote im Leitungsnetz (16 Schadensfälle auf 100 Netzkilometer) liegt gegenüber dem Durchschnittswert (11) recht hoch. Was die Schäden an den Hausausschlüssen betrifft, liegt der WZVP nahe am Mittelwert.

Die Netzerneuerungsrate liegt beim Perlenbachverband mit 0,35 Prozent im Jahr deutlich unter dem Mittelwert (0,9 Prozent). Würde man diese Erneuerungsrate hochrechnen, dann hätte der WZVP in 333 Jahren sein Netz komplett erneuert. Laut Auskunft von Werkleiter Derk Buchsteiner liegt die wirtschaftliche Nutzung einer Wasserleitung bei 60 Jahren; etwa sechs Kilometer Leitung pro Jahr würden erneuert.

Ein „sehr positives Ergebnis” liefert laut Wündisch das Wasserwerk Perlenbach bei der Sicherheit der Versorgung ab; weniger gut sieht es dagegen beim Kostenniveau aus. Für einen Kubikmeter Trinkwasser, der ins Netz angegeben wird, fallen 78 Cent an; der Mittelwert liegt bei nur 46 Cent. Die Begründung wird aber gleich mitgeliefert: Das Wasserwerk hat hohe Kapitalkosten aufgrund größerer Investitionen, die Personalkosten sind recht hoch und das ländliche geprägte Versorgungsgebiet ist recht weitläufig. Bezogen auf die Netzlänge liegt der WZVP übrigens wieder im Bereich des Mittelwertes.

Auch bei Transport und Verteilung des Trinkwassers liegt das Perlbachwerk aufgrund der Netzlänge und der Topografie viermal höher gegenüber dem Mittelwert. Die Förderung des Trinkwassers aus der Talsperre wird mit 35 Cent angegeben, womit das Werk wieder nahe am Mittelwert (31 Cent) liegt.

Hoch ist beim Perlenbachverband der Mitarbeiter-Einsatz. Pro Million Kubikmeter veräußertes Wasser stehen 13,5 Mitarbeiter zur Verfügung; der Mittelwert liegt bei nur 7,5 Mitarbeitern. Auch diese Kennzahl bedarf aber der Interpretation. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Wasserwerken, die viele Arbeiten an Fremdunternehmen vergeben, erbringt das Eifeler Versorgungsunternehmen noch viel Eigenleistung z. B. bei der Netzerneuerung.

Als Fazit wurde festgehalten, dass beim Punkt Wasserverluste Handlungsbedarf besteht, wogegen die Versorgungseffizienz und die Versorgungssicherheit unter dem Strich gut aussieht.

Die Analyse zeigt laut Verbandsvorsteherin Margareta Ritter, dass das Werk „in Qualität und Versorgungssicherheitinvestiert” habe. Auch sei man bestrebt, so die Monschauer Bürgermeisterin, das eigene Personal zu halten.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (Simmerath) regte an, die notwendigen Netzsanierungen und deren Auswirkungen auf den Wasserpreis einmal aufzulisten. Diese Investitionen sollten Eingang in den Wirtschaftsplan 2011 finden, „nicht dass es zum großen Crash im Netz kommt.”
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