Wasserwerk weist Vorwürfe vehement zurück

Von: P. St.
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Die Aufbereitungsanlage der Perlenbachtalsperre hat ihre Leistungsfähigkeit nach Angaben des Betriebsleiters unter Beweis gestellt. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Nach einer jahrelangen Phase der Zurückhaltung ist Wilfried Soddemann, bis 2005 Leiter des Staatlichen Umweltamtes Aachen, in den zurückliegenden Wochen wieder aktiv geworden, um sich dem Lieblingsobjekt seiner Dauer-Kritik, der Trinkwasseraufbereitungsanlage des Wasserversorgungs-Zweckverbandes Perlenbach in Monschau, zuzuwenden.

Soddemann, der vor acht Jahren vorzeitig aus dem Amt schied, will über „Dokumente“ verfügen, die „eindeutig belegen“ sollen, dass die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage des WVZV Perlenbach Monschau (Baujahr 2001) nicht in der Lage sei, Rotaviren zu filtern.

Zuletzt sei am 7. September 2013 frisches infektiöses Abwasser im Perlbachwasser zu finden gewesen. Nach langer Trockenheit hatte es an diesem Tag in Kalterherberg heftig geregnet. Es fielen in kurzer Zeit 50 Millimeter Niederschlag. Dieses Niederschlagsereignis habe laut Soddemann zu einem Überlaufen der Abwasseranlage Klüsenborn in Kalterherberg geführt, was ein Mitarbeiter des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) ihm bestätigt habe. Das ungereinigte, frische, infektiöse Abwasser sei „auf kurzem Weg in die Perlenbachtalsperre und dann direkt auf die Trinkwasserfilter geflossen.“ Somit sei Abwasser als Rohwasser zur Trinkwasserproduktion verwendet worden.“

Der Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach, Derk Buchsteiner, hatte vor drei Wochen den Betriebsausschuss über eben dieses Regenereignis informiert und nicht ohne Stolz berichtet, dass die Aufbereitungsanlage diese in der Tat belastende Situation „mit Bravour“ gemeistert habe.

Die jüngste Attacke Soddemanns weist Buchsteiner daher auch in aller Schärfe zurück und spricht von einer „ausdrücklichen Unwahrheit“.

Das Regenüberlaufbecken sei am 7. September noch weit vom Überlaufen entfernt gewesen. Ein anderer Mitarbeiter des WVER habe ihm versichert, dass kein Abschlag in die Talsperre gelangt sei. „Unsere hier getroffenen Schutzmaßnahmen haben gegriffen.“ Buchsteiner wehrt sich vehement gegen den Versuch, unter den Kunden des Wasserwerks Perlenbach „Ängste zu verbreiten“.

Buchsteiner kündigt weiterhin an, die betreffenden Stellen darüber zu informieren, dass Soddemann „nachweislich die Unwahrheit gesagt hat“. Außerdem wolle er grundsätzlich prüfen lassen, inwieweit ein ehemaliger Behördenleiter nach seinem Ausscheiden aus dem Amt internes dienstliches Wissen in die Öffentlichkeit tragen dürfe.

Heute tagt im Verwaltungsgebäude des Wasserwerks in Imgenbroich die Verbandsversammlung. Das Thema steht zwar nicht auf der Tagesordnung, aber diskutiert wird dennoch darüber.

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