Wasserwerk soll 140 Haushalten Strom liefern

Von: V.M.
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Rainer Claes, Elektro-Ingenieu
Rainer Claes, Elektro-Ingenieur aus Baesweiler renoviert zur Zeit das alte Wasserwerk aus Tuchschererzeiten im Rosental. Foto: V. Monterey

Monschau. „Seit 1776 steht dieses Haus hier und wird auch noch in hundert Jahren stehen”, ist Rainer Claes, Elektro-Ingenieur für Energietechnik aus Baesweiler und seit kurzer Zeit neuer Eigentümer des alten Fachwerkhauses im Rosental in Monschau, überzeugt. Was wie ein altes Bauernhaus anmutet, birgt im Keller ein altes Wasserwerk aus Tuchschererzeiten.

Und ein Wasserwerk soll es wieder werden. Mit der Renovierung und Instandsetzung verspricht sich Claes rund 140 Haushalte in Monschau mit Strom versorgen zu können.

Einst diente der Ort als Walkmühle für die Monschauer Tuchfabrikanten. Nach einem Umbau im Jahre 1920 lieferte es bis zum Jahre 1965 den Strom für die Tuchfabrikation, bis es aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet wurde.

Vor rund einem Jahr entdeckte Claes das Fachwerkhaus im Internet und kam auf die brillante Idee, das Fachwerkhaus mit dem weiten Gelände und dem benachbarten Einfamilienhaus käuflich zu erwerben und wieder in Betrieb zu nehmen. Rund drei Jahre rechnet er mit der Renovierung, circa zwanzig Jahre beträge die Rückverdienstzeit, „wenn alles funktioniert”, so Claes.

Das Wasserkraftwerk, oder genauer „Ausleitungskraftwerk” funktioniert relativ simpel. Das Wasser der Rur wird angestaut, läuft durch einen 80 Meter langen Tunnel durch zwei Turbinen mit einer Fallhöhe von 4,5 Metern in einen Wasserkeller und wird, das Gefälle des Flusses ausgeglichen, wieder in die Rur geleitet. Dafür muss der alte Tunnel in Stand gesetzt und die zwei Francis-Turbinen aus dem Jahre 1920 mit einer Leistung von 80 Kilowatt pro Stunde und einem Wasserdurchlauf von 2000 Litern Wasser pro Sekunde wieder restauriert werden. Sie erhalten eine „komplett neue elektrische Steuerung”. Eine halbe Millionen Kilowattstunden pro Jahr können somit produziert werden und werden dann in das vorhandene Netz eingespeist, also an die RWE verkauft.

Das alte Fachwerkhaus wird liebevoll restauriert und äußerlich seinen alten Charme nicht verlieren. Im Obergeschoss sollen unter anderem drei Ferienwohnungen mit jeweils 110 Quadratmetern über zwei Etagen und separaten Eingängen entstehen. Diese werden durch einen Betonboden „komplett vom Wasserwerk entkoppelt”, erklärt Claes, so dass weder Turbinen- noch Wassergeräusche zu hören sein werden, noch Feuchtigkeit in die oberen Etagen dringt. Selbstredend versorgt sich das Haus selbst mit Strom und wird eine Fußbodenheizung erhalten.

„Im hinteren Teil des Hauses richte ich mir später eine eigene Wochenendwohnung ein”, freut sich Claes und deutet auf die halb zugemauerten Fenster, durch dessen matte Scheiben diffuse Lichtstrahlen auf ein altes Schaufelrad fallen. Auch hier wartet noch unendlich viel Arbeit. Eine doppelte Wand diente einst zum Schutz vor der Feuchtigkeit der nahen Felsen. Jetzt wuchert das Moos im Innenraum. So soll die äußere Bruchsteinmauerwand wieder freigelegt werden und ihre alte Funktion zurückerhalten, eben das Haus vor der Feuchtigkeit zu schützen, die halb zugemauerten Fenster wieder aufgerissen und die alten Holzrahmen restauriert werden. „Ein tolles Projekt”, schwärmt der Elektro-Ingenieur im Ruhestand: „Es macht mir einfach Spaß.”
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