Wasserwerk im Clinch mit Ex-Behördenleiter

Von: P.St.
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Die Trinkwasseraufbereitungsanlage des Wasserwerks Perlenbach leistete nach Auffassung des Verbandes trotz der Kritik eines Einzelnen einwandfreie Arbeit.  Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Das Wasserwerk Perlenbach möchte dem ehemaligen Leiter des Staatlichen Umweltamtes Aachen, Wilfried Soddemann, nicht zu viel der Ehre erweisen. Doch die Verbandsversammlung des in Monschau ansässigen Wasserversorgungsunternehmens kam jetzt überein, prüfen zu lassen, wie weit Soddemann, der im Jahre 2005 von der Landesregierung vorzeitig in Pensionierung geschickt wurde, gehen darf.

Es soll eine Anfrage an die Bezirksregierung gerichtet werden, ob es weiterhin zu dulden ist, dass Wilfried Soddemann nach seiner Pensionierung Vorgänge und Schriftverkehr aus seiner Dienstzeit öffentlich macht.

Manfred Eis, der Bürgermeister der Gemeinde Roetgen und auch schon zur Unzeit von Wilfried Soddemann kontaktiert, zeigte sich erstaunt, dass ein Staatsbediensteter nach seiner Pensionierung weiterhin Daten aus seiner beruflichen Tätigkeit verwende. „Das stimmt etwas mit den Vorschriften des Beamtenrechtes nicht überein.“

Aus dem Ruhestand heraus hatte Soddemann in mehr oder weniger größeren Abständen immer wieder Kritik an der seiner Meinung nach nicht ausreichenden Leistungsfähigkeit der Trinkwasseraufbereitungsanlage des Perlenbachverbandes geäußert. Anlass, diese Forderung zu verschärfen, hatte Soddemann ein Starkregen vom 7. September gegeben.

Der heftige Niederschlag führte dazu, dass es im Trinkwassersee zu einer Trübungsspitze kam. Der Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach hatte dem Betriebsausschuss über dieses Ereignis berichtet und die „saubere Abwicklung der Trübung“ als positives Beispiel für die Leistungsfähigkeit der Trinkwasseraufbereitungsanlage herausgestellt.

In diesem Zusammenhang hatte Soddemann behauptet, dass er von einem Mitarbeiter des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) Kenntnis darüber erhalten habe, dass das Regenrückhaltebecken Klüsenborn bei Kalterherberg übergelaufen sei und somit Abwasser in die Talsperre geflossen sei.
In der Sitzung der Verbandsversammlung wies Betriebsleiter Derk Buchsteiner diese Behauptung erneut scharf zurück und bezog sich dabei auf ein Schreiben des WVER, das für Klarstellung sorgt. Die Bezirksregierung Köln hatte per E-Mail beim WVER bezüglich des Regenwasserereignisses nachgefragt.

Der WVER teilte mit, dass es am besagtem Tag „tatsächlich zu einem Abschlag aus dem Regenüberlaufbecken Klüsenborn kam“. Die Schlussfolgerung aber, „dass es somit auch zu einer Mischwassereinleitung in die Perlenbachtalsperre gekommen sei, kann nicht gezogen werden“.

Dem Regenüberlaufbecken sei ein Rückhaltebecken nachgeschaltet. Die aus dem Überlaufbecken abgeschlagene Mischwassermenge sei im nachgeschalteten Rückhaltebecken gespeichert und nach dem Regen zur Kläranlage Kalterherberg gepumpt worden. Nach Einschätzung des WVER, basierend auf den Daten der Einstauhöhe im Rückhaltebecken, habe kein Überlauf des Rückhaltebeckens stattgefunden.

Es sei „unverfroren“, so Buchsteiner, die Bevölkerung durch nicht zutreffende Behauptungen in diesem Maße zu verunsichern: „Wir haben nichts zu verbergen.“

Wilfried Soddemann kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „Wir haben in NRW die gläserne Verwaltung und das Informationsfreiheitsgesetz.“ Die von ihm verwendeten Berichte seien öffentlich zugänglich.

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