Wasserverband Perlenbach investiert in die Zukunft

Von: Peter Stollenwerk
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Komplizierte Baustelle: Weil die Stadt Monschau in der Eschbachstraße den Schmutzwasserkanal erneuert, hat der Wasserversorgungszweckverband Perlenbach nicht gezögert, auch seine in die Jahre gekommenen Leitungen auszutauschen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Der Wasserversorgungszweckverband Perlenbach nutzt die Gunst der Stunde: Weil auf dem Kapitalmarkt nach wie vor nahezu zinsfreie Darlehen zu bekommen sind, hat der Nordeifeler Wasserversorger die Schlagzahl seiner baulichen Aktivitäten deutlich erhöht.

„Das historisch niedrige Zinsniveau zwingt uns sozusagen dazu, jetzt nachhaltig in die Zukunft zu investieren“, sagte Betriebsleiter Derk Buchsteiner in der Runde des Betriebsausschusses.

So sollen im kommenden Jahr über 7,8 Kilometer Wasserleitungen im Versorgungsgebiet erneuert werden. Hierbei handelt es sich um die schadensanfällige Kunststoff-Hauptleitung zwischen Kleinhau und Germeter, die mit einem Kostenaufwand von 2,4 Millionen Euro in den Jahren 2017 und 2019 ausgetauscht wird. Durch diese Großmaßnahme würde die Erneuerungsrate vorübergehend auf 1,6 Prozent gesteigert.

Das Wasserwerk verfügt über rund 1000 Kilometer Hauptleitungen, Ortsnetzleitungen und Hausanschlussleitungen. Dieses gesamte Netz soll innerhalb von 100 Jahren ausgetauscht werden; daher hat der Verband vor einem Jahr eine jährliche Erneuerungsrate der Leitungen von 1,0 Prozent beschlossen. Dies ist ein Mehrfaches der Erneuerungsrate, wie sie noch vor einigen Jahren praktiziert wurde. Um diese Erneuerungsrate konsequent einzuhalten, setzt das Wasserwerk zum Teil auch Fremdfirmen ein. Rund 180 Schäden muss das Wasserwerk (bei abnehmender Tendenz) im Jahr reparieren.

Wie intensiv momentan die Investitionstätigkeiten sind, zeigt sich auch daran, dass das Wasserwerk Perlenbach für das laufende Jahr 2016 genau eine Baumaßnahme laut Haushaltsplan vorgesehen hatte, nämlich die Erneuerung der Hauptleitung in der Tal-straße in Erkensruhr. Am Ende dieses Jahres sind daraus sieben Baumaßnahmen in den sieben Mitgliedskommunen des Verbands geworden, bei denen zusammen 1600 Meter Wasserleitungen ausgetauscht wurden. Das Wasserwerk musste zum Teil auch deshalb aktiv werden, weil andere Versorger am Werk waren und sich damit die beste Gelegenheit bot, ohnehin anstehende Maßnahmen umzusetzen.

Gebaut wurde in Vossenack (Zum Schnepfenpflug), in Kleinhau (In der Kaule), in Kalterherberg (Bahnhofstraße, Geisberg, Messeweg, Fedderbach), Konzen (Breite Straße), Roetgen (Greppstraße, Keusgasse), Lammersdorf (Im Pohl, Krämerstraße), und auf der B 258 in Imgenbroich (zwischen Himo und Kreisverkehr). Eine besonders anspruchsvolle Baustelle ist die in der Monschauer Eschbachstraße, wo die Stadt Monschau unter extrem räumlich beengten Verhältnissen den Schmutzwasserkanal erneuert und das Wasserwerk im gleichen Zug seine Leitungen saniert.

Der Wasserverkauf ist nach wie vor das wichtigste marktwirtschaftliche Standbein des Wasserwerks Perlenbach. In diesem Jahr erwartet man knapp sechs Millionen Euro Einnahmen.

Betriebsleiter Derk Buchsteiner geht davon aus, dass beim Wasserverkauf die „Talsohle des Sparens bei den Kunden inzwischen durchschritten“ ist. Im 400 Quadratkilometer großen Versorgungsgebiet zwischen Kalterherberg und Kleinhau beliefert der Verband 50.500 Kunden. Dabei geht man vom durchschnittlichen Jahresverbrauch von 44 Kubikmeter pro Person aus.

Entgegen dem vielfachen Trend schlägt der Bevölkerungsrückgang im Versorgungsgebiet noch nicht markant zu Buche. Pro Jahr geht man von einem Rückgang von 300 Einwohnern (nur Hauptwohnsitze) aus. Demgegenüber werden im laufenden Jahr aber auch 154 Neuanschlüsse verlegt.

Weitere Investitionen sind in die Erneuerung der Hochbehälter vorgesehen. Dafür stehen pro Jahr 200.000 Euro im Haushalt bereit. Als nächstes ist der Hochbehälter Gey an der Reihe, der nach 60-jährigem Betrieb inzwischen nicht mehr dem Stand der Technik entspricht.

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