Nordeifel - Wasserverband Eifel-Rur: Ohne Ergebnisse keine Entscheidung

Wasserverband Eifel-Rur: Ohne Ergebnisse keine Entscheidung

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Derzeit äußert sich der Wasserverband Eifel-Rur weder positiv noch negativ zum Pumpspeicherkraftwerk am Rursee. (v. l.) Gewässerdezernent Robert Steegmans, Peter Münstermann MdL, WVER-Vorstand Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk.

Nordeifel. Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) ist selbst nicht treibende Kraft bei der Planung des Pumpspeicherkraftwerks am Rursee, lehnt es aber auch nicht in Bausch und Bogen ab. Dies erfuhr der Landtagsabgeordnete Peter Münstermann jetzt bei einem Besuch des Verbands an seinem Sitz in Düren.

Im rot-grünen Koalitionsvertrag der Landesregierung stehe auch ein Bekenntnis zu Pumpspeichern. Zudem wolle er sich als Mitunterzeichner eines Aufrufs zum konstruktiven Umgang mit diesem Thema auch beim Besitzer des Rursees, dem Wasserverband, informieren, erläuterte Münstermann. Dieser Bitte kamen der Vorstand Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk sowie sein Vertreter Robert Steegmans, selbst Leiter des für die Talsperren zuständigen Dezernats, bei einem Besuch Münstermanns im Verbandsitz in Düren gerne nach. Dabei machten sie deutlich, dass der Verband selbst kein finanzielles Interesse an dem geplanten Kraftwerk habe, da man keine Gewinne machen dürfe.

Etwaige Mitgliedsbeiträge von Trianel für die Nutzung des Rursees könnten sich aber gebührenmindernd für die Verbandsmitglieder auswirken, die bisher die Unterhaltungskosten der Talsperre trügen. Zusammen mit dem Verbandsrat habe man Nutzungsbedingungen formuliert, die Voraussetzung dafür seien, dass die Firma Trianel den Rursee als Untersee einsetzen könne.

Uferböschung absichern

Diese Bedingungen orientierten sich klar an den bestehenden Aufgaben des Rursees wie Hochwasserschutz und Sicherung einer Mindestwasserführung im Unterlauf der Rur. Ebenso dürften Standsicherheit des Dammkörpers und der Uferböschungen nicht gefährdet sein. Ein weiteres Problem stellten mögliche Sedimentaufwirbelungen durch beim Turbinierbetrieb entstehende Strömungen dar. Bisherige Ergebnisse würden zeigen, dass die Standsicherheit des Dammes bei den betriebsbedingten Wasserstandsschwankungen nicht gefährdet sei, Uferböschungen seien durch die Firma Trianel teilweise abzusichern. Weitere Untersuchungen wolle die Firma aber erst beauftragen, wenn der Regionalrat einer Regionalplanänderung zugestimmt habe.

Erst wenn alle Ergebnisse vorliegen und geprüft seien, würden Vorstand und Verbandsrat verantwortungsbewusst entscheiden, ob sie einer Nutzung des Rursees als Untersee zustimmen könnten, versicherten Firk und Steegmans. Zugleich betonten sie aber auch, dass andere, die weitergehende Interessen am Rursee hätten, wie etwa Segler und Naturschützer, ihrerseits ihre Forderungen an Trianel stellen sollten. Trianel müsse nach Abwägung aller Erfordernisse die Wirtschaftlichkeit des Projekts selbst beurteilen.

Peter Münstermann selbst forderte im Gespräch, die Messlatte so hoch wie nötig und möglich zu legen, um negative Auswirkungen ausschließen zu können. Die Ängste der Bevölkerung in der Eifel und Wassersportler seien ernst zu nehmen.

Es dürfe nicht zu leichtfertigen Entscheidungen kommen. Wenn aber alle am Rursee bestehenden Interessen miteinander in Einklang gebracht werden könnten, müsse das Projekt auch eine Chance bekommen.

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