Wasserprobleme im Baugebiet Greppstraße

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:
8811652.jpg
Wasser ist im Neubaugebiet Greppstraße keine Seltenheit: Sofortmaßnahmen sollen jetzt rasche Abhilfe schaffen. Foto: Günther Sander

Roetgen. Die Entwässerungsstudie Faulenbruch und die damit verbundene Wasserproblematik „Im Dorf“ sowie der Überflutungsschutz des Erschließungsgebiet Greppstraße beschäftigte den Bauausschuss in seiner Sitzung glatte 90 Minuten lang. Darüber wurde kontrovers diskutiert.

„Wir haben vor Ort Wackelpudding in den Wiesen entdeckt“, formulierte Silvia Bourceau (UWG). Bernd Vogel (CDU) zeigte anhand von Dias zahlreiche Missstände auf und machte deutlich, dass man in diesem Gebiet bei nur einem leicht verregneten Tag die Wasserproblematik deutlich zu spüren bekomme. Nicht in Ordnung sei die Wasserdurchführung am Faulenbruch, sie sei mit schuld an der „feuchten Angelegenheit“. Feuchträume seien nicht zu übersehen. „Bei starkem Regen läuft das Wasser sogar bis auf den Campingplatz“, sagte Vogel.

In der Sitzung befasste sich das Ingenieurbüro Achten und Jansen GmbH (Aachen) ausführlich mit der Problematik. Auch von dieser Seite kamen zahlreiche „Fehler“ zur Sprache, die sich mit den von Vogel aufgezeigten deckten: Der Boden ist stark verwässert. Die Rohrdurchlässe sind zu klein. Der Faulenbach ist nicht leistungsfähig genug, um die Wassermengen aufnehmen zu können. Querschnittgräben sind zugewachsen, Grabenprofile sind zu flach und schmal. Fazit der Fachleute: „Es besteht dringend Handlungsbedarf.“ Der Nebenraum des Faulenbachs müsse aufgemessen, der Faulenbach ertüchtigt, die Verrohrung vergrößert, ein neuer Entwässerungsgraben hergestellt werden. Das hätten hydrodynamische Berechnungen ergeben.

Klaus Onasch (SPD) stellte die Frage nach der Notwendigkeit. Bauamtsleiter Dirk Meyer antwortete, dass das Konzept noch eine Weile in Anspruch nehme, viele Fragen müssten noch geklärt werden. Außerdem will Meyer die Eigentümer mit einbeziehen.

„Die gesehenen Dias sprechen eine deutliche Sprache“, sagte Silvia Bourceau. Bei dem entdeckten „Wackelpudding“ sei die Problematik vorauszusehen gewesen. Für Dirk Meyer spielen noch viele weitere Faktoren eine Rolle, es werde weitere nasse Stellen geben. „Wir müssen schauen, was übrig bleibt an Problemen.“

„Habe ich ein Recht darauf, vor Wasser, das aus den Wiesen kommt, geschützt zu werden?“, wollte Gudrun Meßing (Grüne) wissen. Meyers Antwort war klar: „Die Gemeinde ist für Oberflächenwasser nicht verantwortlich.“ Eigenvorsorge sei ein entscheidendes Thema der Bauherren. Alles habe seine Grenzen, auch die Frage der Kosten gewinne an Bedeutung, sagte Meyer. „Das wird ein Teil des Konzeptes sein. Eine Verpflichtung für die Gemeinde gibt es nicht“, so der Bauamtsleiter. Damit war Michael Seidel (CDU) „überhaupt nicht zufrieden“. Es könne nicht angehen, dass jeder sich selbst schützen müsse. Die CDU habe seinerzeit auf zu erwartende Probleme im Baugebiet Greppstraße aufmerksam gemacht. Jetzt würden unterlassene Pflegemaßnahmen sichtbar. „Unsere Vorschläge hat die Verwaltung einfach weggewischt“, sagte Seidel, bei Starkregen werde der Bereich „komplett absaufen“. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

„Wir werden alle rechtlichen Maßnahmen abstecken. Es muss doch möglich sein, dass Eigentümer gezwungen werden, hier tätig zu werden“, erklärte Bürgermeister Manfred Eis.

Bernd Vogel resümierte noch einmal: „In dem besagten Bereich ist einfach nur Schrott, vieles ist uralt.“ Früher seien dort sogar Kartoffeln angebaut worden. „Die wachsen bekanntlich nicht im Wasser. Warum wird jetzt so ein Firlefanz gemacht“, ereiferte sich Vogel. Auch für Rainer Welzel (UWG) ist es ein Unding, den Menschen in Rechnung stellen zu wollen, was vor 100 Jahren vollzogen worden sei. Jetzt gelte es, Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Die geforderten Sofortmaßnahmen hatte Helmut Helzle (CDU) schriftlich in einem Antrag an die Verwaltung formuliert: 1. Ordnungsgemäße Ertüchtigung des Faulenbruch-Seitenarms (WVER); 2. Fassung des östlichen Drainagesammlers (Richtung Faulenbruchstraße) im Bereich „Im Dorf“ und Ableitung des Wassers; 3. Spülung der Drainagesammelleitungen; 4. Erstellung beziehungsweise Wiederherstellung des Grabens oberhalb des Faulenbruchseitenarmes und Ableitung des Wassers, das durch den gemauerten Durchlass ankommt.

In der Abstimmung gab es eine deutliche Mehrheit für den CDU-Antrag, so dass nun kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden sollen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert