Wassermusik zum Ende der Quirinus-Oktav

Von: js
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Friedhelm Schütz und seinen Musikern ist – wie schon so oft – für ein ebenso sehr musikalisches wie spirituelles Erlebnis zu danken. Foto: Josef Schreier

Rott. Der heilige Quirinus (es gibt ja eigentlich vier davon) hätte sich wohl keine schönere Idee wünschen können, als dass man Georg Friedrich Händels Wassermusik zu seinen Ehren aufführen würde. Denn Wasser – das Symbol für Christus als Lebensspender – hatte der Heilige einst, der Legende nach, für die Menschen eines Dorfes gerettet (Rott wird es zwar nicht gewesen sein), nachdem der Dorfbrunnen von einem Drachen belagert war, den Quirinus dann tötete.

Nun, vielleicht war es auch nur ein glücklicher Zufall, dass der Kammermusikkreis Simmerath das Händel’sche Werk gerade auf seinem Arbeitsprogramm hatte. Aber es war doch ein überaus glücklicher Gedanke, den Friedhelm Schütz, der verdiente Kirchenmusiker, zu Beginn des Kirchenkonzerts zum Ausklang der Rotter Quirinus-Oktav den zahlreichen Zuhörern nahebrachte.

Die beliebte und immer wieder gern gehörte Wassermusik gab dem Konzert die Struktur; jeweils vier Sätze umrahmten das Hauptwerk des Sonntagnachmittags, nämlich eine Messe des jungen Anton Bruckner.

Stellte Händel die Struktur bereit, so gaben zwei Lieder den Rahmen, welche vom Kirchenchor Roetgen-Rott gemeinsam mit dem Publikum mit Unterstützung des Orchesters gesungen wurden. Einmal ein sehr zu Herzen gehendes Lied aus Taizé, das von Christus als dem Licht, der Zuversicht und der Freude spricht. Und dann am Schluss das Lied eben zu Ehren des heiligen Quirinus, dessen in Rott eine ganze Woche, genauer: eine Oktav lang gedacht wurde.

Der Kammermusikkreis Simmerath hat, als einziges „klassisches“ Orchester des Monschauer Landes, immer wieder mit Fluktuation und Personalproblemen zu kämpfen. Es ist es aber auch bewundernswert, wie es Friedhelm Schütz nun schon seit Jahrzehnten gelingt, immer wieder neue, und diesmal auch ganz junge, Instrumentalisten für die klassische Musik zu begeistern und in das Ensemble zu integrieren. Dass es dann nicht immer gelingen kann, die Konzentration dieses Laienorchester ein ganzes Konzert lang stabil zu halten, lässt sich denken.

Dennoch gab es auch diesmal sehr bewegende Momente zu erleben, so etwa gleich am Beginn des Konzerts bei der Begleitung des Taizélieds. Aber eben auch in der Wassermusik, wo einzelne Sätze zu wahren Schmuckstücken gerieten.

Die Kirchenchöre Roetgen und Rott hatten diesmal einige besonders schwierige Aufgaben zu lösen. Friedhelm Schütz hatte besonders exquisite Musikstücke ausgesucht, nämlich eine frühe Messe von Anton Bruckner und Felix Mendelssohn-Bartholdys Chorsatz „Denn er hat seinen Engeln befohlen“.

Chorsatz eigens bearbeitet

Letzterer wurde von Friedhelm Schütz (mit Erlaubnis des Komponisten, wie er sagte) für seine Chorgemeinschaft bearbeitet. Diese wurde von einigen Sängern aus Schleckheim verstärkt, die insbesondere mit der Bruckner-Messe schon vertraut waren. Das Ergebnis war höchst beeindruckend. Der Klang des Chores war homogen, so dass auch jede einzelne Chorstimme gut herauszuhören war. Insbesondere der Chorsatz von Mendelssohn geriet überaus intensiv, was auch mit besonders starkem Beifall honoriert wurde. Die Bruckner-Messe ist ein Frühwerk des genannten Meisters, das noch kaum die Charakteristika des „eigentlichen“ Bruckner merken lässt.

In dieser Form handelt es sich um eine Bearbeitung, denn die Urform verlangt noch etliches Beiwerk. Die Chorsänger brachten das Werk dem Zuhörer sehr nah. Als besonders intensiv fiel das „Benediktus“ auf.

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