Was geschah wirklich auf dem Schlachtfeld?

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Ein Buch, das ein nicht ganz geklärtes Kapitel des zweiten Weltkrieges in der Eifel beleuchtet: Was geschah wirklich bei der Schlacht in Malmedy-Bougnez?

Nordeifel. Was im Dezember 1944 in Baugnez geschah, ist in der Kriegsberichterstattung oft mit unbeantworteten Fragen behaftet geblieben. Das im Eupener Grenz Echo-Verlag (GEV) im Jahre 1989 erschienene Buch „Was wirklich geschah” von Gerd Cuppens ist als umfassend und fundiert recherchiert gewürdigt worden. Es liegt nunmehr in einer Neuauflage vor.

Seitdem in der Nähe des Denkmals, das in Malmedy-Baugnez an das Massaker erinnert und zum Frieden mahnt, das Museum „Baugnez 44 Historical Center” eine fachkundige Begegnung mit der wirklichen Bedeutung des Geschehens von Baugnez ermöglicht, werden die Fragen zum Geschehen von Baugnez stets öfter gestellt.

Immer wieder Fragen

Die zeitliche Spanne von mehr als sechs Jahrzehnten hat zur Folge, dass die Unkenntnis der unvorbereiteten Besucher am Denkmal von Baugnez eher noch wächst. Das Zentrum in Baugnez greift in seiner Eigendarstellung auf die Ereignisse zurück, die den Weiler am Kreuzungspunkt Malmedy-Weismes-Ligneuville zu einem Abschnitt in der Ardennen-Offensive gemacht haben, der immer wieder Fragen aufgeworfen hat.

Hitler schickte am 16. Dezember 1944 seine Truppen in eine Gegenoffensive, die „Operation Wacht am Rhein”. Bei Sonnenaufgang am 17. Dezember fallen die Panzer der 1. Panzer-SS der Kampfgruppe des Obersturmbannführers Peiper in die Grenzregion ein. Am gleichen Tag kommt das 285. Artillerie-Beobachtungsbataillon der US-Kräfte, das teilweise durch den Leutnant Lary befehligt wird, in Malmedy an. Trotz der Tatsache, dass er über die Anwesenheit von deutschen Panzern in Büllingen informiert wurde, entscheidet sich dieser, die ihm zugewiesene Route einzuhalten; also befährt die Einheit die N23 in Richtung der Kreuzung von Baugnez, um sich mit der 7. Panzerdivision, die sich in St.Vith befindet, zu vereinen. Sie erreicht die Kreuzung von Baugnez zur gleichen Zeit, als eine Vorhut der deutschen Kampfgruppe Peiper dort eintrifft. Das Blutbad von Baugnez ist die Folge dieses Zusammenstoßes. 84 amerikanische Gefangene finden den Tod.

Die Zahl der Opfer ist in der Vergangenheit ebenso wie der genaue Vorgang immer wieder in Frage gestellt worden. Bis heute noch sind die Umstände, die zur Erschießung der Gefangenen führten, nicht völlig klar. Unter den zahlreichen Veröffentlichungen zum Fall Baugnez kommt das Buch des Antwerpener Historikers Gerd Cuppens wohl am ehesten der Wahrheit entgegen.

Deshalb legte der GEV das im Jahr 1989 erschienene Buch „Was wirklich geschah” mit den detaillierten und umfangreichen Texten des inzwischen verstorbenen Autors Gerd Cuppens jetzt erneut auf. Die Schilderungen und Schlussfolgerungen des Autors sind unverändert für die Neuauflage übernommen worden, weil sie auf Gesprächen fußen, die Cuppens selbst mit deutschen und amerikanischen Beteiligten des Geschehens von Baugnez geführt hatte.

Die Fotos und die begleitenden Zeitdokumente vervollständigen ebenfalls den Neudruck der vergriffenen ersten Auflage des Buches. Autor Gerd Cuppens hatte sich, wie er im ersten Teil des Buches berichtet, zunächst eher zufällig mit Baugnez befasst, bevor er in den letzten 1970er-Jahren intensiv in Baugnez mit Zeitzeugen sprach und Beteiligte in den USA und in Deutschland aufsuchte.

Professor Dr. Karel Van Isacker von der Universität Antwerpen begleitete die Recherchen des Sprachenlehrers, den die historischen Nachforschungen - wie eine zweite Berufung im Leben - nicht mehr losließen. Er bestätigte dem Autor in einem Vorwort zum Buch akribisch genaue Arbeit, wenn es auch beinahe unmöglich sei, „die ganze historische Wahrheit selbst über Ereignisse jüngeren Datums zu erfahren”.

Gerd J. Cuppens, „Was wirklich geschah Malmedy-Baugnez - 17. Dezember 1944”, Die Kampfgruppe Peiper in den Ardennen, GEV, Neuauflage 168 Seiten, Paperback, 22 x 28 cm, 34 Euro. ISBN 978-3-86712-026-5. Erschienen im Eupener GEV (http://www.gev.be) und ab sofort erhältlich im Buchhandel.
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