Woffelsbach - Warum Floßbau am Rursee der Karriere helfen kann

Warum Floßbau am Rursee der Karriere helfen kann

Von: P. St.
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Das ging daneben: Während der Floßbau an Land für die Teams noch relativ glatt lief, stellten sich beim Fahrtauglichkeitstest auf dem Wasser die ersten Probleme in den Weg. Mehrfach verloren Studentinnen und Unternehmensvertreter gemeinsam die Balance und landeten im Wasser des Rursees. Foto: P.Stollenwerk
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So ist es richtig: Mit dezenten Paddelbewegungen und geringem körperlichen Betätigungsdrang lässt sich das Floß gemütlich schaukeln. Foto: P. Stollenwerk

Woffelsbach. Eine steife Brise zieht über den Rursee. In der Woffelsbacher Bucht kräuseln sich die Wellen, das Wasser ist stahlblau, ein Schwan mit seinen Jungen schaukelt zwischen den Bootsanlegestegen, Schönwetterwolken ziehen über den Stausee und die Wälder des angrenzenden Nationalparks Eifel.

Die Szenerie an diesem Nachmittag ist wie gemalt für einen Besuch am Rurseeufer. Das dachte sich auch der Zweckverband Region Aachen, der Studentinnen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu einem „Recruiting-Event für Frauen“ an den Rursee nach Woffelsbach eingeladen hatte.

Dass der Recruiting-Event (zu Deutsch: Personalbeschaffung) für fast alle Teilnehmerinnen mit einem unplanmäßigen Bad im 15 Grad frischen Wasser enden sollte, dürfte den rund 30 Studentinnen noch nicht bewusst gewesen sein als sie bester Stimmung am Nachmittag per Bus eintrafen, und das in der idyllischen Woffelsbacher Bucht gelegene Nabedi-Camp als Basislager für den anstehenden Floßbau ansteuerten. Der 1996 gegründete Verein Natur bewegt Dich (Nabedi) hat 2014 in Woffelsbach ein Camp mit Blockhäusern bezogen und bietet hier erlebnispädagogische Programme an.

Der Rursee-Recruiting-Event für die Studentinnen der RWTH Aachen verfolgte das Ziel, die jungen Frauen unter ungewöhnlichen Umständen mit sechs regionalen Unternehmen in Kontakt zu bringen. Der Tag am See sollte dazu dienen, sich hautnah kennenzulernen, was ja dann wie oben erwähnt, auch tatsächlich auf unerwartete Weise funktionierte.

Unter dem Motto „Finde Unternehmen aus der Region, die so ticken wie Du“, hatte der Zweckverband Region Aachen, der sich als Schnittstelle für Strukturentwicklung, Bildung, Arbeit und Kultur der Region sieht, die die Studentinnen zur aktiven Teilnahme bewegt. Doch bevor es darum ging, die sechs Unternehmen kennenzulernen, zu erfahren in welchen Branchen diese tätig sind, welche Geschäftsbereiche sie abdecken und welche Karrieremöglichkeiten sich eventuell bieten, stand zunächst einmal der Praxistest beim Floßbau auf dem Programm.

Das Nabedi-Camp hatte Fichtenstangen, Schwimmkörper und Seile zur Verfügung gestellt. Nun galt es für die Teams, daraus ein schwimmfähiges Floß zu bauen. Technisches Wissen, Teamgeist und Kommunikation war unabdingbar, um später nicht baden zu gehen.

Mangel an Nachwuchskräften

„Es geht darum, schon während des Studiums Barrieren abzubauen“, erläutert Mirka Hellemacher vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf, einem Teil des Zweckverbandes Region Aachen, den Sinn der Übung, zumal viele Unternehmen in der Region den Mangel an Nachwuchskräften inzwischen deutlich spürten.

Gezielt wähle man für die Kontaktaufnahme einen außergewöhnlichen Rahmen, der für beide Seiten die Teilnahme attraktiver mache. Zudem sei es eine Besonderheit, dass in der stark Technik-geprägten Region Aachen eine so große Anzahl von MINT-Studentinnen sich an diesem Event beteiligten.

Nach gut einer Stunde waren die ersten Flößer zusammengeknotet, und die Teams wurden von der Badeplattform in der Woffelsbacher Bucht zu Wasser gelassen. Diese Aktion erwies sich dann als echter Balance-Akt, denn es mussten Gleichgewicht und Schwimmkörper beim Hinausfahren auf den See in Einklang gebracht werden. Wer hier nicht wachsam war, kenterte unweigerlich und landete im Wasser. Zum Glück ging es an diesem Tag nicht darum, eine Karriere als Rurseekapitän zu starten, und ein abgetauchtes Brillengestell wurde später wiedergefunden.

Durch die Bekanntschaft mit dem Wasser wurde nicht nur der Spaßfaktor gesteigert, sondern das nasse Element bot auch reichlich Stoff für die Kommunikation beim abschließenden Grillen.

Weitere Termine für die Mint-Studentinnen auf ihrem Weg, den passenden Job zu finden, sind im Herbst geplant – allerdings unter weit weniger spektakulären Umständen.

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