Monschau - Warten auf den Bürgerwindpark

Warten auf den Bürgerwindpark

Von: hes
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Die öffentliche Akzeptanz der geplanten Windparks Münsterwald und Höfen fällt unterschiedlich aus.

Monschau. Es sind nur wenige Kilometer Luftlinie, die den wohl dingfesten Windpark im Roetgener Münsterwald und den geplanten Windpark Höfen trennen. Etwa zehn Anlagen „gemäß aktuellem Stand der Technik“, also mit 140 Meter Nabenhöhe, 60 Meter Rotorlänge und einer Gesamthöhe von 200 Metern, sind in beiden Fällen angedacht, und auch der Standort in einem Waldgebiet eint die Pläne in den benachbarten Eifelkommunen. Die politische und öffentliche Akzeptanz der geplanten Windparks Münsterwald und Höfen aber könnte unterschiedlicher nicht sein.

Denn während in Roetgen Parteien, Naturschützer und eine Bürgerinitiative weiterhin Sturm gegen die von der Stadt Aachen beschlossenen Windpark-Pläne laufen, bedauert man in Monschau, dass sich das Verfahren durch artenschutzrechtliche Prüfung sowie Landschafts- und Naturschutzbelange um einige Monate verzögert hat. Der in früheren Planungen angedachte Baubeginn des Windparks Höfen noch im Jahr 2013 wird nicht zu realisieren sein, „wir hoffen aber, Investor, Anlagentyp und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung im Frühjahr 2014 vorstellen zu können“, sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter jetzt im Monschauer Hauptausschuss. Hier informierte die Verwaltung am Dienstagabend über das Vergabeverfahren für Bau und Betrieb des Windparks links der Kreisstraße 26 von Rohren nach Höfen und empfahl später in nichtöffentlicher Sitzung dem Stadtrat einen Investor.

Bei der Suche nach dem „bestmöglichen Bieter“ hatten in der ersten Stufe 15 Bieter und Bietergemeinschaften ihr Interesse bekundet, von denen zwei aufgrund verspäteter Bewerbung und weitere fünf aufgrund fehlender Grundvoraussetzungen durch das Raster fielen. Von den verbliebenen acht Bieter reichten sieben gemäß einer im Rat beschlossenen Matrix mit den Hauptkriterien „Wirtschaftlichkeit“, „Eignung des Bieters“ und „Wertschöpfung vor Ort“ ihre konkreten Angebote ein, die dann vom Rat sorgfältig bewertet wurden. Anfang November fanden mit den zwei bestbewerteten Bietern Gespräche statt und wurden diese aufgefordert, zeitnah noch einige Detailfragen zu klären. Der Hauptausschuss legte sich nach Informationen unserer Zeitung dann am Dienstag einvernehmlich auf einen Bewerber fest und empfahl diesen dem Rat für seine Sitzung nächsten Dienstag.

Die Bürgermeisterin teilte ergänzend mit, dass die Landschaftsbehörde eine positive Bewertung in Aussicht gestellt habe, nachdem die artenschutzrechtliche Prüfung nur für einen kleinen Teilbereich des Plangebiets Bedenken erbracht hatte. Demnach könnten sich der Rotmilan und ein brütendes Schwarzstorchpärchen durch die wuchtigen Windräder gestört fühlen, für Letztere gilt es, ein Ersatz-Nahrungshabitat aufzubauen, so die Bürgermeisterin. Im nahen Nationalpark sowie im Fuhrtsbachtal wäre es möglich, solche Ausgleichsflächen auszuweisen, wobei die Nationalparkverwaltung das gesamte Projekt Windpark an der Grenze zum Schutzgebiet eher kritisch sieht.

Werner Krickel (Bündnis 90/Grüne) plädierte dafür, im Verfahren als Standort des Windparks künftig vom Höfener Forst statt vom Höfener Wald zu sprechen. „Windpark im Wald hört sich immer so an, als sprächen wir hier von einem alten, schützenswerten Bestand. Tatsächlich aber geht es hier um Fichtenwald, der für die Windkraftanlagen weichen muss, also um forstwirtschaftlich genutzte Flächen, die ohnehin irgendwann abgeerntet werden“, so Krickel.

Nach der Ratsentscheidung kommende Woche geht es Anfang 2014 voraussichtlich mit der Offenlage weiter, und dann wird auch konkret, wie alle Bürger, die die Energiewende als Geldanlage nutzen möchten,sich beteiligen können. Die Stadt Monschau, die gerne vom „Bürger-Windpark Höfen“ spricht, wird so oder so zu den Gewinnern zählen, wie CDU-Sprecher Micha Kreitz frohlockte und auf den vorberatenen Haushalt 2014 verwies: Der unauffällige Haushaltsposten „Produkt 01-111-12" im Bereich Liegenschaften und Gebäudemanagement steige 2014 im Gewinn von 150.000 auf 750.000 Euro, sagte Kreitz und verriet, dass sich dahinter der Windpark Höfen verstecke. Auch deshalb sieht man in Monschau den im Fall Roetgen oft als „Monster“ beschriebenen Windenergieanlagen eher freudig entgegen.

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