Roetgen - Warnung vor Sparbeschluss

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Warnung vor Sparbeschluss

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Schulsanierung Roetgen: Architekt und WFG ratendavon ab, die Entscheidung von SPD und UWG umzusetzen.

Die Verwirrung um das Schicksal der Grundschule in Roetgen ist durch ein gemeinsames Schreiben des Architekten Gerhard Wittfeld und von Dr. Axel Thomas, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion an die Roetgener Gemeinde-Entwicklungs-Gesellschaft (RGEG) nicht gerade geringer geworden.

Wittfeld wie Thomas warnen davor, die Sparvariante, die SPD und UWG in der jüngsten Ratsitzung beschlossen haben, umzusetzen, weil sie die Funktionalität der Schule mindern würde. Die Grundschule und die Offene Ganztagsschule könnten nicht „zu einer funktionalen Einheit zusammenwachsen”. Dies widerstrebe einer „zukunftsorientierten Schulgestaltung”.

Zitat aus dem Schreiben an die RGEG vom 5. Mai: „Dieses Manko wird Generationen von Schülern zum Nachteil gereichen.” Die Trennung der beiden Gebäudeteile sei „nicht revidierbar” und Schüler wie Lehrer seien bei jedem Wetter gezwungen, den Weg zum Neubau durch die alte Aula und über den Schulhof zu nehmen.

Diese und andere Nachteile haben Wittfeld und Thomas auf vier DIN-A4-Seiten dargelegt und raten von dieser Variante ab, die die Gemeinde etwa 172000 Euro kosten würde. Für 60.000 Euro mehr, also für 232.000 Euro, sei bei der Einigung auf eine andere Variante unter anderem mehr Funktionalität zu haben.

Pikant wird die Angelegenheit auch deshalb, weil die beschlossene Sparvariante wohl dermaßen drastische Einschnitte vorsieht, dass die Kommunalaufsicht darin keine Investitionen, sondern nurmehr Renovierungsarbeiten sieht, die nicht mit langfristigen Krediten, sondern aus dem Dispo der Gemeinde finanziert werden müssen.

Das hat vor allem auch bilanztechnische Konsequenzen. Gemeindekämmerer Heinz Mertens fasste seine Erläuterungen in exakt zwei Worte: „Kein Kommentar!”

Hinter verschlossenen Türen

Am 13. Mai tagt die RGEG, natürlich hinter verschlossenen Türen, um sich mit der SPD/UWG-Sparvariante auseinanderzusetzen. Die Fronten sind dabei klar abgegrenzt. Die Verwaltung ist bereit, jeden Betrag draufzusatteln, um endlich zu einem Ende zu kommen. Das wäre auch der Schulleitung am liebsten, die noch vor dem nächsten Winter aus den Containern ins Schulgebäude umziehen will.

CDU und Grüne möchten das Thema gerne geräuschlos vom Tisch bekommen und die rot-violette Ratsmehrheit will „die Partie endlich abbrechen, gerade wegen der Kinder”, wie aus deren Reihen am Freitag verlautete, denn die Informationen des Architekten und des Projektsteuerers hätten erneut nicht für Klarheit gesorgt, das interfraktionelle Gespräch am Donnerstag sei im Prinzip für die Katz gewesen. Eine Schlammschlacht unter juristischer Beteiligung wird nicht mehr ausgeschlossen.
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