Wanderausstellung: Was passiert im Bundestag?

Von: hes
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Wer diese Woche das Rathaus in Monschau besucht, wird im Foyer von der Wanderausstellung Deutscher Bundestag empfangen. Am Montag wurde die auf Initiative des Abgeordneten Helmut Brandt (hinten, 5. v. re.) in die Eifel gekommene Dokumentation offiziell eröffnet. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Nur diese Woche haben interessierte Bürger und vor allem auch Schulklassen aus der gesamten Nordeifel die Gelegenheit, eine hochinteressante und viel besuchte Ausstellung quasi vor der eigenen Haustür zu erleben. Im Monschauer Rathaus gastiert bis einschließlich Freitag, 21. Juni, die Wanderausstellung Deutscher Bundestag, die in fünf Themenbereichen die Geschichte und Gegenwart unseres Parlamentes dokumentiert.

Es war ein geschichtsträchtiges Datum, als Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter am Montag ein Dutzend Gäste zur Eröffnung der Ausstellung im Foyer des Rathauses begrüßte: Der 17. Juni war einst der Tag der deutschen Einheit und wird heute noch als Gedenktag an den niedergeschlagenen Volksaufstand in der DDR begangen. „Dieses historische Datum erinnert uns heute an die Verpflichtung, in Länder zu schauen, wo Menschen und Demokratie unterdrückt werden“, sagte Ratsherr Roland Krökel, der für die SPD der Ausstellungseröffnung beiwohnte.

„Und die Ausstellung über die Geschichte des Bundestages zeigt ein Stück weit auch die Geschichte der Demokratie in Deutschland“, ergänzte der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt, auf dessen Initiative die Ausstellung nach Monschau gekommen ist. Jeder Abgeordnete hat die Möglichkeit, die Ausstellung für eine Woche in seinem Wahlkreis zu buchen, und Brandt war es „ein Bedürfnis, diese interessante Dokumentation auch den Menschen im Südkreis zu zeigen“. Und dafür sei „die schönste Stadt in meinem Wahlkreis der ideale Ort“, sagte Brandt zur Freude der Anwesenden.

Ausdrücklich betonte der Abgeordnete, dass die Wanderausstellung „natürlich politisch, aber parteipolitisch neutral“ sei. Aus diesem Grunde werde die Ausstellung auch nach einer weiteren Station in Leipzig kommende Woche für einige Monate pausieren, um nicht Gefahr zu laufen, Einfluss auf die Bundestagswahl in drei Monaten nehmen zu wollen.

Intention der Ausstellung, die in dieser oder ähnlicher Form seit der Einheit durch das Land tourt, ist es, „in einer Zeit von Wahlmüdigkeit, Politikverdrossenheit und Unzufriedenheit mit den Parteien, die Bürger, vor allem auch junge Menschen für die Demokratie und unser vielschichtiges Parteiensystem zu begeistern“, erläuterte Initiator Helmut Brandt.

Schwer zu begeistern

Brandt zeigte anhand eines politischen Instrumentariums auf, wie schwer es heute sei, Menschen für politisches Geschehen zu begeistern: „Selbst eine Volks-Abstimmung, wie sie derzeit für viele politische Entscheidungen gefordert wird, ist kein Allheilmittel. Wenn selbst bei einem so bewegenden Thema wie Stuttgart 21 nur 48 Prozent der Bürger sich beteiligen, zeigt dies, wie schwer es ist, das Interesse der Bürger zu wecken.“

Dies soll nun auch mittels der Ausstellung gelingen. Auf 20 Schautafeln werden in den fünf Themenbereichen Geschichte, Organe und Aufbau, Pflichten und Rechte der Parlamentarier, Alltag eines Abgeordneten und Internationale Zusammenarbeit (Austauschprogramme) wesentliche Informationen über den Deutschen Bundestag vermittelt. Das Angebot für die Besucherinnen und Besucher umfasst auch eine Vielzahl von Informationsmaterialien zur kostenlosen Mitnahme.

Auf zwei Computerterminals können auch Filme und der Internetauftritt des Deutschen Bundestages angeschaut werden. „Der wesentlichste Vorteil dieser Ausstellung gegenüber einer Webseite oder Buch und Broschüre ist aber die Betreuung durch eine Mitarbeiterin des Deutschen Bundestages“, freute sich die Bürgermeisterin, dass die Historikerin Anna Pulcher für die gesamte Dauer der Ausstellung in Monschau zugegen sein wird.

„Sie gibt Antworten auf alle Fragen“, so Margareta Ritter. Somit gebe die Ausstellung auch Antworten auf Fragen wie: Warum ist das Parlament immer so leer? Was machen die Abgeordneten eigentlich den ganzen Tag, wenn sie nicht im Plenarsaal sind? „Die Arbeit eines Abgeordneten ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Und da möchten wir etwas Klarheit schaffen“, sagte Anna Pulcher.

Geöffnet ist die Ausstellung zu den Rathausöffnungszeiten, also montags bis mittwochs von 8.30 bis 12.15 Uhr und 14 bis 15.30 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 12.15 Uhr und 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr.

Schon vor Ausstellungsreöffnung hatten sich sechs Schulklassen für eine moderierte Besichtigung angemeldet, weitere interessierte Schulen können dies kurzfristig für den Rest der Woche im Büro von Helmut Brandt unter 02404-557830 oder auch bei der Stadt Monschau.

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