Walter Heinrichs hätte gerne den Raab geschlagen

Von: Heiner Schepp
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Simmerath/Köln. „Ich heiße Walter Heinrichs, komme aus der tiefsten Eifel, und das einzige Auto da draußen mit Schnee auf dem Dach ist meins.” Der 41-jährige Schlossermeister aus Simmerath bewies durchaus Entertainer-Qualitäten, als er nun in Köln zum Casting für die beliebte TV-Show „Schlag den Raab” antrat.

Unter 900 Bewerbern für das erste Casting 2011 schaffte „Waldi” es dann auch zunächst in die Vorausscheidung und sogar unter die letzten 16. Der Sprung in die quotenstarke Abendsendung von Pro7 glückte Walter Heinrichs dann aber leider nicht.

„Schlag den Raab - das ist wie ein Abenteuerspielplatz für große Jungs”, beschreibt der 41-Jährige seine Motivation, es mit Deutschlands derzeit präsentestem Fernsehmoderator aufnehmen zu wollen. Und so reifte in Walter Heirichs der Entschluss, sich einfach mal als Herausforderer zu bewerben, was zunächst via Internet abläuft.

„Man kann ja googlen...”

„Da musste man ein paar Fragen beantworten, was aber Pille-Palle ist, weil man ja die Antworten am heimischen PC googeln kann”, war die erste Hürde für den Schmied keine wirkliche. Viel wichtiger war eine kleine persönliche Bewerbung, in der man sich selbst und seine Beweggründe für die Teilnahme schildern und der Castingagentur zuschicken musste.

Einen Tag vor Silvester bekam Walter Heinrichs Post von der Mediabolo TV Casting GmbH. „Herzlichen Glückwunsch! Sie wurden aus mehreren Zehntausend Bewerbern ausgewählt und nehmen an unserem nächsten Casting für das TV-Format ,Schlag den Raab teil. Ihrer Chance auf den Gewinn von derzeit 500.000 Euro sind Sie damit ein ganzes Stück näher gekommen.”

Das Casting fand dann am vergangenen Freitag in den Räumen und Hallen am Rhein-Energie-Stadion in Köln statt. 70 Bewerber, darunter auch drei Frauen, waren aus ganz Deutschland für das rund fünfstündige Auswahlverfahren angereist. „Es herrschte eine sehr freundschaftliche Atmosphäre unter den Bewerbern”, erzählt Heinrichs, der dann zunächst zum Wissenstest ran musste: 50 Fragen zu allen Bereichen galt es in nur zehn Minuten zu beantworten.

Viele knifflige Fragen

„Da waren schon knifflige Fragen dabei. Und vor allem musste man alles korrekt schreiben, sonst galt die Antwort als falsch”, wusste der 41-Jährige zwar, dass die Zukünftige von Prinz William Kate Middleton heißt, aber nicht genau, wie man die Dame schreibt. Die Fragen reichten von Fußball (Wer ist Letzter in der Bundesliga?) bis Fernsehen (Wo findet der Song Contest 2011 statt?), von wichtigem Wissen (Wann begann der zweite Weltkrieg?) bis Halbwissen (Wer moderiert das Dschungel Camp?) und von leicht (Wer ist Bundespräsident der BRD?) bis schwer (Wie heißt der englische Premierminister?).

Nach kurzer Pause ging es dann in die Turnhalle, wo ein Circle-Parcours aufgebaut war und sich jeweils zwei Kandidaten von halbwegs gleichem Alter und ähnlicher Statur abwechselten und gegenseitig die Wiederholungen zählten.

„Waldi”, viele Jahre Torwart beim TuS Mützenich, heute aber eher im Kraftsport unterwegs, gab dann beim Seilchenspringen, Kurzstreckenlauf, Springen und beim „Klappmesser” eine ganz gute Figur ab, glaubt aber nicht, dass die Zahl der Wiederholungen wirklich entscheidend war: „Da liefen Leute von der Castingfirma herum und beobachteten nur, ob man sich auch quält und wirklich sein Letztes gibt.” Die meisten gaben auch ihr Letztes und waren wie der Mann aus der Eifel anschließend „fix und alle”.

Der Bewerberkreis war inzwischen geschrumpft, als es in den dritten und letzten Teil der Prüfung, die Abteilung „Entertainment” ging. Ganze 30 Sekunden hatte Walter Heinrichs Zeit, um sich der versammelten Kandidaten- und Casting-Meute vorzustellen. Er erzählte, wo er herkommt, dass es dort seit kurzem Strom gibt und vom besagten Auto mit Schneelast.

„Du bist ein Supertyp”

Auch seinen Weltrekord im Hufeisen-Schmieden packte er die halbe Minute und erfuhr anschließend: „Du bist ein Supertyp und ein witziger Bursche. Heute gab es aber ein Dutzend Leute, die noch ein wenig besser waren.”

„Damit kann ich leben”, sagt Walter Heinrichs und schließt nicht aus, dass er demnächst einen zweiten Anlauf unternimmt. „Jetzt weiß ich ja, wie man Kate Middleton schreibt...”
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