Wallfahrt nach Hollerath: Pilger brechen zum 150. Mal auf

Von: fm
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Im letzten Jahr konnte Franz Henn wieder viele Stammpilger in Kleinfrankreich zur Wallfahrt nach Hollerath begrüßen. Foto: Privat

Kalterherberg. Die Wallfahrt nach Hollerath zur Verehrung des heiligen Bernhardus hat in Kalterherberg eine lange Tradition. Seit 1862 ziehen Pilgergruppen aus der Pfarre Stankt Lambertus nach Hollerath. Wenn sich die Pilgergruppe am Sonntag um 7 Uhr nach dem Pilgersegen in Kleinfrankreich am Haus Heinen wieder auf den 23 Kilometer langen Weg macht, brechen zum 150. Mal Pilger aus Kalterherberg nach Hollerath auf.

Die Pilger kommen nach dem gemeinsamen Besuch der Hollerather Kirche mit dem früheren Pfarrer Friedrich Hack, der aus Hollerath stammt, noch am gleichen Tag wieder nach Kalterherberg zurück. Sie werden gegen 19 Uhr in der Malmedyer Straße abgeholt und zur Kirche begleitet. Mit dem sakramentalen Segen im Eifeldom schließt die Wallfahrt.

Um die Organisation und Vorbereitung der Wallfahrt kümmert sich seit 1862 ein Brudermeister. Er lädt die Pilger zur Wallfahrt ein und begleitet sie auf ihrem langen Weg nach Hollerath und zurück. In einem Brief, den der damalige Brudermeister Johann Hermanns am 25.3.1962 an den Pfarrer Karl Frings in Hollerath aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Wallfahrt gerichtet hat, geht hervor, wer bis dahin als Brudermeister tätig gewesen ist. Erster Brudermeister war Heinrich Alt. Ihm folgten nacheinander Matthias Conrads, Johann Paulus und schließlich Johann Hermanns. Von ihm übernahm Adolf Alt diese Aufgabe.

Seit zwölf Jahren kümmert sich Franz Henn als Brudermeister um die Pilger. Er pilgert am Sonntag zum 50. Mal mit der Pilgergruppe zum heiligen Bernhardus.

Johann Hermanns kam 1962 mit Pfarrer Schlömer überein, aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums zusätzlich einen Bus nach Hollerath einzusetzen. Ältere Leute und Kranke sollten die Möglichkeit haben, auch an der Jubiläumswallfahrt teilzunehmen. Aus dem Briefwechsel von Johann Hermanns mit Pfarrer Karl Frings und aus der Dorfchronik lassen sich wichtige Stationen der Wallfahrt nachvollziehen.

1878 hat Pfarrer Arnoldy die Bernhardusquelle gesegnet, an dem die Pilger damals immer Mittagsrast hielten. An dieser Wallfahrt sollen über 200 Pilger teilgenommen haben. In den Folgejahren beteiligten sich immer über 100 Pilger an der Wallfahrt.

In der Nazizeit zwangen die Umstände dazu, die jährliche Wallfahrt vorübergehend zu unterbrechen. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zogen spätestens seit 1948 wieder Pilger nach Hollerath. Den Weg an der Bernhardusquelle vorbei konnten sie nicht mehr nehmen. Die Waldarbeiter warnten vor der Minengefahr. Die Pilger zogen seitdem auf einem anderen Weg zum heiligen Bernhardus. Dier Quelle geriet in Vergessenheit.

Brudermeister Franz Henn versuchte im Verein mit einigen treuen Mitpilgern vergeblich, die Lage der Quelle ausfindig zu machen. Norbert Jansen vom Ruitzhof, der in den letzten Jahren mit den Pilgern zum Heiligen Bernhardus gezogen ist, ließ das nicht ruhen. Er begab sich auf Spurensuche und wurde fündig. Dank seiner Fleißarbeit konnte die Bernhardusquelle unlängst in der Gemarkung Rocherath wiederentdeckt werden.

Der heutige Pilgerweg führt etwa 300 Meter an der Quelle vorbei. Die Quelle liegt heute in einer Fichtenschonung. Die Quelle selber ist lange Zeit in Fischteiche abgeleitet worden. Das gesamte Gelände ist von den Besitzern eingezäunt worden. Deshalb wird die Pilgerroute auch in den nächsten Jahren nicht mehr unmittelbar an der Quelle vorbeiführen und nicht wieder als Rastplatz genutzt.

In Hollerath wollen es die Pilger diesmal nicht allein beim Gebet in der Kirche und der anschließenden großen Pause belassen. Franz Henn wird anlässlich des runden Jubiläums aus der Chronik vorlesen und Norbert Jansen berichtet über seine Recherchen zur Bernhardusquelle.

Um den Fortbestand der Wallfahrt macht sich Franz Henn keine Sorgen. Regelmäßig nehmen im August um die 35 Stammpilger an der Wallfahrt teil.
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