Wahnsinnssumme: Der „singende Hirte” macht seine Gäste sprachlos

Von: ho
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Rekordergebnis für krebskranke Kinder: 61.350 Euro hat Reiner Jakobs als singender Hirte in der Landschaftskrippe der Höfener Kirche ersungen. Mit seinem Helferteam und Professor Dr. Rolf Mertens, Chefarzt der Kinderkrebsstation des Aachener Klinikums, nahm er dafür beim Festakt reichlich Applaus entgegen. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Höfen. Das ist ein neuer Rekord: 61.350 Euro hat Reiner Jakobs als „singender Hirte” mit seiner Landschaftskrippe in der Höfener Kirche eingespielt – als Hilfe für krebskranke Kinder, die im Aachener Klinikum behandelt und betreut werden.

Rund 150 Gäste erlebten am Sonntagnachmittag in der Höfener Kirche einen kleinen Festakt, der feierlich mit getragener Blasmusik eingeleitet wurde. Als Reiner Jakobs dann mit und mit das Spendenplakat enthüllte, schallte bei Erblicken der Wahnsinnssumme ein langgezogenes und allgemeines „Ooh“ durch den Kirchenraum, in das auch Professor Dr. Rolf Mertens, Chefarzt der Kinderkrebsstation des Aachener Klinikums, einstimmte. Da passte auch das von Reiner Jakobs vor Beginn der Zeremonie mit Gitarre, Mundharmonika und Panflöte vorgetragene „Großer Gott wir loben Dich“ voll ins Bild.

Der 74-jährige singende Hirte und uneigennützige Krippenbauer, der sich einmal mehr in den Dienst der guten Sache stellte, konnte mit der sagenhaften Spendensumme von 61.350 Euro das letztjährige Ergebnis (gut 45.000 Euro) nochmals um über 16.000 Euro toppen, was zuvor sicher niemand für möglich gehalten hatte.

Vom 6. Dezember an war Reiner Jacobs als singender Hirte mit Felljacke und Schäferhut in der Landschaftskrippe täglich von 10 bis 18 Uhr gesanglich im Einsatz. Statistisch gesehen kamen hier 58 Tage mit über 460 Stunden ehrenamtlichem Engagement zusammen, wobei stündlich über 130 Euro in die Spendenkasse flossen. Dass Krippe und Hirte dabei über 10.000 Besucher anlockten, die den singenden Höfener Hirten hören und die einmalige Landschaftskrippe sehen wollten, ist sicher auch beachtenswert.

Wobei Reiner Jakobs in seiner bescheidenen Art zur Errichtung des 30 Meter breiten landschaftlichen Gesamtkunstwerks mit 60 selbst gemachten Schafen und einigen Zentnern Flusskieseln auch auf sein Helferteam hinweist. Franz und Engelbert Roder, Erich Jakobs, Klaus Schülter, Rudi Rader, Günter Below und Georg Hoppe sind für den Aufbau unersetzlich.

Professor Dr. Mertens, dem es aufgrund der Spendensumme zunächst die Sprache verschlug, hielt fest: „Es ist wirklich einmalig, was Reiner Jakobs hier geschafft hat.“

Zur Verwendung der Spendensumme, die wieder für die Arbeit des Fördervereins „Hilfe für krebskranke Kinder“ im Klinikum der RWTH Aachen bestimmt ist, erläuterte Mertens zu Beginn, dass man 90 Prozent aller Kinder heilen könne. Wichtig sei aber auch für die anderen kleinen Patienten, dass sie in der sogenannten Endphase gut betreut werden. Mit aller Deutlichkeit wies der Chefarzt der Aachener Kinderkrebsstation darauf hin, dass es wichtig für Eltern, Geschwister und andere Angehörige sei, sich zu Hause von ihren todkranken Kindern zu verabschieden.

Daneben sei eine möglichst angenehme Krankenhausatmosphäre äußerst wichtig. Hierzu gehöre im Aachener Klinikum auch ein großer Spielplatz. „Die Spendengelder bringen also nachhaltige Früchte“, konstatierte Mertens, der zu Reiner Jakobs dann noch anmerkte: „Das ist eine Wahnsinnssumme, die Reiner Jakobs da ersungen hat. Und dann nach zwei Monaten noch solch eine Stimme.“

Mit dem Lied „Kommet ihr Hirten“ beendete die Bläsergruppe den kleinen Festakt in der Höfener Kirche überaus passend.

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