Nordeifel - Wahl bei Gemeinschaft der Gemeinden: Nicht überall fanden sich Kandidaten

Wahl bei Gemeinschaft der Gemeinden: Nicht überall fanden sich Kandidaten

Von: Peter Stollenwerk
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Auch Pastor Michael Stoffels, der Leiter der GdG Simmerath, hofft, dass bei den Wahlen zum GdG-Rat am Wochenende durch eine hohe Beteiligung das ehrenamtliche Engagement vor Ort gewürdigt wird. Mit flotten Sprüchen (kleines Bild) wirbt das Bistum für die GdG- und Pfarreirat-Wahlen. Foto: P. Stollenwerk
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Neue Aufgaben sieht Georg Nilles, Pastoralreferent in der GdG Monschau, in Zukunft auf die GdG-Vertreter zukommen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. „Hier staubt‘s. Kirche am Ort ist im Umbruch“, ist auf den eigentlich gar nicht an kirchliche Botschaften erinnernden, flott gestalteten Plakaten zu lesen, die mancherorts für die am Wochenende stattfindenden Wahlen zu den GdG-Räten und Pfarreiräten die Werbetrommel rühren.

Im Bistum Aachen sind die Katholiken am kommenden Wochenende, 11. und 12. November, zu den alle vier Jahre stattfindenden Wahlen aufgerufen.

Über 900.000 Erwachsene und Jugendliche (wahlrechtigt ist man ab 14 Jahren) können im Bistum Aachen ihre Stimme abgeben. In den GdGs Monschau und Simmerath sind zusammen knapp 17.000 Katholiken wahlberechtigt.

Das Motto „Hier staubt‘s. Kirche am Ort ist im Umbruch“ soll die Aufgaben, die auf die Räte zukommen, verdeutlichen: „Auch künftig brauchen wir einladende Orte für die Menschen“, sagt Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Leiter der Hauptabteilung Pastoral beim Bistum.

Zweite Wahl des GdG-Rats

Der Rat der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG-Rat) wird im Bistum Aachen zum zweiten Mal gewählt. Im Jahre 2020 sollen zum Ende von zwei Amtsperioden die Erfahrungen mit dieser neuen Form des Laienapostolats überprüft und bei Bedarf den Gegebenheiten der Kirche am Ort angepasst werden. Der GdG-Rat ist das oberste beschlussfassende Organ für die pastoralen Aufgaben in den 71 GdGs des Bistums. In ihm arbeiten Priester und Laien, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter zusammen mit dem Ziel, die vielfältigen Aufgaben der Gemeinschaft in Zeiten des Um- und Aufbruchs zu gestalten.

Neben dem GdG-Rat werden in den Pfarreien und Gemeinden zudem Pfarrei- und Gemeinderäte gewählt. Die Wahllokale sind in Kirchen und Pfarrheimen eingerichtet. „Die Kirche hat über die Jahrhunderte immer ihr Gesicht verändert und sich neuen Herausforderungen gestellt. Mit der Wahl der Räte wird die engagierte Zusammenarbeit am Ort weiter gesichert“, ruft Pfarrer Rolf-Peter Cremer alle Stimmberechtigten dazu auf, in den einzelnen Pfarreien die pastorale Zukunft mitzugestalten.

Auch in der Nordeifel wird am Wochenende gewählt, und ein wenig Werbung könnten die GdG-Wahlen noch vertragen, denn erfahrungsgemäß liegt die Wahlbeteilung bei bescheidenen 10 Prozent.

In der GdG Monschau sind 7841 Katholiken über 14 Jahre zur GdG-Wahl aufgerufen. Insgesamt sind im Stadtgebiet Monschau 8895 Katholiken gemeldet. Jede Pfarre entsendet drei Delegierte in den GdG-Rat. Gleichzeitig werden am Wochenende auch die einzelnen Pfarreiräte gewählt, die aus bis zu acht Mitgliedern bestehen können.

Die Kandidatensuche in den einzelnen Pfarreien war nicht überall unproblematisch. So fehlte es in Mützenich an Bewerbern für den Pfarreirat, so dass dieser nicht gebildet werden kann. Lediglich drei Kandidaten für den GdG-Rat konnten gefunden werden. Überhaupt ist in der Regel die Zahl der Kandidaten identisch mit der Zahl der zu wählenden Ratsmitglieder.

„Die GdG- und Pfarreiräte sind wichtige Gremien, um das pastorale und religiöse Geschehen vor Ort mitzugestalten“, betont Pastoralreferent Georg Nilles die Bedeutung der Wahlen. Für die GdG Monschau habe man eine Ausnahmegenehmigung beantragt, dass an zwei Wochenenden gewählt werden kann.

Die Mitwirkung von Ehrenamtlern an pastoralen Entscheidungen werde immer mehr in die Verantwortung der Räte vor Ort gelegt. „Zunehmend wird der GdG-Rat auch in Leitungsaufgaben eingebunden werden“, sieht Nilles weitere Verantwortung auf die Gremien zukommen.

Ehrenamt wird noch wichtiger

Die wachsende Fülle der Aufgaben der ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter rückt auch Pastor Michael Stoffels, Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Selige Helena Stollenwerk Simmerath, vor der GdG-Wahl in den Blickpunkt. Das Leben der Kirche werde sich in den kommenden Jahren weiter verändern, schreibt der Seelsorger im jüngsten Pfarrbrief.

Ehrenamtliches Engagement werde immer wichtiger. „Dabei geht es nicht nur darum, Aktivitäten in den einzelnen Gemeinden zu sichern, sondern auch darum, die Freude des Glaubens zu teilen“, betont Stoffels, der die Wahlberechtigten zur Stimmabgabe aufruft, auch als Zeichen der Wertschätzung für die geleistete ehrenamtliche Arbeit.

Auch in der GdG Simmerath ist es in einem Falle nicht gelungen, einen Pfarreirat zu bilden. Mangels Bereitschaft von Kandidaten kann in Kesternich kein Pfarreirat gebildet werden. Später soll aber ein Vertreter aus der Pfarre Kesternich nachträglich in den GdG-Rat berufen werden.

Aber Michael Stoffels sieht auch erfreuliche Tendenzen. So hätten sich auch einige junge Leute bereit erklärt, durch ihre Kandidatur Verantwortung zu übernehmen.

Am 20. November werden die Wahlvorstände der einzelnen Pfarreien in einer Zusammenkunft ihre Wahlergebnisse bekanntgeben. Noch im Dezember sollen dann die konstituierenden Sitzungen der neu gewählten Gremien stattfinden.

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