Wagner-Gala: Stimmen erobern die Herzen der Zuschauer

Von: Anneliese Lauscher
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In freudiger Erwartung vor dem Auftakt: Bürgermeisterin Margareta Ritter begrüßte alle Musikfreunde und rund 150 Ehrengäste der Stadt Monschau vor der Wagner-Gala. Foto: A. Lauscher

Monschau. Margareta Ritter, die Bürgermeisterin der Stadt Monschau, eröffnete am Samstagabend die 14. Festspiele der Monschau-Klassik. Vor vielen erwartungsvollen Gästen versprach sie eine „wundervolle Wagner-Gala“ – und Juri Gilbo mit der Russischen Kammerphilharmonie sowie glänzende Solisten machten das Versprechen wahr.

Die Bürgermeisterin begrüßte zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen die Landesdirektorin des Landschaftsverbands Rheinland, Ulrike Lubek, den Städteregionsrat Helmut Etschenberg, die Landräte Günter Rosenke aus Euskirchen und Heinz-Peter Thiel aus Daun und die Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius und Axel Wirtz, Mitglied des Landtags. Ihr besonderer Gruß galt den Sponsoren, ohne deren Unterstützung und Kulturengagement die Monschau-Klassik im derzeitigen Rahmen nicht möglich wäre. Spontanen Beifall gab es, als sie den Ideenreichtum und die Aktivitäten der beiden „Macher“ der Monschau-Klassik hervorhob, Dorit Schlieper und Helmut Lanio von der Unternehmensgruppe Weiss.

„Seien Sie nicht enttäuscht, dass sich die Wagner-Gala am heutigen Abend nicht vor ausverkauften, gefüllten Tribünenrängen präsentiert. Wir haben dies ganz bewusst in Kauf genommen, weil wir den künstlerischen Anspruch und die Würdigung des 200. Geburtsjahres Richard Wagners nicht kommerziellen Erwägungen unterwerfen wollten“, sagte Margareta Ritter. Tatsächlich waren auf der Seitentribüne einige Plätze frei geblieben. Jedenfalls stellten die Besucher mit Erleichterung fest, dass keine Regencapes benötigt wurden, man durfte an einem lauen Sommerabend der einzigartigen Musik Wagners lauschen.

Die Sopranistin Barbara Krieger eroberte die Herzen der Zuhörer; gleich bei ihrem ersten Auftritt mit „Elsas Traum“ aus Lohengrin überzeugte sie mit starker Ausstrahlung und einem gefühlvollen, sinnlichen Vortrag. „Will er Gemahl mich heißen, geb ich ihm, was ich bin“ – hier erreichte sie mit ihrer wunderschönen Stimme klar und leidenschaftlich die Höhe.

Nach „Sei mir gegrüßt“ gab es kein Halten, stürmische Bravo-Rufe belohnten die Künstlerin für ihren Vortrag, in Harmonie mit dem glänzenden Orchester. Romantisch und zu Herzen gehend gelang ihr Duett mit dem Tenor Jeffrey Dowd „Das süße Lied verhallt“. Hier lernte man einen Lohengrin kennen, der mit zärtlicher Hingabe und inniger Freude seine Braut umwirbt.

Fantasie des Komponisten gefolgt

Christian Tschelebiew gewann alle Aufmerksamkeit mit seinem voll tönenden Bass. In „Das schöne Fest“ besang er wortreich und ausdrucksstark die Kunst des Singens, es wurde ein melodiöser Vortrag; „ein jeder freut sich, wie er mag“, dem konnte das Publikum folgen!

Juri Gilbo, der Dirigent, und sein Orchester, waren bereit, alles zu geben bis zur Erschöpfung. Richard Wagner forderte ihnen einiges ab: Verspielte Streicher, gewaltig klingende Blechbläser, schmetternde Hörner, munter hüpfende Holzbläser und Flöten, dann eine lieblich-einschmeichelnde Harfe – der Fantasie des Komponisten folgten die Musiker hingebungsvoll.

Und Barbara Krieger sang und strahlte und riss das Publikum immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin; eine Zugabe wurde mit Rufen, Klatschen und Trampeln gefordert. Die Wagner-Fans gingen zufrieden nach Hause – und mancher Besucher dürfte nun zum Wagner-Freund geworden sein.

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