Vossenacker Pfarre investiert in Fürsorge für alte Menschen

Von: Stephan Johnen
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„Bis zum Winter steht der Rohbau des Erweiterungsbaus”, sagt Helmut Rüttgers, Leiter des Geschwister-Louis-Hauses. Foto: Johnen

Vossenack. Baukräne vor Eifel-Panorama: Hubert Schumacher genießt den Ausblick. Seitdem im Garten des Geschwister-Louis-Hauses die Zementmischer rotieren, ist der Bewohner des Seniorenzentrums so etwas wie der inoffizielle Bauleiter.

Jeden Tag inspiziert der ehemalige Bauarbeiter den Fortschritt, erklärt Vorgehensweisen, erläutert die einzelnen Arbeitsschritte. „Bis zum Winter soll der Rohbau stehen”, schätzt Heimleiter Helmut Rüttgers.

Von Hubert Schumacher kommt kein Einwand. Vor drei Wochen haben die Arbeiten am Erweiterungsbau des Seniorenzentrums begonnen - alles liegt bislang im Zeitplan. Einweihung soll im Sommer 2011 gefeiert werden.

Wohngruppe für Demenzkranke

Die Pfarrgemeinde St. Josef Vossenack investiert als Träger der Einrichtung zwei Millionen Euro. Der Anbau bietet Platz für eine sogenannte „beschützte Wohngruppe für Demenzkranke”. „So können die Bewohner den bei Demenzerkrankungen typischen Bewegungsdrang ohne Einschränkungen ausleben”, sagt Rüttgers. Auch die Gartenanlage soll erweitert werden. Sie bietet gleichzeitig Platz für Spaziergänge, ist aber so angelegt, dass ein Bewohner das Gelände nicht ohne Begleitung verlassen kann.

Mit den Planungen wurde vor zwei Jahren begonnen, als ein 4000 Quadratmeter großes Nachbargrundstück zum Verkauf stand. Um den Vorgaben des Landespflegegesetzes zu entsprechen, muss das Heim künftig die Zahl der Einzelzimmer auf mindestens 80 Prozent erhöhen. Im alten Haus sei dies aus Platzgründen nur unter Abbau von Pflegeplätzen möglich gewesen.

Der Ankauf des benachbarten Grundstücks ermöglichte einen Anbau, in dem neue, komfortable Zimmer einer Wohngruppe Raum finden. Die 76 bisherigen Pflegeplätze bleiben erhalten; die Einzelzimmerquote liegt künftig bei 90 Prozent. Im ersten Geschoss des Neubaus wird ein Multifunktionsraum eingerichtet, der Platz für Feiern und Veranstaltungen bietet. Bisher gab es dafür nur eine Cafeteria, die schnell an ihre Grenzen stieß, sagt Rüttgers.

„Mit dieser Investition wird die Zukunft der Einrichtung gesichert”, ist der Heimleiter überzeugt. Die Nachfrage nach beschütztem Wohnen übersteige das Angebot. Etwa ein Drittel des zugekauften Grundstücks wird bebaut, ein Drittel wird zur Grünanlage umfunktioniert und ein Drittel bleibt vorerst frei - für potenzielle Erweiterungsbauten. Helmut Rüttgers kann sich beispielsweise vorstellen, das Angebot einer Art betreuter Senioren-Wohngemeinschaft auszubauen. „Das schließt die Lücke zwischen betreutem Wohnen in den eigenen vier Wänden und einer stationären Pflege”, sagt er. Ziel müsse es sein, die Selbstständigkeit der Menschen so lange wie möglich zu erhalten. „Eine Gemeinde, die darauf achtet, gewinnt an Attraktivität”, ist er überzeugt.

Den „Standort” Vossenack sieht Rüttgers gut gerüstet: Es gebe zum einen die Natur direkt in der Nachbarschaft, aber auch ein funktionierendes Gemeinwesen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und einen guten Anschluss an den Personennahverkehr. „Bei vielen manchen unserer Bewohner sind die Kinder in die Gemeinde nachgezogen”, sagt Rüttgers.

100 Mitarbeiter und 76 Pflegeplätze

Geschwister-Louis-Haus der Kirchengemeinde St. Josef Vossenack arbeiten derzeit auf umgerechnet 50 Vollzeitstellen verteilt 100 Mitarbeiter. Das Haus verfügt über 76 Pflegeplätze.

Das Seniorenheim wurde bei der Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen mit der Gesamtnote „sehr gut” bewertet. Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht diese Überprüfungen vor.<7i>
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