Vor dem Saisonstart: Das Phänomen „Lust auf Alemannia”

Von: Hans-Peter Leisten
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Noch ziert „Klömpchenklub”
Noch ziert „Klömpchenklub” die Trikots: Thomas Korr ist optimistisch, dass noch ein Hauptsponsor gefunden wird. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wirklich erklären kann sie kaum jemand, aber zu leugnen ist sie nicht: Es gibt so etwas wie eine neue „Lust auf Alemannia”. Und das nach dem Abstieg, nach zahllosen Enttäuschungen. Zahlen belegen dieses neue Gefühl: Über 10.000 Zuschauer beim Testspiel gegen den 1. FC Köln, die Zahl der verkauften Dauerkarten nähert sich der 6000er-Marke.

Der Verein hat sich geschüttelt, alles analysiert und neu aufgestellt. Thomas Korr geht jetzt in sein elftes Jahr als Angestellter der Alemannia. Als Fachbereichsleiter Sponsoring und Vertrieb arbeitet er an einer Stelle, die so etwas wie ein extrem wichtiger Seismograph der Stimmung ist. Denn es geht ums Geld. Auch Thomas Korr benutzt den Ausdruck „Lust auf Alemannia”. Man habe nach dem Abstieg alles auf den Prüfstand gestellt. Viele Dinge haben sich geändert, vieles wurde bewusst beibehalten. Eine Bestandsaufnahme am Tag vor der offiziellen Saisoneröffnung.

Mit jedem der rund 300 Sponsoren wurden frühzeitig Gespräche geführt. „Der Abstieg war natürlich schlecht, aber auch kein Weltuntergang”, sagt Korr. In die Treffen wurde der neue Sportdirektor Uwe Scherr frühzeitig eingebunden, denn der sportliche Aspekt soll stärker in den Mittelpunkt gestellt werden. Frei nach dem Motto: Stimmts sportlich, kommt alles andere von selbst. Dabei wurde den Sponsoren auch früh dargestellt, dass in der 3. Liga die Preise für alle werblichen Segmente um 30 Prozent gesenkt wurden. Offensichtlich hat die Überzeugungsarbeit funktioniert, denn von den 28 Logen sind zurzeit 20 vermietet.

Am Ende der letzten Saison waren dies 25. Bei den knapp 1350 Business-Seats hofft Korr auf die gleiche Frequentierung wie zu Zweitliga-Zeiten. Einen leeren schwarzen Block werde es in keinem Fall geben. „Wo Sponsoren Pakete wollen, werden wir entsprechende Angebote machen.” Die Sponsoren spürten offensichtlich, dass Scherr und Trainer Ralf Aussem eine Mannschaft mit Charakter zusammengestellt hätten.

Hinter dem Hauptsponsor steht nach wie vor ein Fragezeichen, was sich mit dem „Klömpchensklub”-Signé auf den Trikots dokumentiert. Nach 13 Jahren Aachen-Münchener („Wofür wir sehr dankbar sind”) muss gesucht werden. Die AM tritt ins zweite Glied zurück, bleibt aber ein wichtiger Partner der Alemannia. Nicht einfacher wird die Suche dadurch, dass über Bremen und Eintracht Frankfurt, Nürnberg bis zu 1860 München große Konkurrenten in der selben Situation sind. „Wir werden eine Lösung präsentieren - aber nicht mit der Brechstange”, sagt der Abteilungsleiter. Auf Dumpingpreise will er sich nicht einlassen, eher auf faire Gespräche, nach denen beide Seiten zufrieden auseinandergehen. Im Übrigen bietet sich für Interessenten erstmals seit dem Bau des neuen Stadions die Möglichkeit, einer Tribüne den eigenen Namen zu geben, denn sowohl die AM als auch Bitburger haben ihre Namensrechte für die Steinwälle nicht verlängert.


Ihren Personalstab hat die Alemannia reduziert, aber die aktuelle Mannschaft hinter der Mannschaft habe den größtmöglichen Identifikationsfaktor mit dem Verein. Zugeständnisse beim Gehalt hätten alle gemacht.

Ein Ziel haben die Verantwortlichen bereits erreicht: Die Fans werden von der Konzentration der Aufgaben kaum etwas bemerken, denn auch der Fan-Shop in der Pontstraße bleibt vorerst offen. „Wir werden unser Merchandising stärker der Nachfrage anpassen. Die „Grundnahrungsmittel” für jeden Fußballfan - Trikots, Schals, Kappen - wird es im neuen Katalog geben, der ebenfalls morgen präsentiert wird. Auch die Stadionzeitung wird es weiterhin geben. Und auch weiterhin umsonst. Mit einer klaren Intention: „Noch mehr Lust auf Alemannia”.

Autogrammstunde mit Spielern und Trainern

Der Startschuss für die Saison steht vor der Tür. Am Samstag trifft das Team um 17 Uhr im Testspiel auf Rot-Weiß Essen. Morgen steht rund um den Tivoli alles ganz im Zeichen der Familien und Fans. Die Schwarz-Gelben laden zur Saisoneröffnung von 12 bis 19 Uhr ein.

Nach der Begrüßung durch Stadionsprecher Robert Moonen startet am Sonntag um 12.15 Uhr die Autogrammstunde mit Spielern und Trainern. Auf dem Vorplatz sorgt das Bühnenprogramm für Unterhaltung. Neben der Vorstellung der Abteilungen des Vereins stehen alle Neuzugänge im Fokus.

Der große Eventpark bietet Unterhaltung für Groß und Klein. Die Besucher können sich dort z.B. beim Speed-Kick oder Fußballrodeo versuchen.

Nachdem sich um 16.45 Uhr der komplette Kader der Alemannia vorstellen wird, dürfen sich die Besucher ab 17 Uhr im Stadion auf eine Partie zwischen der Traditionsmannschaft und einer Fan-Auswahl freuen.


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