Nordeifel - Von wegen, kleiner und niedlicher Vogel

Von wegen, kleiner und niedlicher Vogel

Von: Günter Krings
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Sie sehen niedlich aus und hab
Sie sehen niedlich aus und haben vor Menschen wenig Scheu, doch bei Revierkämpfen kennen Rotkehlchen keine Gnade. Foto: Günter Krings

Nordeifel. Aufgrund seines Namens kennt wohl zumindest jeder Gartenbesitzer sofort das Rotkehlchen. Die Art zählt zu den zehn häufigsten Brutvögeln Deutschlands und ist auch in unserer Heimat allgegenwärtig, wo es Gebüsch, Hecken oder Wald gibt.

Sie können sehr zutraulich werden und schauen manchmal nur wenige Meter entfernt bei der Gartenarbeit zu, in der Hoffnung, hier kleine Insekten oder Würmer zu finden.

Im Winter kommen sie regelmäßig an Futterstellen, wenn in der Nähe ausreichend Gebüsch oder Hecken vorhanden sind.

Rotkehlchen erscheinen wegen ihrer kleinen Gestalt, den vergleichsweise großen Augen und der rundlichen Körperform als niedlich und freundlich. Ihre ziemlich geringe Fluchtdistanz zu großen Tieren und Menschen unterstützt diese Vorstellung noch. Die knallrote Färbung von Gesicht und Brust hat jedoch den Grund, Artgenossen vor dem Eindringen ins eigene Revier zu warnen.

Wenn trotzdem ein artgleicher Vogel ins Revier eindringt, wird das „niedliche” Rotkehlchen äußerst aggressiv und versucht mit allen Mitteln, diesen Eindringling zu vertreiben. Bei der Revierverteidigung kommt zunächst der Gesang zum Einsatz, der während der Brutzeit den ganzen Tag über zu hören ist.

Meist reicht der Gesang aus, um die Reviergrenzen klar abzustecken. Lässt der Eindringling sich jedoch hierdurch nicht abschrecken, verändert sich der Gesang zu einem hohen und scharfen Singen mit quietschenden Elementen, den sich beide Kontrahenten entgegenschleudern. Solche heftigen Gesangsduette können eine halbe Stunde und länger dauern.

Mit der Zeit wird die Abwehr durch Drohgebärden verstärkt. Die rote Brust wird deutlich herausgestreckt, die Flügel ausgebreitet, der Vogel zeigt sich so groß wie möglich. In der Regel hat nun der Revierinhaber gewonnen. Bei sehr hartnäckigen Gegnern jedoch kommt es zum tätlichen Angriff.

Mit Schnäbeln und Füßen gehen die Gegner aufeinander los, und jeder versucht, den anderen zu Boden zu bringen. Liegt einer Kontrahenten am Boden, versucht der andere, ihn mit Schnabelhieben und Fußtritten auf Gesicht und Kopf kampfunfähig zu machen. Wenn der unterlegenen Gegner nicht mehr die Kraft zur Flucht aufbringt, kann er tatsächlich zu Tode kommen, was jedoch nur äußerst selten vorkommt.

Unsere einheimischen Rotkehlchen dürften im Herbst in wärmere Regionen ziehen, während skandinavische Rotkehlchen bei uns überwintern. Wenn sie hier ankommen, stecken sie durch Gesang hier ihre Winterreviere ab, wobei auch die Weibchen singen können, was bei Vögeln nur äußerst selten vorkommt.
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