Von Roetgen an die Mosel: Der Pater genießt seinen „Unruhestand“

Von: Günther Sander
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Behält Roetgen und Rott in guter Erinnerung: Pater Heinz Steegmann. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Im Oblatenkloster „Maria Engelport“ in Treis-Karden an der Mosel bezieht ein neuer Mitbewohner Quartier, um dort seinen Ruhestand zu verbringen. Der Neue ist Pater Heinz Steegmann, der Ende des vergangenen Jahres nach zehnjährigem Wirken als Subsidiar in den katholischen Pfarrgemeinden St. Hubertus, Roetgen, und St. Antonius, Rott, verabschiedet wurde.

In Roetgen und Rott war er gerne tätig, hat er verkündet. Weil aber die Ordensniederlassung der Oblaten der „Makellosen Jungfrau Maria“ in Aachen aufgeben musste, war für Pater Steegmann ein Umzug unumgänglich. Unsere Zeitung sprach bereits am Tag nach seiner Einquartierung mit Heinz Steegmann über eine Spende in Höhe von 900 Euro, die der Kinderchor Roetgen und fünf weitere Chöre der Umgebung zwei Tage vor Heiligabend bei einem grandiosen Chorkonzert in St. Hubertus als Erlös einnehmen konnte, der nun für ein Hilfswerk in Namibia, das der Pater bereits lange Jahre unterstützt, Verwendung finden soll. „Ich bin gestern erst hier eingezogen, habe mich schon einrichten können und stelle fest: Dass Geld aus Roetgen ist bereits angekommen“, sagt der Pater am anderen Ende der Leitung.

Über die Höhe des Betrags hatte Chorleiter Manfred Lutter Heinz Steegmann bereits telefonisch informiert. „Erstaunlich, die begeisterten Konzertbesucher hatten tief in die Taschen gegriffen und gut was ins Körbchen geworfen“, so Lutter erfreut. Für die große Spendenfreudigkeit möchte sich der Kinderchor Roetgen, ebenso bei den fünf Gastchören für ihr Mitwirken, bedanken, ergänzt der Chorleiter. 900 Euro – ein schöner Betrag, den Pater Heinz Steegmann einem Hilfswerk in Namibia, das zwei befreundete Nonnen betreuen, zukommen lassen möchte.

Da er selbst 20 Jahre lang in Namibia als Missionar tätig war, kennt er die Not dort hautnah. „Schwester Jutta und Schwester Ansgardis setzen sich in einer Missionsstation euphorisch für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes ein“, erzählt Heinz Steegmann. „Die Einheimischen können die Ausbildung ihrer Kinder, die Fahrten zur Station und die Verpflegung, selbst nicht finanzieren.“ Über 200 Kinder werden in der Missionsstation versorgt, die Schulausbildung eines jeden Kindes beläuft sich auf 100 Euro pro Jahr. Natürlich könne man die Einrichtung drüben nicht einmal annähernd mit einem heisigen Internat vergleichen.

Heinz Steegmann unterstützt die beiden Schwestern gerne. „Ich weiß genau: hier kommt das Geld auch wirklich an“, lässt er wissen. Seit 1991 schon erhalten die Nonnen Spendengelder von ihm. Als Missionar habe er die Arbeit der Einheimischen miterleben können. „Der Boden bringt nicht so viel her, dass sie davon ihr Leben bestreiten können.“ Welche Aufgabe wird Heinz Steegmann an der Mosel übernehmen? „Ich bin zwar im Ruhestand, werde mich aber in der Seelsorge betätigen“, sagt er. Es könnte noch ein „Unruhestand“ werden, denn in dem Kloster finden zahlreiche Exerzitien statt. Und dabei will der Pater seinen Brüdern bei der Arbeit helfen.

Pater Heinz Steegmann hat in Aachen, ergo auch in Roetgen und Rott, seine Zelte abgebrochen. Wie er sagt, werde er auch nicht als Urlaubsvertretung zurückkehren. Aber er habe dort schöne Jahre verbracht, gibt er zu verstehen.

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