Von Impulsen am „Big Apple” zur Unsterblichkeit

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Monschau. Das abgelaufene Jahr 2010 war ein gutes für das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion in Monschau. Großen Anteil daran, dass weit mehr als 16.000 Besucher den Weg ins KuK fanden, hatte die große Doppel-Ausstellung mit Cartoons von Peter Gaymann und den Beiträgen zum vierten internationalen Cartoonwettbewerb.

„Es ist jedoch auch die besondere Mischung aus bekannten Namen, dem breiten Publikum eher unbekannten Künstlern, zeitgenössischer Kunst und regionaler Geschichte, die zum KuK-Besuch in die Eifel lockt”, so Nina Mika-Helfmeier, Leiterin des KuK.

Sammlung Hans Gerd Lauscher

Den Auftakt macht vom 12. Februar bis 4. April die Präsentation historischer Ansichten der Stadt Monschau aus dem 18. Jahrhundert. Sammler Hans-Gerd Lauscher stellt dem KuK zum Teil bislang noch nie gezeigte Zeichnungen mit hohem historischem Wert für die Monschauer Stadtgeschichte zur Verfügung. Darunter befinden sich unter anderem Werke von Joseph Laub, einem Artillerie-Hauptmann, der nach 1762 in der Monschauer Invaliden-Garnison stationiert war. Zu den Qualifikationen eines Artilleristen zählten auch Fertigkeiten im militärischen Zeichnen (Kartierung des Geländes, Planung von Festungen und militärischen Bauten etc.). Joseph Laub nutzte sein zeichnerisches Talent, um den kärglichen Gnadensold aufzubessern und seine Familie (er hatte sieben Töchter) ernähren zu können. Laub starb 1773 in Monschau.

„new york: i, - worried?”

Vom 9. April bis zum 13. Juni ist eine Metropole zu Gast in Monschau. Unter dem Titel „new york: i, - worried?” will das KuK 20 Jahre nach der ersten Auflage der New-York-Collection in NRW mit einem Querschnitt der Arbeiten renommierter Künstler , wie Mierle Laderman Ukeles, Clemens Weiss sowie Newton & Helen Mayer Harrison den Impulsen des „Big Apple” nachspüren. Newton & Helen Mayer Harrison gehören zu den Pionieren der Öko-Art-Bewegung.

Seit 40 Jahren arbeiten sie gemeinsam mit Wissenschaftlern und anderen Künstlern an kreativen Ideen und Lösungen zur Unterstützung der biologischen Vielfalt und gesellschaftlichen Entwicklung. Mierle Laderman Ukeles ist vor allem bekannt für ihre feministische Kunst.

Clemens Weiss, in New York lebender deutscher Künstler, setzt sich mit seinen Skulpturen und Installationen für eine internationale Verständigung ein. Seine Skulptur „Regarding Non-Proliferation of Nuclear Weapon” ist - als offizielles Geschenk der Bundesrepublik Deutschland an die Vereinten Nationen - seit 1996 im Palast der Nationen (UN) in Genf ausgestellt.

Cartoonwettbewerb

Beim fünften internationalen Cartoonwettbewerb der Städteregion (Start ist im März) und der dazugehörigen Ausstellung vom 17. Juni bis 17. Juli dreht sich im Jahr der Frauen-Fußball-WM (26. Juni bis 17. Juli) in Deutschland alles ums runde Leder.

Dabei soll es jedoch nicht nur um kickende Frauen (und Männer) gehen, sondern das Spiel auf dem grünen Rasen in all seinen Facetten und seiner Faszination quer durch die Gesellschaft beleuchtet werden und zwar aus internationaler Sicht. Fußballer und Fans verstehen sich ohne Worte, ticken jedoch auch überall ein bisschen anders. Zeitgleich wird das KuK die Arbeiten der Aachener Cartoonistin Mele Brink präsentieren. Unterstützt wird dieser Wettbewerb vom Zeitungsverlag Aachen.

Anton Corbijn

Er hat sie alle vor die Kamera bekommen, die Stones, U2, Bon Jovi, Johnny Cash, David Bowie oder Luciano Pavarotti. Mit seinen Schwarz-Weiß-Porträts hat der Niederländer Anton Corbijn den Ikonen der Pop- und Rockmusik aber auch anderen Prominenten ein Stückchen Unsterblichkeit geschenkt. Auch ungezählte Plattencover tragen seine Handschrift, darunter „The Joshua Tree” von U2 oder „Violator” von Depeche Mode sowie von Alben von Herbert Grönemeyer, der in London neben Corbijn wohnt. Vom 23. Juli bis 3. Oktober ist eine Auswahl seiner Werke in Monschau zu sehen.

Thomas Stricker

Die letzte Wechselausstellung des Jahres ist den Skulpturen von Thomas Stricker gewidmet, dessen Werke vom 8. Oktober bis 31. Dezember ihr Publikum suchen. Der gebürtige Schweizer mit Wohnsitz in Düsseldorf setzt sich immer wieder mit Fragestellungen zu öffentlichem Raum und Landschaft auseinander.

Seine Projekte gehen dabei weit über das traditionelle Skulpturenverständnis hinaus. Viele seiner organisch anmutenden Werke prägen den öffentlichen Raum, Beispielsweise „Impluvium”, eine Landschaft aus Betonskulpturen und Schwertlilien im Atriumshof des neuen Aachener Finanzamtes.

Marta-Museum

Ab dem 24. September bis zum Jahresende ist außerdem in der ersten Etage des KuK eine ganz besondere Ausstellung zu sehen, mit Leihgaben aus dem Herforder Marta-Museum für zeitgenössische Kunst und Design. Die erste Sammlung hat 1992 der damalige Museumsleiter Jan Hoet zusammengestellt. Hoet war 1992 künstlerischer Leiter der Documenta in Kassel.

Der aktuelle Museumsleiter Roland Nachtigäller hat die Sammlung weiter ergänzt. Die Sammlung Marta erzählt unterschiedliche Geschichten, vom Leben, von der Kunst und der Suche nach Ausdrucksformen in einer durch Design, Lifestyle und neue Medien geprägten Welt.

Spurensuche

Seit dem vergangenen September läuft im KuK mit viel Erfolg die Ausstellung „Spurensuche” mit Exponaten, wie Möbeln, Drucken, Bildern und Gebrauchsgegenständen aus dem Archiv der Städteregion. Sie ist noch bis zum 1. September 2011 zu sehen und soll 2012 mit weiteren restaurierten Fundstücken fortgesetzt werden.
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