Vom Straucher Dorfleben in die Metropole

Von: Pia Sonntag
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Strauch. Am Schreibtisch sitzen, Papierkram erledigen und Telefonate führen – ein wenig abwechslungsreicher Job, dem die 20-jährige Miriam Strauch entfliehen möchte. Während ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation habe sie immer den Wunsch verspürt, die Welt zu erkunden und neue Erfahrungen zu sammeln.

Vor einem Monat absolvierte sie ihre Abschlussprüfung und hat nun ihr nächstes Ziel vor Augen: Amerika. Am heutigen Montag sitzt sie im Flugzeug nach New York, um für ein Jahr als Au-Pair-Mädchen in Washington zu arbeiten. „Wenn sich so eine Gelegenheit bietet, hätte ich es immer bereut, sie nicht genutzt zu haben.

Ein festgefahrener Arbeitsalltag hätte mich im Moment einfach nicht glücklich gemacht“, sagt sie über ihre Entscheidung, ihr Zuhause in Strauch zu verlassen. Ihre Eindrücke und Erlebnisse möchte sie mit der Welt teilen und veröffentlicht daher regelmäßig Videos auf ihrem Youtube-Kanal im Internet (Link am Ende). Ihr virtuelles Tagebuch ist für jeden frei zugänglich.

Ein neues Phänomen

Es gibt zahlreiche Beispiele, wie vor allem junge Menschen mit ihren Videos geradezu berühmt geworden sind, wenigstens innerhalb der Netzgemeinschaft. Anstatt Fernsehen zu gucken und Musik auf CDS zu hören, abonnieren die Jugendlichen heute lieber ihre Lieblingskanäle und sehen sich die neusten Videos ihrer Stars auf verschiedenen Plattformen an. Manche geben Schminktipps, andere geben ihre selbst geschriebenen Songs zum Besten.

Auch Miriam Strauch möchte einem größeren Publikum bekannt werden und hat bereits erste Videos auf ihrem Youtube Kanal „It´s me Miriam“ („Ich bin‘s, Miriam“) online gestellt. Sie habe schon seit längerer Zeit leidenschaftlich gerne in ihrer Freizeit fotografiert und Videos zusammen geschnitten. Ihre kreative Ader möchte sie nun in den sozialen Netzwerken ausleben. Ihre Beiträge machen vor allem denjenigen Mut, die noch unschlüssig sind, für längere Zeit ins Ausland zu gehen.

„Mit der richtigen Vorbereitung ist schon ein wichtiger Schritt getan. Ich gebe Euch sinnvolle Tipps, was Ihr bei einem Auslandsjahr beachten müsst“, sagt sie. Selbstbewusst schaut das zierliche Mädchen in die Kamera und erklärt ihren Zuschauern, was sie in ihrem Koffer nach Amerika mitnimmt und was man ihrer Meinung nach keinesfalls vergessen sollte.

„Die Geschenke für meine Gastfamilie sind zum Beispiel wichtig, um direkt einen guten Eindruck zu hinterlassen. Passend zur Europameisterschaft, habe ich für die drei kleinen Kinder der Familie Deutschlandtrikots besorgt“, sagt die 20-Jährige. Außerdem zeigt sie wichtige Dokumente wie ihren Reisepass, der die Einreise in die USA ermöglicht.

Sichtlich aufgeregt erzählt sie von ihrem Wunsch, nach Amerika zu gehen: „Ich möchte die Menschen und die Kultur kennen lernen, dass reizt mich einfach besonders an dem Land. Dazu gehört auch, viel zu reisen, um möglichst viel von der außergewöhnlichen Landschaft mitzubekommen.“

Rückblickend erzählt sie, dass sie Anfang Oktober den Entschluss gefasst hat, sich bei der Au-Pair- Agentur „Culture Care“ zu bewerben. Sie reichte ein Motivationsschreiben und ein Video ein, das ihren Alltag zeigt. Die junge Frau gewährt Einblicke in ihr Zuhause in Strauch und erklärt, dass sie ein besonders enges Verhältnis zu ihrer älteren Schwester Mara hat. Im nächsten Ausschnitt sieht man die Nachbarstochter, auf die sie öfter aufgepasst hat. „So ein Bewerbungsvideo erhöht deine Chancen, schneller eine passende Gastfamilie zu finden“, erklärt Miriam Strauch.

Im Januar erhielt sie dann den Bescheid, dass sich eine Familie in Washington für sie entschieden hat. Ein schelmisches Grinsen kann sie sich in dem Moment nicht verkneifen. „Die Familie hatte angegeben, dass sie gerne in den Skiurlaub fahren. Da habe ich ein bisschen geflunkert und erzählt, dass ich Skifahren könnte, obwohl das nicht der Fall ist“, gibt sie zu.

„Neben der Freude auf eine aufregende Zeit in Amerika schwingt natürlich auch ein bisschen Angst mit“, sagt sie. Ihre Befürchtung ist, „dass die Familie mich vielleicht nicht akzeptiert oder ich mit der Sprache nicht zurechtkomme.“ Ihre Eltern und ihre Schwester werde sie natürlich besonders vermissen. „Außerdem werde ich mich auf jeden Fall nach deutschem Brot sehnen“, sagt Miriam schmunzelnd.

Ihre Ängste halten sie aber nicht davon ab, lang gehegte Träume zu verwirklichen. Nun geht es für Miriam Strauch zunächst zur Training School nach New York. Dort wird sie eine Woche auf ihre Aufgaben als Kindermädchen vorbereitet. Danach wird sie dann nach Washington fahren, wo sie auf die Gastfamilie treffen wird. Auch diese Momente wird sie für ihre Familie, Freunde und Interessierte in ihrem virtuellen Tagebuch festhalten. „Das erste Video über meine Reise nach New York wird spätestens am kommenden Samstag veröffentlicht. Der Stundenplan für die Training-School ist wirklich vollgepackt.

Trotzdem werde ich in den Pausen ein wenig an meinem Videotagebuch schneiden, um euch Einblicke in mein Leben als Au-Pair Mädchen in Amerika zu ermöglichen“, verspricht Miriam Strauch allen, die sie kennen – oder kennenlernen möchten.

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