Einruhr - Vom Rollstuhl auf die Liste der Starter

Vom Rollstuhl auf die Liste der Starter

Von: Anneliese Lauscher
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Ein toller Moment: Beim Rursee-Marathon läuft Nadine Pelzer in Begleitung von Peter Borsdorff, der ihr mit seiner Aktion „Running for Kids“ mehrere Delphin-Therapien ermöglicht hat, die letzten 30 Meter ins Ziel. Foto: H. Schepp

Einruhr. Nadine Pelzer ist 28 Jahre alt, sie ist eine junge Frau aus Hürtgenwald-Gey mit vielen Interessen. Am Sonntag lief sie beim Rursee-Marathon die letzten 30 Meter ins Ziel, dafür bekam sie besonderen Applaus, denn dies war eine ganz besondere Leistung: Nadine ist seit zwölf Jahren auf den Rollstuhl angewiesen, und dass sie nun kurze Strecken bewältigen kann, ist fast ein Wunder.

Als sie 16 Jahre alt war, musste sie sich einer Bandscheibenoperation unterziehen. Nach der OP waren ihre Beine ohne Gefühl, sie blieb trotz Reha eine Behinderte im Rollstuhl, mehrere Operationen schlossen sich an.

In der Eifel wurde Nadine Pelzer im vorigen Jahr sehr bekannt, als Peter Borsdorff, der Läufer mit der Sammelbüchse, sie in Einruhr bei der Siegerehrung des Rursee-Marathons vorstellte: Er hatte sie im Jahr 2010 kennengelernt, als sie sich im Liegerollstuhl befand, und fortan ließ ihn der Vorsatz, dieser Frau zu helfen, nicht los. Er ermöglichte ihr durch seine Aktion „Running for Kids“ mehrere Delphin-Therapien in Curacao, und dann konnten er und Nadine Pelzer den Erfolg dieser Therapien allen Lauffreunden auf höchst beeindruckende Weise zeigen: Nadine erhob sich aus ihrem Rollstuhl und ging zu Peter Borsdorff! Wer dabei war, wird es nie vergessen.

Beim diesjährigen Rursee-Marathon fand sich nun der Name „Nadine Pelzer“ in der Starterliste! Wieder hatte sich Borsdorff etwas Außergewöhnliches einfallen lassen, um die Fortschritte, die sein Schützling gemacht hat, zu demonstrieren: Die letzten 30 Meter der Marathon-Strecke lief Nadine Pelzer, mit herzlichem Applaus der Zuschauer wurde sie ins Ziel begleitet. Nadine Pelzer vergisst nie, ihre wunderbare Familie, ihre Freunde und Peter Borsdorff zu erwähnen, denen sie für die Unterstützung dankt. „Es ist schön zu wissen, dass es Leute gibt, die mich so nehmen, wie ich bin, und mich unterstützen.”

Auch diesmal hat Borsdorff wieder eine Überraschung für sie: Er entrollt eine lange Liste mit Namen von Menschen, die ihm Geld anvertraut haben, damit er Nadine Pelzer weiter hilft. Und er überreicht wieder einen Scheck: 12.000 Euro für die nächste Delphin-Therapie. Da fällt sie ihm um den Hals und weint hemmungslos. Auch viele Beobachter zucken Taschentücher. „Liebe Freunde“, sagt Peter Borsdorff zu den Läuferinnen und Läufern, „wenn Nadine richtig laufen könnte, müsstet ihr Euch warm anziehen, sie ist nämlich eine Kämpferin. Jeder von Euch sollte sich jeden Tag freuen, dass er laufen kann. Ich danke Euch für euer Vertrauen.“

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