Vollsperrung B399: Der Landesbetrieb macht sich unbeliebt

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
umleitungbild3sp
Im Leyloch muss der Schwerlastverkehr an einem halben Dutzend Engpässen die komplette Fahrbahnbreite nutzen, um überhaupt durchzukommen. Die Stadt Monschau spricht deshalb von einer „erheblichen Gefahrenlage”. Foto: Heiner Schepp

Monschau. „Manchmal hilft es schon, wenn man ein bisschen nachdenkt und miteinander redet.” Bernd Kreutz reagiert sauer bis sarkastisch, wenn es um die aktuelle Verkehrsführung von und nach Kalterherberg geht. Kreutz leitet ein Speditionsunternehmen, das von dort aus täglich bis zu 130 Lkw quer durch Europa schickt und dringend auf eine vernünftige Infrastruktur angewiesen ist.

Seit Montag aber ist die Hauptzufahrtsstraße nach Kalterherberg, die B399, aufgrund von Asphaltierungsarbeiten voll gesperrt, und der zuständige Landesbetrieb Straßenbau hat die L106 durch das Leyloch als Umleitung eingerichtet.

„Diese Straße ist für den überörtlichen Verkehr absolut qualifiziert”, wurde Arnd Meyer als Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau in unserer Mittwoch-Ausgabe zitiert, und vor allem diese Aussage hat für reichlich Aufregung gesorgt.

„Der Mann weiß nicht, wovon er spricht”, unterstellt Bernd Kreutz dem Vertreter des Landesbetriebs „fehlende Ortskenntnis”, wenn er die enge, kurvenreiche, teils schadhafte Berg- und Talfahrt durch das Leyloch als „geeignet” einstufe. Der Unternehmer hatte alle 140 Brummifahrer seiner Spedition erst kürzlich schriftlich angewiesen, die Strecke durch das Leyloch nicht mehr zu fahren.

„Während der schier unendlichen Arbeiten an Dreistegen waren viele meiner Fahrer auf die Mützenicher Strecke ausgewichen. Aber damit sollte jetzt eigentlich Schluss sein, weil die L106 auf der gesamten Strecke, ob in Mützenich, im Leyloch oder in Kalterherberg, einfach keinen Schwerlastverkehr verkraftet”, so Bernd Kreutz.

In die gleiche Kerbe schlägt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter: „Wenn ich die Presseartikel zu dem Thema lese, muss ich doch entschieden intervenieren und davon ausgehen, dass Herr Meyer die Situation völlig falsch einschätzt und die Gefahrenlage der Reichensteiner Straße als Umleitung unterschätzt”, äußerte Ritter am Dienstagabend im Monschauer Hauptausschuss Unverständnis über das Vorgehen des Landesbetriebs.

Mehr noch als die Entscheidung, den Verkehr über die L106 umzuleiten, stört die Stadt Monschau wie auch Unternehmer Kreutz die Vorgehensweise der Straßenbehörde. „Ich möchte nicht arrogant wirken, aber ist es normal, dass ein Logistik-Unternehmen mit 130 Schwertransporten in 24 Stunden die Vollsperrung einer Bundesstraße vor der Haustüre freitags aus der Zeitung erfährt?” fragt Bernd Kreutz und glaubt, dass schon „ein Anruf oder kurzes Gespräch miteinander manches Missverständnis hätte verhindern können.

Fast eine Schlägerei im Leyloch

So aber kam es am Montagmorgen im Leyloch fast zu einer Schlägerei, als sich auf der schmalen Straße im Tal ein umgeleiteter 40-Tonner und ein Linienbus begegneten. „Der Busfahrer hat unserem Fahrer ziemlich massiv zu verstehen gegeben, dass er hier nichts zu suchen habe”, berichtet Kreutz.

Mangelnde Kommunikation wirft auch Margareta Ritter dem Landesbetrieb vor. „Wir müssen den Eindruck gewinnen, dass hier keine Entscheidung mit uns getroffen, sondern selbstherrlich entschieden wurde. Wir haben in Monschau andere Interessen und pflegen auch eine andere Umgangsform, nämlich gemeinsam nach Lösungen zu suchen”, sagt die Bürgermeisterin.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert