Voller Einsatz gegen weltweiten Hunger

Von: js
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Stefan Sieber (Mitte), Oranisator des Berliner „Tropentags“ und wissenschaftlicher Agrarberater, in Tansania mit dem Vertreter des tansanischen Landwirtschaftsministeriums, Karim Mtambo (Zweiter von links). Foto: Archiv Sieber

Imgenbroich. Ein „Tropentag“ mitten in Berlin. Mitte September versammelten sich mehr als 1000 Menschen (Wissenschaftler, Praktiker, Interessierte) in der deutschen Hauptstadt, um die Probleme der Länder der „Tropen“ zu diskutieren. Die Probleme jener Länder, die um den Äquator liegen und damit in der heißesten Zone der Erde.

Der Organisator dieses wissenschaftlichen Großereignisses in der Berliner Humboldt-Universität stammt aus Imgenbroich: Dr. Stefan Sieber. Sieber ist Mitarbeiter am Zalf, dem Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg bei Berlin. Die kompliziert klingende Einrichtung hat eine einfach zu benennende, wenn auch schwierig zu verwirklichende Aufgabe: die Ernährungsgrundlagen der Menschheit zu verbessern und in absehbarer Zeit sicherzustellen. Denn noch immer leiden Millionen Menschen Hunger. Was ist zu tun, um dem abzuhelfen?

Der Imgenbroicher Stefan Sieber hat sich „mit Haut und Haaren“ - und nahezu weltweit agierend - mit dieser Frage und mit dieser Aufgabe identifiziert. Sieber ist in Aachen geboren und wuchs in Kalterherberg und Imgenbroich auf. Sein Abitur erlangte er im Jahre 1990 am Monschauer St.-Michael-Gymnasium, dann folgte ein einjähriges Praktikum, unter anderem in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Imgenbroich, anschließend ein Studium an der Universität Bonn im Fach Agrarforschung und schließlich mehrere Auslandsaufenthalte zu Fortbildungs- und Forschungszwecken.

Auf diese Weise kam Sieber schon früh in der ganzen Welt herum und konnte sich an Ort und Stelle über die umfangreichen Probleme in den sogenannten Entwicklungsländern informieren. Wenn man ihn heute so erzählen hört, so scheint er an vielen Orten unserer Erde „zu Hause“ zu sein. Beruflich war er vor allem oft und lange in Südamerika und Afrika. Neben seiner Tätigkeit im Zalf lehrt er in der Berliner Humboldt-Universität, wo er sich in der nächsten Zeit „habilitieren“, d. h. die Voraussetzungen für eine spätere Professur schaffen wird.

Die Organisation des „Tropentags“ in Berlin stellte wohl einen der Höhepunkte seiner bisherigen wissenschaftlichen Laufbahn dar. Wie sich bei dieser Konferenz zeigte, ist immer noch umstritten, welche Wege man einschlagen müsste, um die erwünschte Ernährungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Ist diese Aufgabe mit finanzstarken Investoren und massivem Einsatz von chemischen Mitteln zu bewältigen oder müsste man eher „von unten her“ arbeiten und vor allem die Menschen vor Ort einbeziehen und qualifizieren?

Sieber kommt zu dem Ergebnis, dass die Intensivierung der Produktion, vor dem Hintergrund traditioneller kleinbäuerlicher Strukturen jener Länder, ein grundsätzliches Problem darstellt. Unabdingbar sei es, dass Strategien nur gemeinsam mit den Bauern vor Ort erarbeitet werden.

Die Arbeit des Zalf und von Stefan Sieber persönlich besteht genau darin, an Ort und Stelle mit den betroffenen Menschen zusammenzuarbeiten und mit ihnen gemeinsam die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Spezialisten in die Praxis umzusetzen. Besonders engagiert ist Sieber bei Projekten in Tansania und Ostafrika, wo er wiederholt beratend auftritt. Fragt man Stefan Sieber nach seinen Prognosen für die Zukunft, so sieht er ein Grundproblem darin, dass die großen Potenziale der Länder der „Dritten Welt“ immer noch gehemmt sind; die größte Schwierigkeit sei die Korruption, aber auch die historischen Lasten der Kolonisation wirken nach. Dennoch sieht Stefan Sieber optimistisch in die Zukunft.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des „Tropentags“ ist Stefan Sieber anschließend erneut an die Stätten der Praxis gereist; diesmal geht es wieder nach Argentinien und Brasilien.

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