Nordeifel - Volkshochschule Südkreis Aachen: „Lernen soll Laune machen“

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Volkshochschule Südkreis Aachen: „Lernen soll Laune machen“

Von: P. St.
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Marlies Breuer (re.) möchte mit Unterstützung von Maria Willems vom Sekretariat der Volkshochschule Südkreis Aachen neue Impulse geben. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Die Schulen machen Ferien. Das ist auch bei der Volkshochschule Südkreis Aachen nicht anders. Ebenso wie an den schulischen Bildungseinrichtungen richtet sich auch bei der VHS der Blick bereits auf das kommende Schuljahr, bzw. Semester, wie es bei der VHS heißt. Am 12. August wird das neue Kursprogramm verteilt, am 31. August starten die ersten Kurse.

Bis dahin gilt es, dem Programm eine eigene Note zu geben und nach Möglichkeit attraktiv und spannend für die an Weiterbildung interessierte Bevölkerung zu gestalten. Dass das neue VHS-Programm ein bisschen bunter und vielfältiger wird, konnten die Mitglieder der Verbandsversammlung des Volkshochschulzweckverbandes bereits bei ihrer zurückliegenden Sitzung feststellen.

Zuständig für diese frische Brise ist Marlies Breuer, die seit November 2014 zum Leitungsteam der VHS Südkreis Aachen gehört. Vor gut einem halben Jahr wurde sie zunächst als halbe Kraft zur Unterstützung von VHS-Leiterin Hubertine Peters eingesetzt, die seit 30 Jahren die Einrichtung leitet und derzeit schwer erkrankt ist.

Für Marlies Breuer bedeutet diese schwierige Situation, dass sie nun plötzlich noch stärker in die Verantwortung genommen wird.

„Lernen soll Laune machen“, lautet die Devise von Marlies Breuer, die eine große Herausforderung für die Volkshochschule darin sieht, den Horizont der Menschen zu erweitern und das „Denken in anderen Dimensionen“ zu fördern.

Neue Zielgruppen finden

Marlies Breuer stammt vom Niederrhein und absolvierte in Koblenz eine Ausbildung als Krankenschwester. Der Liebe wegen war Aachen ihre nächste Station, wo sie auch heute noch lebt. Im gehobenen Dienst war sie bei der Stadtverwaltung im Sozialamt tätig. Eine ihrer nachhaltigsten Erfahrung dort war die Mitwirkung in einem internationalen Frauen-Arbeitskreis, wo nicht weniger als 52 Nationen vertreten waren.

Ein berufsbegleitendes Studium an der RWTH Aachen in den Fächern Soziologie, politische Wissenschaft und neue deutsche Literaturwissenschaft, das sie 2011 abschloss, boten dann die ideale Voraussetzung, um noch einmal eine neue berufliche Herausforderung zu suchen.

„Als die Stelle bei VHS Südkreis Aachen ausgeschrieben wurde, habe ich kurz überlegt, denn schließlich kannte ich den ländlichen Bereich nicht sehr gut“, erzählt Marlies Breuer. Erste Kontakte mit den Dozenten, die durchweg hoch qualifiziert und bereit seien, an Lösungen mitzuwirken, um die Eifel-VHS „zukunftsfähig zu gestalten“, hätten sie aber dann in ihrer Entscheidung bestätigt, auch wenn sie vor Ort „überschaubare Strukturen“ vorgefunden habe.

Marlies Breuer hat sich zur Aufgabe gemacht, neue Zielgruppen für die VHS zu erreichen. „Die außerschulische Weiterbildung wird in Zukunft immer wichtiger“, ist sie überzeugt. Die Vermittlung von Wissen werde immer spezieller, und neue Formen der Kommunikation verlangten auch neue Kompetenzen. Dem demografischen Wandel in der Bevölkerung werde man immer mehr Bedeutung zumessen müssen. „Dieses Thema wird wie kein anderes das gesellschaftliche Leben in Zukunft bestimmen“, ist Marlies Breuer überzeugt.

Jede zweite Kommune werde Einwohner verlieren, und im Jahr 2030 seien in Deutschland 28 Millionen Menschen über 60 Jahre alt, und alle Deutschen, die jünger als 50 Jahre seien, „haben dann eine Zuwanderungsgeschichte.“ Ihr Anliegen sei es, auch durch entsprechend zugeschnittene VHS-Angebote, „die Tabuisierung des demografischen Wandels zu durchbrechen.“ Solche Veränderungen können auch neue Chancen eröffnen.

Marlies Breuer sieht zwangsläufig einen Umdenkungsprozess nahen, weil die Versorgung und Betreuung älterer Menschen durch die Familie nur noch in geringem Maße stattfinden werde. Dieser Wandel stelle auch neue Herausforderungen an die ältere Generation. Eine der zentralen Fragen sei dabei die Aufrechterhaltung der eigenen Mobilität. Marlies Breuer: „Es geht um die Frage der sozialen Teilhabe und darum, wie ältere Menschen selbstbestimmt ihr Älterwerden gestalten können.“

An diesem Punkt nun setzt die VHS konkret mit einem Angebot an, das im neuen Kursprogramm zu finden ist. Im Herbst startete ein (kostenloser) Kurs für Senioren zur Handhabung von Tablets.

Auch die Sprachkurse der VHS sollen nach den Vorstellungen von Marlies Breuer nicht nur aus dem Lernen von Vokabeln bestehen, sondern auch eine Brücke bilden, um der Kultur eines Landes näherzukommen. In Russisch- und Italienisch-Kursen hat sie bereits gute Erfahrungen damit gemacht.

„In solchen Kursen kommen Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnet wären.“ Auf diese Weise entstünden dann neue Netzwerke. „Es geht immer darum, in größeren Zusammenhängen zu denken“, sieht Marlies Breuer auch eine Aufgabe für die VHS.

„Neue Wege“ möchte Marlies Breuer gehen, die auch bei VHS Südkreis die Zeit für einen Wandel gekommen sieht ohne dabei alles auf den Kopf zu stellen: „Was gut funktioniert, wird selbstverständlich beibehalten.“ Der Kurs „Deutsch für Ausländer“ ist ein Dauerbrenner und stets ausgebucht.

Auch mit weiteren Dozenten könne man das VHS-Angebot bereichern, ist Marlies Breuer überzeugt. „Viele Menschen in der Region sind sich ihrer Fähigkeiten überhaupt nicht bewusst“. Diese werde sie demnächst gezielt ansprechen.

Neue Unterrichtsräume gesucht

Die Qualität der Weiterbildung hängt am Ende auch von der Ausstattung ab, weshalb Marlies Breuer auch in dieser Richtung noch einige Wünsche hat. Vor allem im Raum Simmerath brauche mehr Unterrichtsräume. Damit wäre es dann auch dann machbar, die zuletzt auffallend niedrigen Stundenzahlen in der größten der drei VHS-Verbandskommunen (neben Monschau und Roetgen) aufzufangen.

Dann wäre da noch die recht veraltete EDV, die auch dringend einer Aktualisierung bedürfe. Über eine solche Maßnahme würde sich auch Maria Willems freuen, bei der im VHS-Büro im Imgenbroicher Himo die organisatorischen Fäden zusammenlaufen.

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