Volksfest und Eleganz am Rurseeufer

Von: Anneliese Lauscher und Peter Stollenwerk
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Der Rursee in Flammen: In der Woffelsbacher Bucht konnten die Gäste am Ufer das an der Kermeterseite abgebrannte Feuerwerk in vollen Zügen genießen. Foto: Peter Stollenwerk
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Im Lichterglanz an der Uferpromenade in Woffelsbach: Jung und alt fanden Unterhaltung beim Rurseefest. Foto: Peter Stollenwerk

Rurberg/Woffelsbach. Das Rurseefest ist ein Volksfest und soll es auch bleiben, so bringt es Sander Lutterbach, Geschäftsführer des Orts- und Verkehrsvereins Rurberg-Woffelsbach, auf den Punkt: Unterhaltung für Jung und Alt, Musik für jeden Geschmack, niedrige Eintrittspreise – und 0,3 Liter Bier für zwei Euro.

Der „Rursee Rock“ am Freitag war ein voller Erfolg: Über 800 Fans steigerten die Besucherzahlen vom ersten Versuch im vergangenen Jahr. Es gab junge Musik für junge Leute, vier Bands sorgten für Riesenstimmung. Da wurde auf der großen Festwiese getanzt, geklatscht und gesungen. Zwischendurch fragten Bandmitglieder nach einem Handtuch – und tauchten mal kurz ab in den Badesee. Etliche Zuschauer machten es ihnen nach.

„Das war ein richtiges Sommerfestival. Für nächstes Jahr sind wir schon in der Planung“, verspricht Sander Lutterbach eine dritte Auflage des Open Air RurseeRock. Am Samstag wurde es erst im Laufe des Nachmittags richtig voll, die Hitze schien doch einige Menschen in ihren Aktivitäten zu verlangsamen. Nach Angaben von Sander Lutterbach besuchten von Donnerstag bis Sonntag rund 48.000 Menschen die Festivitäten in Rurberg und Woffelsbach.

Auf der Festbühne startete die achtköpfige Band „Don’t Stop“ mit einer Zeitreise durch die Geschichte von Rock und Pop; los ging es mit „I Love Rock’n Roll“. Die Musiker und Sängerinnen kamen gewaltig ins Schwitzen. In Erinnerung an den letzten eher bescheiden Eifelsommer meinte der Sänger: „Wir hatten uns vorgenommen, wenn wir wieder nach Rurberg kommen, dann in Skiklamotten!“ Und nun bekam „Don’t Stop“ es mit tropischen Temperaturen zu tun. Die Band ließ trotzdem unverdrossen einen rhythmischen Mix auf das Publikum herunterprasseln.

Wenn man weiter über das Festgelände schlenderte, fand man das „Show- und Eventkochen“, eine sehr entspannte Angelegenheit, bei der Genießen und Chillen im Vordergrund standen. Man „lag zu Tische“ und ließ sich kulinarisch verwöhnen.

Dabei hörte man den swingenden Sound von „The Rockin‘ Five“, jung gebliebenen Männern, die wunderbare Songs spielten, die ungefähr so alt sind wie sie selbst: flotte Sachen von Nat King Cole und Chuck Berry und manchen Country-Titel. Ins Wasser wollten auch einige oder zumindest aufs Wasser: SUP, Stand Up Paddling durfte man ausprobieren, und es machte nichts, wenn man sich auf Anhieb nicht auf dem Brett halten konnte und ins Wasser fiel. Der Crazy-Boot-Corso soll auch wieder ins Programm aufgenommen, selbst er in diesem Jahr mangels Masse ins Wasser fiel.

Das Haupt-Spektakel des Abends bildete natürlich das Höhenfeuerwerk. Die meisten Menschen versammelten sich am Ufer, um das Himmels-Leuchten zu bewundern und mit großem Applaus zu quittieren. Von diesem heißen Rurseefest wird man noch lange sprechen.

Mächtig aufgerüstet beim Rurseefest hat der Ort Woffelsbach. Auch wenn die neue Mitte noch nicht ganz fertig ist, deutete sich schon an, welche Entwicklungsmöglichkeiten hier gegeben sind. Zuschauermagnet Nummer eins ist auch in der Woffelsbacher Bucht das Höhenfeuerwerk über der Seemitte. Am späten Abend säumten in warmer Nacht gut 2000 Besucher die Uferplätze. Schön frühzeitig hatten sich Gruppen und Familien ihre Plätze gesichert und genossen Entspannung in einer traumhaften Atmosphäre mit Musik und Lichterglanz. Einige Häuserfassaden waren mit bunten Lichterketten geschmückt, und zum Start des Feuerwerks kreuzte auch eine kleine Gruppe Segelboote auf, überstrahlt allerdings von den Fahrgastschiffen der Rurseeschifffahrt mit rund 800 Gästen. Auf dem Rückweg konnte dann noch das kleine Feuerwerk der Steckenborner Feuerwehr beim Waldfest auf dem Hövel mitnehmen.

Schon bei der Loungeparty zum Festauftakt am Freitagabend zeigte Woffelsbach seine Qualitäten und seine neue Konzeption. Rund 600 Gäste, Dresscode weiß, fanden sich zum Chillen am See bei Cocktails & Co. ein. Ein vornehmes, mediterranes Flair wehte durch die Woffelsbacher Bucht. Nobelkarossen und sonnengebräunte Menschen, Typ eleganter Genießer, machten den Ort zum einem Klein-Marbella.

„Wir wollen ein anderes Niveau schaffen“, erläutert Reinhold Jansen, Ortsvorsteher und Aktivposten bei den „Aktiven Woffelsbachern“. Die 40 Mann starke Event-Gruppe war komplett im Einsatz, um ihre neue Ideen den Gästen nahezubringen. Vorbei sind in Woffelsbach die Zeiten der Billig-Flohmärkte und Volksfest-Bescheidenheit.

Stattdessen fanden die Besucher einen einheitlich wirkenden Handwerker- und Kunstmarkt an der Uferpromenade vor. Ein holländischer Markt-Organisator hatte hier für ein abwechslungsreiches Angebot gesorgt.

Das Ziel in den kommenden Jahren beim Rurseefest in Woffelsbach soll es sein, die Festbereiche noch enger zusammenzuführen. Die Musikvereinigung Rurseeklänge lud in Eigenregie rund ums Vereinsheim ein, und an den Imbiss- und Getränkeständen am Drachenfelsplatz konnte man mit den Biermarken aus der Woffelsbacher Bucht nichts mehr anfangen.

Im großen Zelt setzte sich am Abend Schlagersängerin Roberta temperamentvoll in Szene, ehe dann Keuners Tanzkapelle die Gäste mit einem musikalischen Experiment, dem Pappbecher-Klopfen unter fachkundiger Anleitung von Schlagzeug-As Heiko Braun, einstimmte. KTK sorgte für echtes Sommergefühl, und mit Ska und Reggae-Rhythmen verpasste die Truppe den Gästen die nötige Dosis Gute-Laune-Sound inklusive Polonaise.

Die Gäste blieben auch nach dem Feuerwerk noch lange in der neuen Mitte, wobei am späten Abend der Getränkestand an seine Versorgungs-Grenzen stieß. Ob da die ebenfalls angebotene Magnum-Flasche Brut für 220 Euro eine Alternative war?

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