Vogelsang: Wenig Interesse an Umbau des Verwaltungsgebäudes

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Ein neues Zuhause soll die Nat
Ein neues Zuhause soll die Nationalpark-Verwaltung im Malakoff-Komplex in Vogelsang finden. Doch eine Ausschreibung für den Umbau stieß bisher auf wenig Resonanz. Foto: HilgersB

Vogelsang. Nur ein einziger Projektentwickler aus Deutschland hat Interesse daran, den Malakoff-Komplex in Vogelsang zu kaufen und als Sitz der Nationalpark-Verwaltung so umzubauen, dass das Objekt dann für 20 Jahre an die Parkverwaltung vermietet werden kann.

Das ist das Ergebnis einer komplizierten, europaweiten Ausschreibung, die die Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang (SEV) im Auftrag des Landesbetriebs Wald und Holz und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) abwickelte. Zum einen geht es um das Grundstück, das der potenzielle Investor kaufen muss. Dabei handelt die SEV im Auftrag der BImA. Bezüglich des Mietvertrags für die umgebaute Immobilie wiederum handelt die SEV im Auftrag des Landesbetriebs Wald und Holz NRW.

Thomas Fischer-Reinbach, Geschäftsführer der SEV, bearbeitet die Ausschreibung. Am Montag - er war gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt - lag das Angebot auf seinem Schreibtisch. Es handele sich um „ein schwebendes Verfahren”, sagt Fischer-Reinbach. Das Angebot müsse nun erst einmal geprüft und rechtlich bewertet werden. Für den formalen Teil dieser Prüfung könne die SEV die Hilfe einer Kanzlei in Anspruch nehmen. Dann erfolge die inhaltliche Prüfung des Konzepts durch den Landesbetrieb Wald und Holz. Fischer-Reinbach: „Dann haben wir ein Ergebnis vorliegen. Auf dessen Grundlagen können wir weiter entscheiden.”

Ergibt die Prüfung, dass das Angebot nicht in Ordnung ist, liegt dem Landesbetrieb gar kein Angebot mehr vor. Ist das Angebot in Ordnung, ergibt sich eventuell auch die Möglichkeit, entsprechend einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus dem formalen Verfahren auszusteigen und direkte Verhandlungen mit dem Bieter führen.

Hugo Gebhard, Justiziar des Landesbetriebs Wald- und Holz, wollte dazu keine Äußerungen machen, denn eine derartige Möglichkeit sei ihm nicht bekannt. Das Prozedere müsse zunächst rechtlich geprüft werden. Gebhard bestätigte aber, dass lediglich ein Angebot vorliege. Laut der Ausschreibung sei bis Juni eine Entscheidung zu treffen, da bis dann der Zuschlag erfolgt sein müsse. Für den Fall, dass es nicht zu einer Entscheidung kommt, bliebe dem Landesbetrieb Wald und Holz zudem wohl noch die Möglichkeit, die SEV zu beauftragen, mehrere Projektentwickler anzusprechen und von einer Auswahl dieser Anbieter konkrete Angebote einzuholen.


Die Ausschreibung für die Herrichtung des Malakoff-Komplexes war vom Landesbetrieb Wald und Holz im EU-Amtsblatt veröffentlicht worden. Kritiker hatten schon frühzeitig Befürchtungen geäußert, an dem europaweiten, komplizierten Verfahren würden sich nicht viele Unternehmer beteiligen - zumal es sich beim Malakoff-Komplex um eine spezielle Immobilie mit einer besonderen Nutzung auf einem „historisch vorbelasteten Gelände” handele. „Normale Unternehmen”, so die Befürchtung, würden sich an einem solchen Verfahren nicht beteiligen.

Auch Henning Walter, der Leiter der Nationalpark-Verwaltung, war - wie Fischer- Reinbach - erst am Montag aus dem Urlaub zurückgekehrt. Nachdem ihm das Ergebnis der Ausschreibung bekannt geworden war, hatten beide versucht, mit dem zuständigen Verantwortlichen beim Landesbetrieb Wald und Holz Kontakt aufzunehmen, was aber nicht gelungen sei. Wie von Walter zu erfahren war, müsste die fachliche Prüfung des Angebots vom Landesbetrieb vergeben werden. Der Landesbetrieb verfüge aber nicht über Baufachleute. Die Prüfung werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Er sei zwar kein Jurist, aber er gehe davon aus, dass die Voraussetzungen für ein formal korrektes Wettbewerbs- Verfahren auch dann gegeben seien, wenn nur ein Angebot eingereicht worden sei.

In den zuständigen Gremien war in der Vergangenheit diskutiert worden, ob die Nationalpark- Verwaltung überhaupt nach Vogelsang umziehen solle. Daran hatte sich die Diskussion angeschlossen ob im Falle eines Umzugs in Vogelsang ein Neubau errichtet oder ein vorhandenes Objekt umgestaltet werden solle. Im Jahr 2007 war mit der zweiten Leitentscheidung klar: Die Verwaltung des Nationalparks Eifel kommt nach Vogelsang in den Malakoff-Komplex.

Wie sieht es nun mit der zeitlichen Realisierung des Projekts aus? Wenn das eingereichte Angebot akzeptiert werde, so Henning Walter, müsse erst die Baugenehmigung erwirkt werden.

Doch bis Walter und seine Crew umziehen könnten, würden noch zwei bis drei Jahre ins Land ziehen. Die Mitarbeiter brauchen also noch lange nicht ihre Koffer zu packen. Laut Henning Walter ist in der Nationalpark-Verwaltung, die derzeit noch in Gemünd-Malsbenden beheimatet ist, die „schwankende Zahl von 25 bis 35 Mitarbeitern” beschäftigt. Im Hause weht außerdem stets ein frischer Wind: Hinzu kommt nämlich ein sehr hoher Anteil an Praktikanten. Etwa 30 Personen werden jedes Jahr im Nationalpark Eifel ausgebildet.
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