Vogelsang bringt sich für Investoren in Form

Von: dpa
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Soll für Investoren attraktiver werden: Die frühere NS-Ordensburg bringt ihr Äußeres für Besucher und Investoren in Form. Verwilderte Freianlagen zwischen Kameradschafts- und Hundertschaftshäusern sowie Sportanlagen werden wiederhergestellt. Foto: P. Stollenwerk

Gemünd. Die frühere NS-Ordensburg Vogelsang bringt ihr Äußeres für Besucher und Investoren in Form. Die über Jahre verwilderten denkmalgeschützten Freianlagen zwischen Kameradschafts- und Hundertschaftshäusern sowie Sportanlagen werden wiederhergestellt.

Das sieben Hektar große Areal gehört zum Kernbereich der Anlage und fällt in Terrassen zum Urftsee ab. Potenzielle Investoren hätten durchblicken lassen, dass sie das ungepflegte Äußere störe, sagte der Geschäftsführer der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang (SV), Thomas Fischer- Reinbach, am Montag in Gemünd. Mit Start der beiden ersten großen Baumaßnahmen im nächsten Jahr werde das Interesse von Investoren zunehmen.

Das Gelände wird zwar durch eine Reihe von steilen Treppenanlagen aus Naturstein erschlossen, aber die waren zuletzt teilweise verfallen und nicht begehbar. Mit Geld aus der Bundesanstalt für Immobilien werden sie hergerichtet.

„Von der Denkmalpflege wurde die Losung ausgegeben: Wir wollen das nicht auf den Zustand von 1937/38 bringen, sondern den jetzigen Zustand konservieren”, sagte Fischer-Reinbach. Für die Besucher werde ein neuer Rundgang angelegt. Pro Jahr werden auf Vogelsang im Nationalpark Eifel rund 180.000 Besucher gezählt.

Bis zum absehbaren Abzug 2004 hatten die belgischen Truppen das Gelände gepflegt, danach war es verwildert. Kreis Euskirchen und Eifelregion bemühen sich seit Jahren um eine touristische Umnutzung von Vogelsang mit 50.000 Quadratmetern Nutzfläche in denkmalgeschützten Gebäuden. Das Interesse von Investoren sei noch zögerlich, sagte Fischer-Reinbach. „Die glauben erst, wenn sie etwas sehen. Pläne sind das eine. Aber die großen Hochbaumaßnahmen haben noch nicht begonnen.”

Im nächsten Jahr soll der Umbau am Kernstück des monumentalen Gebäudekomplexes „Adlerhof” starten. Geplant sind neben der Ausstellung zum Nationalpark Eifel ein NS-Dokumentationszentrum und ein „Schaufenster Eifel-Ardennen”, in dem sich die Eifelregion vorstellt.

Ebenfalls im nächsten Jahr soll Baustart für die neue Jugendherberge mit Jugendwaldheim sein. In den Komplex mit rund 300 Betten wird ein Gebäude aus altem Bestand integriert. In der dann ersten Unterkunft wird mit jährlich 75.000 Übernachtungen gerechnet.

„Wenn diese Maßnahmen umgesetzt werden, wenn die im Bau sind, dann kommt eine andere Dynamik an den Standort”, erwartet Fischer- Reinbach. Durch diese „Zugpferde” soll die jährliche Besucherzahl auf 300.000 steigen.

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