Vogelsang als „Ort des Erinnerns” entwickeln

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Bei dem neuen Rundgang „Verborgene Räume” geht es in ein bislang unzugängliches unterirdisches Labyrinth der Burg Vogelsang.

Vogelsang. Anfang September wird die Fußgängerbrücke über die Urfttalsperre fertig sein. Etwa zur gleichen Zeit darf auch der Förderverein das Schwimmbad in Vogelsang einweihen. „Das sind gleich zwei Meilensteine in der touristischen Nutzung Vogelsangs”, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Vogelsang ip, Manfred Poth.

Wenn die Brücke fertig ist, wird der Weg hinauf nach Vogelsang freigegeben. Allerdings ist er recht steil und etwas beschwerlich.

Aber auch weitere Großprojekte kommen ins Rollen. „Vogelsang ist kein Ort des Gedenkens, sondern ein Ort des Erinnerns”, so Thomas Böll, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Landschaftsverbands Rheinland.

Auf wissenschaftlicher Basis plant der Landschaftsverband in Vogelsang eine NS-Dokumentation. Der dazu notwendige Förderantrag ist in Berlin bereits positiv beschieden worden.

Die Ausstellung wird von Norbert Kühn vom Landschaftsverband konzipiert. „Die Konzeption der Ausstellung wird bundesweit und international beobachtet, da das Bild der NS-Elitebildung bislang kaum erforscht wurde”, erläuterte Norbert Kühn.

Fast beiläufig teilte Manfred Poth mit, dass der Förderantrag für den Planungseinstieg zum Forum Vogelsang beim Regierungspräsidenten in Köln gestellt wurde und die Mitteilung eintraf, dass er ohne Nachbesserung durchgeht.

„In Kürze können wir die Architekten Mola Winkelmüller ihren Gewinnentwurf des internationalen Architekturwettbewerbs konkretisieren lassen”, bestätigte Manfred Poth. Schon im kommenden Jahr könne man mit den Bauarbeiten beginnen.

Im Herbst wird auch mit dem Umbau des Kinos zu einem internationalen Veranstaltungsort begonnen. Schon im Sommer wird es wieder ein Open-Air-Kino geben. „Die Filmstiftung NRW hat uns zum dritten Mal in Folge den Zuschlag gegeben”, teilte Geschäftsführer Albert Moritz mit.

Nach Rücksprache mit dem Deutschen Jugendherbergswerk und in Absprache mit dem Denkmalschutz kann die Redoute, das ehemalige „Frauenhaus”, in 2010, spätestens 2011 zur Jugendherberge umgebaut werden.

Desweiteren wird es eine Dokumentation „SchauFenster Eifel-Ardennen” geben. Hierfür werden kurzfristig vom Land Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro erwartet, wodurch die weiteren Planungsschritte eingeleitet sind.

Durch den bevorstehenden Beschluss der Stadt Schleiden zum Flächennutzungsplan wird zudem der baurechtliche Weg für die Umsetzung frei.

„Die NS-Dokumentation soll den Blick der Welt auch auf die Eifel und auf den Nationalpark richten”, hofft Albert Moritz. Der Landschaftsverband will die Kommunen vor Ort in das Projekt einbeziehen.

„Das können Orte des Denkens, der Freude oder der Begegnung sein”, sagt der Vorsitzender der Landschaftsversammlung, Thomas Böll. Der Landschaftsverband will seine internationale Kontakte nutzen, um Vogelsang stärker ins Licht zu setzen. Vogelsang soll stetig zu einem Kulturort mit der dazugehörenden Infrastruktur ausgebaut werden.

Sportveranstaltungen wie „Sportissimo” sollen ausgeweitet werden. Hier hat die „Deutschsprachige Gemeinschaft” (DG) Belgiens aktives Interesse bekundet und wird mit einsteigen, wodurch die Sportveranstaltungen in Vogelsang einen internationalen Charakter erhalten.

Von Januar bis Mitte Mai wurden in Vogelsang 27500 Besucher gezählt. Bis Jahresende wird mit rund 180.000 Besuchern gerechnet. Rund ein Drittel nutzte die angebotenen Programme.

Allein 1000 Reisebusse wurden zuletzt pro Jahr gezählt. Nach einer Befragung kommen 85 Prozent der Besucher wegen des Geländes. Acht Prozent sind reine Wanderer, 75 Prozent kommen wegen der Geschichte Vogelsangs.
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