Vogel des Jahres: Waldkauz steht für alle Eulen

Von: Günter Krings
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Jäger der Nacht: Das Revier des Waldkauzes sind Wiesen und Felder. Aber ohne alte Bäume in der Nähe sucht man ihn vergeblich. Foto: Imago
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Vogel des Jahres 2017: Dieser Kauz sitzt tagsüber auf einem Schornstein in Dedenborn. Foto: Günter Krings

Nordeifel. Nach dem Krieg konnte man aus der Ruine der Kirche Konzen abends und nachts die Rufe des Waldkauzes vernehmen, der dort einen Nistplatz gefunden hatte. An ähnlichen Stellen in unseren Dörfern und in Monschau, aber auch in Bauernhöfen und alten Bäumen mit Höhlen wird er früher Brutplätze in den Dörfern gehabt haben.

Heute gibt es den Waldkauz nicht mehr als Brutvogel in unseren Dörfern, wohl aber überall in alten Wäldern unserer Heimat.

„Stellvertretend für alle Eulenarten haben wir für 2017 den Waldkauz zum Vogel des Jahres gewählt. Mit ihm wollen wir für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks werben und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse Höhlen bewohnender Tiere sensibilisieren“, so begründet der NABU seine Entscheidung für den Vogel des Jahres 2017.

Er ist Baumhöhlenbrüter, brütet aber auch in Nistkästen, in Felsnischen, Mauerlöchern, sogar in verlassenen Krähen- und Elsternnestern.

Am Forsthaus Dedenborn brütete jahrelang ein Waldkauz in einem stillgelegten Kamin. Zum Nahrungserwerb für sich und für die Aufzucht seiner Jungen benötigt er auch Jagdreviere wie Wiesen und Felder in der Nähe alter Wälder. In großen Wiesen- und Ackersteppen ohne alte Bäume sucht man den Waldkauz vergeblich.

Zu sehen sind Waldkäuze nur sehr selten, viel häufiger sind im Wald ihre Rufe zu hören. Ihre Balzrufe sind schon ab Ende Januar zu vernehmen. Die Rufe des Männchens klingen wie „Huu, hu, huuuuuuh“, am Schluss absinkend und bebend. Das Weibchen antwortet gellend „kjuwiik“.

Hin und wieder kann man Waldkäuze in der Dunkelheit sehen, wenn man mit dem Auto durch Waldgebiete fährt. Gelegentlich sitzen sie tagsüber auch im direkten Sonnenlicht, um sich zu wärmen.

Das Sehvermögen des Waldkauzes ist sowohl nachts wie auch bei Tage sehr gut. Seine Augen sind wie bei allen Eulen starr nach vorne gerichtet. Dadurch ist der Raum, der ohne Kopf- und Augenbewegungen gesehen werden kann, relativ klein. Dies wird durch den beweglichen Kopf ausgeglichen, der um 270 Grad drehbar ist. Wenn er also den Kopf ganz nach links dreht, kann er über seine rechte Schulter sehen.

Das Gehör ist für die nachtjagenden Eulen das wichtigste Sinnesorgan. Sie können nicht nur die Richtung, sondern auch die Entfernung zum Beutetier von den leisesten Geräuschen wahrnehmen. Waldkäuze sind meistens in der Dämmerung und in der Nacht aktiv.

Nur während der Aufzucht der Jungen können sie auch tagsüber auf die Jagd gehen. Meistens ruht er jedoch tagsüber in dicht belaubten Baumkronen, während er im Winter Höhlen oder Nischen aufsucht. Bei der Jagd in der Dämmerung oder in der Nacht sitzt er auf einer Warte und wartet auf Geräusche seiner Beutetiere.

Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Mäusen aller Art, aber sie erbeuten auch Vögel wie Spatzen, Buchfinken, Amseln, Elstern und Eichelhäher an deren Schlafplätzen. Jedoch auch größere Tiere wie z. B. Ratten, Eichhörnchen, junge Kaninchen gehören zum Nahrungsspektrum.

Die unverdaulichen Reste wie Knochen und Federn werden im Magen zu rundlichen, filzigen Ballen zusammengepresst und wieder ausgewürgt. Sie werden als Gewölle bezeichnet. Für die Aufzucht der Jungen sammelt er auch Regenwürmer.

In unserer Region kommt der Waldkauz in allen größeren Waldgebieten mit alten Baumbeständen vor: Forst Dedenborn, Forst Wahlerscheid, im Buhlert, in den großen Wäldern im Bereich Lammersdorf, Rott, Roetgen, in den Tälern des Tiefenbaches, Belgenbaches, Schilsbaches usw. Allerdings ist völlig unbekannt, wie viele Brutpaare sich in unserem Verbreitungsgebiet aufhalten.

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