Vitalcenter Simmerath: Artenschutz gilt auch bei Gebäude-Abriss

Von: P. St.
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Nach dem Abriss eines Wohngebäudes an der Kammerbruchstraße in Simmerath soll mit dem Bau des Vitalcenters begonnen werden. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Dem Bau eines Vitalcenters an der Kammerbruchstraße in Simmerath steht aus planungsrechtlicher Sicht nichts mehr im Wege. Der Simmerather Planungsausschuss stimmte jetzt dem Bauantrag des Investors, der MedAix Aachen, bzw. dem überarbeiteten Entwurf zur Änderung des Bebauungsplans, zu.

Wie berichtet, soll in direkter Nähe des Eifelklinik ein Gesundheitszentrum errichtet werden, welches auch eine enge Kooperation mit dem Krankenhaus anstrebt, das seinerseits ambulante Reha-Maßnahmen künftig in das neue Zentrum auslagern möchte.

Es waren vor allem noch Fragen des Lärm- und Artenschutzes, die eine Sondersitzung des Ausschusses erforderlich machten. Auf dem vorgesehenen Grundstück muss zunächst ein Wohngebäude abgerissen werden, eine Maßnahme, bei der auch artenschutzrechtliche Richtlinien beachtet werden müssen. Diese Richtlinien greifen je nach Jahreszeit unterschiedlich intensiv. In den Wintermonaten ist ein Gebäude-Abriss unproblematischer, weshalb der Ausschuss auch eine Extraschicht einlegte.

„Der Artenschutz bei Gebäudeabrissen ist tatsächlich ein Problem“, räumte auch Beigeordneter Roger Nießen ein. „Es ist ein wahnsinniger Aufwand.“ Zum konkreten Fall in der Kammerbruchstraße gebe es am 31. Januar einen Ortstermin mit der Unteren Landschaftsbehörde.

Ausschussmitglied Bruno Löhrer (CDU) sah es als dringend erforderlich an, dass die Gemeinde mit der Spitze der Städteregion Aachen Kontakt aufnehme. Löhrer: „Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass ein Gebäude-Abriss aufgrund von Artenschutz-Bestimmungen praktisch nur noch in den Wintermonaten möglich ist“.

Trotz leichter Bedenken im Ausschuss fand auch das überarbeitete Schallgutachten die einstimmige Zustimmung des Ausschusses. In Kürze soll die Offenlage des Bebauungsplans erfolgen. Hier haben die Bürger dann die Möglichkeit, noch mögliche Bedenken und Anregungen einzubringen.

Das Vitalcenter entsteht inmitten einer dichten Wohnbebauung. Am Gebäude werden 43 Stellplätze errichtet. Die davon ausgehenden Emissionen, so belegten es aktuelle Messungen, lägen unterhalb der zulässigen Grenzwerte, berichtete Planer Bernd Becker, außerdem sei am Ende des Grundstückes in Richtung Krankenhaus ein Pflanzstreifen vorgesehen.

Ein wesentlicher Punkt ist die Nutzung der Parkflächen am Gesundheitszentrum. Zum Schutz der Anlieger soll die Gemeinde durch die Eintragung einer Grunddienstbarkeit bzw. durch „eine ansonsten wirksame Verpflichtung“ sicherstellen, dass die Stellplätze nur während des Betriebszeiten zwischen sechs und 22 Uhr genutzt werden dürfen. Dies soll durch die Errichtung einer Schrankenanlage gewährleistet werden.

Bruno Löhrer wollte noch wissen, ob im neuen Vitalcenter auch „Gesundheitstänze mit Musik“ vorgesehen seien. Auch in diesem Falle müsse auf die Einhaltung der Lärm-Grenzwerte geachtet werden.

Der Schutz der Bürger, betonte Manfred Sawallich (SPD), genieße bei diesem Vorhaben gegenüber dem Artenschutz wohl den höheren Stellenwert, daher müsse auf die Einhaltung der Richtlinien geachtet werden. Im übrigen hätte er das Vitalcenter lieber an anderer Stelle gesehen, was aber nicht umsetzbar gewesen sei, da das Krankenhaus auf dem benachbarten Grundstück an der Kammerbruchstraße bestanden habe. Dazu fürchte er, dass durch die neue Einrichtung ein Verdrängungswettbewerb gegenüber Anbietern vergleichbarer Angebote in Gang gesetzt werde. Andererseits aber überwiege der durch das Vitalcenter zu erwartende Gewinn für die Gemeinde Simmerath, sodass man der Bebauungsplan-Änderung zustimme.

Der Gebäude-Abriss soll bis März erfolgen, Anfang 2014 soll das Vitalcenter mit rund 20 Beschäftigten seinen Betrieb aufnehmen.

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