Visite mit 2,9 Millionen Euro in der Tasche

Von: hes
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Überall in der Monschauer Rur entdeckt man beim derzeitigen Wasserstand die Beton-Schächte des im Flussbett verlaufenden Rursammlers. Foto: Heiner Schepp
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Dieses Bild gehört bald der Geschichte an – jetzt übergab Regierungspräsidentin Gisela Walsken (Mitte) einen Zuwendungsbescheid über knapp 2,9 Millionen Euro an Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und Altstadt-Ortsvorsteher Georg Kaulen. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Es war nur eine kleine Visite in Monschaus „Wohnzimmer“, der Anlass jedoch von großer Bedeutung: Vor dem Treffen mit dem amerikanischen Generalkonsul Michael Keller im Roten Haus blieben der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken nur fünf Minuten, um im Haus Troistorff der Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter ein bedeutsames Kuvert auszuhändigen.

„Ich bin wegen des Fußballspiels nicht aus Köln herausgekommen“, entschuldigte sie glaubhaft ihre Verspätung, ehe sie einen Förderbescheid über exakt 2.852.480,66 Euro überreichte. Es ist die Zuwendung des Landes zur insgesamt rund 3,5 Millionen Euro schweren Sanierung oder besser gesagt: Verlegung des Rursammlers in Monschau.

In den Jahren 2012 bis 2014 hat die Stadt Monschau ein Fremdwassersanierungskonzept (FSK) für die Altstadt von Monschau aufgestellt. In einem solchen Konzept werden sämtliche Kanäle des Abwassersystems inspiziert und hinsichtlich eines möglichen Fremdwassereintritts (Oberflächenwasser im Schmutzwassersystem, Schäden beziehungsweise Undichtigkeiten etc.) bewertet.

Hierbei hat sich herausgestellt, dass der im Bett der Rur liegende sogenannte „Rursammler“ eine der Hauptfremdwasserquellen ist. Das Wasser wird über die Schachtöffnungen, Undichtigkeiten in den Haltungen sowie über die dort befindlichen, im Zuständigkeitsbereich der Stadt Monschau liegenden, Grundstücksanschlussleitungen (GAL) eingeleitet und muss zusammen mit dem behandlungspflichtigen Abwasser in der Kläranlage Rosenthal aufwendig gereinigt werden.

Überbelastung des Systems

Zum einen führen die Einleitungen im Zuge des an der Kläranlage vorzunehmenden Reinigungsprozesses zu einer größeren Umweltbelastung sowie zu höheren Reinigungskosten, die die städtische Kanalgebühr belasten. Zum anderen führt das in die Kanäle gelangende Fremdwasser insbesondere in Schlechtwetterperioden zu einer Überlastung des Kanalsystems und der Kläranlage Rosenthal.

In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW und der Bezirksregierung Köln als Obere Wasserbehörde wurde festgelegt, dass sämtliche innerhalb des Rurbetts liegende, direkt an den „Rursammler“ angeschlossenen Grundstücksabwasserleitungen wie auch der „Rursammler“ selbst zwischen Kurpark und Markt (Länge circa 640 Meter) entfernt werden müssen. Dies erfordert neben dem Neubau einer Schmutzwasserkanalisation in der Austraße und der Stadtstraße auch die Errichtung einer Pumpstation an Richters Eck sowie mehrerer Pumpendruckleitungen in den Bereichen Auf den Planken und Rurstraße.

Unumgänglich sind hierbei Umbauarbeiten an den Hausanschlussleitungen (HAL) auf dem Grundstück selbst sowie der direkt an den Rursammler angeschlossenen Häuser, die im Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Grundstückseigentümers liegen. Diese sind je nach Art und Ausführung innerhalb des Hauses von der Rurseite zur Straßenseite umzulegen.

In den vergangenen Monaten hat ein Ingenieurbüro die Entwurfsplanungen in Richtung einer Ausführungsplanung vorangetrieben und diese in einer Informationsveranstaltung im April im Bürgersaal des Auklosters vorgestellt.

Der nun überbrachte Zuwendungsbescheid des Landes über 2,852 Millionen Euro fördert zu 80 Prozent die Maßnahmen im öffentlichen Straßenraum mit 2,205 Millionen Euro und zu 50 Prozent die erforderlichen Maßnahmen auf privatem Grund und Boden (377.212 Euro). Für den verbleibenden Anteil der öffentlichen Bauten (20 Prozent) muss die Stadt Monschau selbst aufkommen; die Hauseigentümer müssen die Verlegung der Abwasserleitung von der Rur- zur Straßenseite selbst zu 50 Prozent bezahlen. In sieben Fällen sei dazu eine Hebeanlage (Abwasserpumpe) notwendig, die aber ebenfalls zuschussfähig sei, erläuterte die Bürgermeisterin.

Die Baumaßnahmen, die mit einem barrierefreien Umbau des Altstadtpflasters sowie mit der Verlegung von Glasfaserkabel verbunden werden, sollen in verschiedenen Abschnitten vor allem in den „tourismusarmen“ Monaten Januar bis Mai erfolgen.

Barrierefrei und Glasfaser

Die Regierungspräsidentin lobte im Zusammenhang mit dieser Großbaumaßnahme eine intensive und gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Monschau, der Bezirksregierung Köln sowie des mit der Planung beauftragten Aachener Ingenieurbüros Berg & Partner: „Frau Ritter hat sich sehr um diese Sanierung bemüht und hat gemeinsam mit dem Ingenieurbüro die nicht immer leichte Aufgabe, die betroffenen Bürger ‚mit ins Boot‘ zu nehmen, gut gelöst“, sagte Gisela Walsken.

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