Vier-Minuten-Video: Der perfekte Tag als Reise um die Welt

Von: Andreas Gabbert
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Anton Jung auf dem Walk of Fame in Hollywood.

Nordeifel. Wie sieht ein perfekter Tag aus, wenn man in Sekundenschnelle um die Welt reisen kann? Im Video von Anton Jung aus Woffelsbach dauert er vom Aufstehen bis zum Schlafengehen gerademal 4:21 Minuten. In rascher Folge beeindruckender Bilder zeigt der 26-Jährige seine Vorstellung eines perfekten Tages.

Gleich nach dem Frühstück startet die Reise durch 18 Länder mit einem Besuch der Christusstatue in Rio de Janeiro. Weiter geht es über verschneite Pisten, durch Städte und grüne Felder, an Elefanten vorbei zum Surfen am Strand von Hawaii. Snowboarden in den chilenischen Anden sowie ein Besuch der chinesischen Mauer dürfen auch nicht fehlen.

Auf dem Walk of Fame in Hollywood trifft er Figuren aus Star Wars und den Piraten Jack Sparrow. Er schwimmt in wilden Flüssen, gleitet mit einem Fallschirm durch die Luft und steigt mit einem Boxer in den Ring, um am Ende des Tages nach einer ausschweifenden Party müde ins Bett zu fallen.

Die Idee dazu hatte Anton Jung schon vor vier Jahren. „Ohne Geld kommt man aber nur schwer vom Fleck“, sagt der junge Mann, der in Herzogenrath aufgewachsen ist und damals eine Ausbildung zum Mediendesigner in Düsseldorf absolvierte. Ihm war klar, dass er für seinen Traum noch lange hätte arbeiten müssen, und dass vielleicht nur eine Reise um die halbe Welt möglich wäre.

Doch dann stolperte er in den sozialen Netzwerken über eine Anzeige einer australischen Familie mit der Überschrift „Travel around the world“ (Reise um die Welt). Die Familie hatte in Zusammenhang mit einer Weltreise ein Projekt geplant.

„Die Anzeige klang schon fast zu perfekt. Die suchten jemanden, der das Ganze filmt und entsprechend aufbereitet. Im Gegenzug wollten sie die Kosten für die Reise und die Verpflegung übernehmen. Sie waren die Stars und ich der Kameramann. Das war der Deal“, sagt Anton Jung.

Er rechnete zwar nicht mit einer Rückmeldung, zumal er kaum Referenzen vorzuweisen hatte, aber trotzdem schickte er seine Bewerbung ab. Kurz darauf erhielt er schon eine Antwort und führte ein Videotelefonat mit den Australiern. Das australische Ehepaar und ihr neunjähriger Sohn waren zu diesem Zeitpunkt schon drei Monate unterwegs und hatten Russland, Norwegen und Neuseeland besucht. Das nächste Ziel sollte München sein.

Die zwei jungen Frauen, die die Familie bislang begleitet hatten, waren abgesprungen und Anton Jung erhielt seine Chance. Um zu sehen, ob sie zusammenpassen und ob er die Erwartungen erfüllen kann, verbrachten sie zwei Wochen gemeinsam. Anschließend hieß es dann: „Pack deine Sachen! Der nächste Stopp ist Kanada.“

Anton Jung hatte gerademal eine Woche Zeit, um seine Wohnung zu räumen, die Visa zu beantragen und die entsprechenden Impfungen zu erhalten. Dann startete seine Reise um die Welt und durch insgesamt 24 Länder. „Meine Träume haben sich erfüllt, weil ich es einfach versucht habe“, sagt der 26-Jährige, dessen positive Lebenseinstellung sofort ansteckend wirkt.

Fortan bestand sein Tag im Wesentlichen aus Filmen und Fotografieren – für das Projekt der Familie und für sein eigenes. Deshalb konnte er zwar nicht jeden Aufenthalt zu 100 Prozent genießen, aber die Reise sollte ja auch kein Urlaub sein. „Wenn man fast die ganze Zeit durch ein Display auf die Welt blickt, nimmt das schon etwas die Magie der Orte“, sagt er.

Trotzdem hat er eine Menge gesehen und erlebt. Gerne erinnert sich an die Eindrücke aus Afrika oder daran, wie er mit der Familie in China grüne Farbe kaufte, um damit einen Tisch aus einem Souvenirladen zu bemalen und darauf auf der Chinesischen Mauer Tischtennis zu spielen. Im Kopf geblieben sind auch die Erlebnisse in den Anden, wo Diebe die Ausrüstung stehlen wollten.

Gelernt hat er auf dieser langen Reise, die vom Dezember 2014 bis zum Oktober 2015 dauerte, vor allem eines: „Begeisterung und Leidenschaft sind wichtiger als Noten oder andere Qualifikationen in Form eines Zeugnisses.“

Ein Freund von langfristigen Plänen ist der junge Mann nicht. Eine Richtung sei schon wichtig, aber was auf dem Weg dorthin geschehe, könne man nicht abschätzen. „Wenn sich eine Gelegenheit bietet, muss man zuschlagen“, sagt er voller Überzeugung.

Nach der Reise um die Welt, wollte sich Anton Jung eigentlich eine Wohnung in Berlin suchen, stattdessen nahm er die Einladung der Familie an, ein Jahr bei ihnen in Australien zu verbringen. Er nahm das Angebot gerne an. Doch nach einem Verwandtenbesuch in Deutschland darf er vorerst nicht mehr in Australien einreisen, weil er einen Fehler bei der Beantragung des Visums machte. „Das heißt, das muss wohl so sein. Dann geht es eben anders weiter. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“, sagt er voller Optimismus.

Zurzeit arbeitet er an der Videoproduktion für das Projekt der Familie. Außerdem hat er sich bei Jon Olsson beworben, einem schwedischen Freestyle-Skier und alpinen Skirennläufer, der einen Kameramann sucht, der ihn bei seinen Reisen rund um die Welt begleitet. „Warum sollte das nicht auch klappen“, sagt Jung.

Feststeht für ihn, das er nicht bei seinen Eltern in der Eifel wohnen bleiben möchte. „Ich brauche mehr Aktion. Ich muss raus und unterwegs sein“, sagt er.

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