Vielharmonischer Chor trifft Latin Jazz

Von: Maggie Jung
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Geistliches Liedgut im lateinamerikanischen Farbenkleid: Der Vielharmonische Chor (re.: Leiter Rolf Schmitz) und das Jazz-Quartett (v. li.: Max Hilpert, Frederik Tings, Jette de Koning, Jon Sensmeier) präsentierten die „Latin Jazz Mass“. Foto: Maggie Jung

Roetgen. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens bot der Vielharmonische Chor, dessen Name für ein Repertoire ohne Festlegung auf ein bestimmtes Genre steht, am vergangenen Samstag in der Pfarrkirche St. Hubertus ein besonderes Konzert. Die weltweit erfolgreiche „Latin Jazz Mass“ stellte dabei den Schwerpunkt des Konzertes dar.

Der Vielharmonische Chor sei mehr als eine Ansammlung von Menschen, die gerne singen, so Sprecher Ludger Pötter. Vielmehr sei er ein Lebensgefühl, ein Schatz, den es gelte zu teilen: „Einsam sind wir Töne, gemeinsam ein Lied.“ Gleich zu Beginn sprang dann auch der Funke dieses Lebensgefühls auf das Publikum über: Die „Latin Jazz Mass“ des Komponisten Martin Völlinger, bereits weltweit erfolgreich aufgeführt, kam mit rhythmisch mitreißenden Klängen daher.

Die anspruchsvollen Arrangements präsentierten die Sängerinnen und Sänger mit Bravour in sehr abwechslungsreichen Darbietungen – mal bildeten sich kleinere Ensembles, mal standen Solisten (Karin Soumagné-Stockschläder, Martina Rhie, Angela Conventz, Uli Becker und Stephan Eckert) im Vordergrund. Für europäische Ohren eher ungewöhnlich: geistliche Stücke im lateinamerikanischen Farbenkleid. Doch „Psalm und Halleluja“, „Lord, I Am Not Worthy“ oder „Peace I Give To You“ packten das Publikum dank des stimmgewaltigen nahezu 50-köpfigen Klangkörpers und ihres begeisterungsfähigen musikalischen Leiters Rolf Schmitz.

Grandios auch die vierköpfige Jazz-Combo, deren Musiker die Lieder der „Latin Jazz Mass“ begleiteten („Recorda Me“ war dabei rein instrumental) und an ihren Instrumenten überzeugten: Jette de Koning (Piano), Jon Sensmeier (Sopran-Saxophon), Max Hilpert (Schlagzeug) und Frederik Tings (Bass). Völlingers „Ave Maria“ überraschte durch eine Art einleitendes Gebetsgemurmel, das mehr und mehr in Gesang überging.

Fordernder Chorleiter

„Bonse Aba“ und „Amani“ erhielten durch den Einsatz der Djembé durch den Percussionisten Jean Claude Grandrath eine besondere Untermalung mit lateinamerikanischen Klängen.

„Der Chor ist vielstimmig, vielschichtig, vielsagend, vielversprechend – und ich viel fordernd“, erklärte Chorleiter Rolf Schmitz.

Rolf Schmitz, der den 1990 gegründeten Vielharmonischen Chor seit 2014 musikalisch leitet, bewies durch die besondere Auswahl der Stücke abermals, dass sich die Roetgener Gesangsformation gemäß ihres Namens nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen lässt: Werke aus verschiedenen Epochen klassischer Chormusik bildeten die weiteren Programmpunkte und sorgten für eine bemerkenswerte Vielschichtigkeit des Jubiläumskonzertes: Der gekonnte Wechsel zwischen lateinamerikanischen und klassischen Klängen, zwischen beschwingten und ruhigen Rhythmen, zwischen lauten und leisen Tönen sorgte für ein kurzweiliges Zusammenspiel der Lieder im Konzert-Kontext und förderte faszinierende Kontraste zutage – beispielsweise dann, wenn das „Sanctus“ der Deutschen Messe von Franz Schubert abgelöst wurde durch das „Sanctus“ der „Latin Jazz Mass“ von Martin Völlinger.

Das mehr als einstündige Konzert endete mit anhaltendem starken Applaus und Standing Ovations sowie zwei Zugaben, in die das Publikum klatschend und singend einstimmte.

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