Viele Kanäle sind nicht ganz dicht

Von: P. St.
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Manche private Abwasserleitung
Manche private Abwasserleitungen muss erneuert werden, wenn die große Dichtheitsprüfung im nächstem Jahr in der Gemeinde Simmerath startet. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Simmerath. Viele Abwasserkanäle sind nicht ganz dicht. Das lässt sich nicht vermeiden und ist auch in der Gemeinde Simmerath nicht anders. Da undichte Abwasserleitungen aber das Grundwasser gefährden, hat der Gesetzgeber im Landeswassergesetzt eine Dichtheitsprüfung vorgeschrieben, die die Kommunen nun umsetzen müssen.

Außerdem tritt umgekehrt Grundwasser in undichte Leitungen ein, was im Ergebnisse zu einem höheren Aufkommen in den Kläranalgen führt, was sich wiederum negativ auf die Höhe der Kanalgebühren auswirkt.

In der Gemeinde Simmerath wird im nächsten Jahr damit begonnen, die insgesamt 220 Kilometer Kanalleitung bzw. die 5300 Anschlüsse auf ihre Dichtheit zu Überprüfungen.

Fristverlängerung

Im Tiefbauausschuss stellte die Verwaltung das Verfahren jetzt vor. Wichtigster Punkt aus der Sicht der Bürger ist die Tatsache, dass die Verwaltung von der Möglichkeit der Fristverlängerung Gebrauch macht.

Die im Landeswassergesetz eigentlich vorgeschriebene Frist bis Ende 2015 kann verlängert werden. Simmerath möchte (wie auch die die Nachbarkommune Monschau) die längstens mögliche Fristverlängerung bis 2023 in Anspruch nehmen. Zu Beginn der neuen Jahres wird der Ausschuss dann einen Zeitplan verabschieden, wann in den jeweiligen Orten die Dichtheitsprüfung stattfindet.

Die bloße Ankündigung dieser umfassenden Dichtheitsprüfung von privaten Abwasserleitungen hat in der Bevölkerung bereits zu beträchtlicher Unruhe und erhöhtem Informationsbedarf geführt. Es führt kein Weg an der gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfung vorbei. Der Eigentümer ist verpflichtet, einen schriftlichen Nachweis über die Dichtheitsprüfung vorzulegen, die 20 Jahre Gültigkeit besitzt.

Derzeit ist je nach Gegebenheiten von Kosten zwischen 200 und 500 Euro für eine eine Dichtheitsprüfung auszugehen. Falls Undichtigkeiten festgestellt werden, kommen natürlich noch die vom Privatmann zu tragenden Sanierungskosten hinzu. „Da wird es einige Überraschungen geben”, mutmaßte Marc Topp (SPD).

Dem Bürger soll es es überlassen bleiben, welches Verfahren der Überprüfung (TV-Befahrung, Luftdruckprüfung oder Wasserdruckprüfung) er wählt. Laut Jürgen Förster von der Bauverwaltung der Gemeinde reiche erfahrungsgemäß in vielen Fällen sicherlich die optische Prüfung aus.

Sparen kann der Bürger auch, wenn sich mit Nachbarn zusammenschließt; in Einzelfällen dürfte auch Versicherungsschutz gegeben sein.

Selbstverständlich gibt es auch Kostenfallen. Oft ist es erheblich preiswerter, eine neue Abwasserleitung zu verlegen anstatt eine defekte Leitung aufwendig zu sanieren.

Noch aber haben die Bürger Zeit, sich auf die große Kontrollaktion vorzubereiten. „Es besteht kein Grund zur Unruhe”, bat Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns darum, zunächst aufzuwarten, bis die Gemeinde ihr Konzept vorgelegt habe.

In allen Orten werde die Gemeinde spezielle Bürgerinformationen anbieten; außerdem stehe die Verwaltung als Ansprechpartner zur Verfügung.
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