Nordeifel - Viele Fragen an den Schornsteinfeger

Viele Fragen an den Schornsteinfeger

Von: ag
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Er muss zurzeit viele Fragen seiner Kunden beantworten: Jochen Nießen aus Eicherscheid ist als Bezirksschornsteinfeger für die Orte Roetgen und Rott zuständig. Foto: Fotostudio Keus

Nordeifel. Wenn Jochen Nießen den Leuten aufs Dach steigt, um den Schornstein zu fegen, kommen zurzeit viele Fragen auf. Bei vielen Hauseigentümern herrscht große Verunsicherung. Schuld ist das neue Schornsteinfeger-Handwerksgesetz, das seit Anfang des Jahres gültig ist. Das so genannte Kehrmonopol gibt es nicht mehr.

Das Aus kam auf Druck der Europäischen Union. Das heißt, dass die Kunden ihren Schornsteinfeger jetzt frei wählen können. Bisher kam der bevollmächtigte Schornsteinfeger automatisch ins Haus. Deshalb fragen sich viele Hauseigentümer, ob sie nun selbst den Schornsteinfeger beauftragen müssen, ob sie eventuell Kosten sparen können und wie sie sich am besten verhalten sollen.

„Die meisten sind glücklich, wenn alles beim Alten bleiben kann und nichts unternommen werden muss“, sagt Nießen der als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfegermeister in Roetgen und Rott rund 2700 Kunden betreut. Das Wichtigste für die meisten Leute seien der persönliche Kontakt und Kontinuität. Schließlich dringe man regelmäßig in die Privatsphäre der Menschen ein.

Wenn keine Veränderung gewünscht ist, empfiehlt er gar nichts zu unternehmen. „Dann bleibt alles wie bisher.“ Die Kontrolle der Feuerstätten, die Abnahme eines Kamins und ähnliche Aufgaben rund um die Brandsicherheit bleiben ohnehin in Händen des amtlichen Schornsteinfegers. In der Eifel sind das Manfred Peters, Hermann-Josef Jansen, Rolf Cremer, Harald Müllejans und Jochen Nießen.

Wechselmöglichkeiten

Wer seinen Schornsteinfeger wechseln möchte, der kann einen anderen qualifizierten Betrieb beauftragen. Das kann ein freier Schornsteinfeger sein, der beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und bei der Handwerkskammer registriert ist, oder ein Installateur- und Heizungsbaumeister, der eine zusätzliche Eintragung mit dem Schornsteinfegerhandwerk bei der örtlich zuständigen Handwerkskammer hat, die nur mit einer Zusatzqualifikation erteilt werden kann. Nach Information der Handwerkskammer Aachen gibt es aber im gesamten Kammerbezirk lediglich einen einzigen Heizungsbauer mit dieser Zusatzqualifikation mit Sitz in Übach-Palenberg. Das Interesse an dieser Qualifikation sei auffällig gering.

Diese qualifizierten Betriebe dürfen Arbeiten wie das jährliche Kaminkehren, Prüfen und Messen ausführen. Dafür sind dann allerdings beim bevollmächtigen Bezirksschornsteinfeger schriftliche Nachweise zu erbringen. Der Hauseigentümer ist dann auch dafür verantwortlich, dass sämtliche vorgeschriebene Überprüfungen innerhalb der Fristen vorgenommen werden. Er übernimmt das Haftungsrisiko und alle Formalitäten.

Kosten lassen sich auch nicht unbedingt sparen. Die Pflichtaufgaben des Bezirksschornsteinfegers sind festgesetzt und in einer Gebührenordnung geregelt. Die Kosten für das Fegen, Messen und Prüfen sind von jedem Schornsteinfeger frei kalkulierbar. „Da die Gebühren sich bisher aber in einem eher moderaten Rahmen bewegt haben, gibt es nicht viel Spielraum in der Preisgestaltung“, sagt Nießen. Auch er darf jetzt in anderen Bezirken kehren und messen. „Wenn ich das tun würde, müsste ich aber auch meine Preise anders kalkulieren“, sagt Nießen. Dann müsse er die Daten nämlich einmalig aufnehmen, extra eine Datei für dieses Haus auf dem PC anlegen und extra für diesen einen Kunden rausfahren. „Das sind alles zusätzliche Kosten. Deshalb glaube ich nicht, dass sich so etwas sparen lässt, eher im Gegenteil. Ich glaube, meine Kollegen sehen das ähnlich.“

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