Viel ungenutztes Potenzial entlang der Grenze

Von: ag
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Sie haben das Gespräch mit dem Ministerpräsident der DG, Karl-Heinz-Lambertz (Mitte), gesucht: Melanie Breuer und Berthold Thoma von der Zukunftsinitiative Nordeifel. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Neben dem Ausbau der Verkehrsverbindungen ist die Ansiedlung von Instituten der Aachener Hochschulen ein weiteres Anliegen der Zukunftsinitiative Nordeifel. Gedacht wird dabei vor allem an die in Zukunft ungenutzten Gebäude der Elwin-Christoffel-Realschule und der Hauptschule auf der Haag.

Auch darauf ging Berthold Thoma als Sprecher der Initiative im Gespräch mit dem Ministerpräsident der DG, Karl-Heinz Lambertz, ein. Weitere Themen waren grenzüberschreitende Projekte und Gewerbegebiete.

„Paar Büros reichen nicht“

Die Ausstrahlung der Aachener Hochschullandschaft sei ein relevanter Aspekt, der auch in den Gremien der Euregio Maas-Rhein, der Zukunftsinitiative Eifel und der AG Charlemagne thematisiert werde, sagte Lambertz. In seinen Augen sei eine Auslagerung von Abteilungen aber nur sinnvoll, „wenn sie substanziell ist. Ein paar Büros reichen nicht.“ Wahrscheinlich ließe sich der Bedarf eines Universitäts-Instituts aber nicht in einer ehemaligen Schule unterbringen. „Wichtiger ist, dass man die Hochschulen dazu bringt, sich stärker in die Entwicklung der Region einzubringen und ihr Wissen für kleinere Betriebe zugänglich zu machen“, sagte Lambertz.

Das Problem sei aber, dass sich die RWTH Aachen weltweit orientiere und nicht regional oder gar lokal. Von daher sei es schwierig, Zugang zu bekommen und überhaupt ins Gespräch zu kommen. „Da liegen manchmal Welten dazwischen. Kooperationen gelängen mit oder weniger Fortune. Ein Beispiel für die Kooperation mit den Hochschulen, in diesem Fall mit der Fachhochschule Aachen, sei das Himo in Imgenbroich. Die DG kooperiere mit verschiedenen Hochschulen, sagte Lambertz. Für ihn sei es wichtig, die Wissensgesellschaft auch im ländlichen Raum zu nutzen.

Ähnliche Probleme

An einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sei man auf belgischer Seite stets interessiert, betonte der Ministerpräsident. In der belgischen Eifel habe man mit ähnlichen Problemen wie in der deutschen Eifel zu kämpfen. „Dann steht man damit nicht allein da. Der Grenzraum bietet ein großes Potenzial, von dem man gegenseitig profitieren kann. Das war schon zu Schmugglerzeiten so“, sagte Lambertz.

Fruchten könne eine Zusammenarbeit, „wenn man einen Paradigmenwechsel hinkriegt und den Nachbarraum auch als den eignen konzipiert“. Außerdem seien grenzüberschreitende Projekte oft leichter zu fördern. Als Beispiele nannte er die Interreg-Projekte in der Woffelsbacher Bucht und an der Gileppe-Talsperre sowie den Umbau der Vennbahn zu einem Radweg.

Ob sich die DG ein grenzüberschreitendes Gewerbegebiet zum Beispiel in Roetgen vorstellen könne, war eine weitere Frage der Zukunftsinitiative Nordeifel. Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz sprach in diesem Zusammenhang von einem sehr hohen Reiz, der Gedanke sei attraktiv. Bisher seien solche Ideen aber selten erfolgreich gewesen, als Beispiel nannte er das Gewerbegebiet Avantis an der niederländischen Grenze.

„Wenn man es hinkriegt, hat man es bei Gewerbeansiedlungen, die wir in der Eifel unbedingt brauchen, leichter. Weniger wichtig ist, ob so ein Gebiet hier oder da entsteht – Hauptsache in der Region. Das hat großen mobilisierenden Charakter“, sagte Lambertz.

Grenzüberschreitende Kooperationen ließen sich sehr weit treiben, erklärte Lambertz auch mit Blick auf die Kläranlage und den Kindergarten in Küchelscheid. Auch zwischen Roetgen und Raeren könne er sich viele Kooperationen vorstellen. „Es gibt noch viel ungenutztes Potenzial entlang der Grenze. Erst braucht man aber eine klare Idee, die auf beiden Seiten von Interesse ist. Wichtig ist, offen miteinander zu sprechen und zu sehen, was machbar ist und was nicht“, sagte Lambertz.

Nach dem Gespräch mit dem Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft will es die Zukunftsinitiative Nordeifel jetzt auch in Düsseldorf versuchen.

„Mal sehen, ob wir von Ministerpräsidenten Hannelore Kraft auch eine Einladung bekommen“, sagte Thoma.

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