Viel mehr als nur die Ehefrau von Max Ernst

Von: pp/Agentur ProfiPress
Letzte Aktualisierung:
12737712.jpg
Eva Weissweiler liest im Rahmen der Lit.Eifel aus ihrer spannenden Biografie über die deutsche Kunsthistorikerin, Journalistin und Künstlerin Luise Straus-Ernst, die erste Ehefrau des surrealistischen Künstlers Max Ernst. Foto: Brigitte Brettscheider
12737721.jpg
Vor ihrem letzten Domizil in der Emmastraße 27 in Köln-Sülz erinnert ein „Stolperstein“ an Luise Straus-Ernst, die mit einem der letzten Konvois nach Auschwitz deportiert wurde und dort starb. Foto: Gudrun Velten

Simonskall. Der Kunstwelt ist sie bekannt als erste Frau des Malers Max Ernst, als Muse der Dadaisten und Surrealisten. Doch Luise Straus-Ernst, 1893 in Köln als Tochter einer jüdischen Fabrikantenfamilie geboren, war viel mehr.

Eine der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen Deutschlands, Verfasserin von Kurzgeschichten, Reportagen, Romanen und Rundfunkautorin der ersten Stunde.

Die Autorin Eva Weissweiler ist ihren Spuren nachgegangen. Bei einer Lit.Eifel-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Höhenart Hürtgenwald lässt sie die Zuhörer teilhaben am neu entdeckten Leben und Werk dieser faszinierenden Frau.

„Notre Dame de Dada. Luise Straus Ernst – das dramatische Leben der ersten Frau von Max Ernst“ heißt ihre in aufwendiger Recherche entstandene Biografie, die sie den Lit.Eifel-Besuchern am Montag, 22. August, um 19.30 Uhr, im Junkerhaus in Simonskall vorstellen wird.

Der Veranstaltungsort steht in besonderer Beziehung zum Thema der Lesung: Im Junkerhaus war von 1919 bis 1921 die Künstlerkolonie „Kalltalgemeinschaft“ etabliert, der bedeutende Vertreter des Dadaismus angehörten.

In der Kölner Wohnung des Ehepaares Straus-Ernst am Kaiser-Wilhelm-Ring verkehrten Paul Klee, André Breton, Paul Eluard und Tristan Tzara. Ihre Ehe mit Max Ernst hielt nur wenige Jahre. Ihn zog es nach Paris, während sie mit Sohn Jimmy in Köln blieb. Doch auch sie musste bald fort, weil sie Jüdin war. 1933 emigrierte sie ebenfalls nach Paris. Die kluge und mutige Luise Straus-Ernst glaubte nicht an den Sieg des Hitler-Regimes und versteckte sich in einem Hotel in der Provence, wo sie ihre Autobiografie „Nomadengut“ schrieb. Ein im letzten Moment eintreffendes Ausreisevisum für das „Ehepaar Ernst“ wurde unter mysteriösen Umständen für ungültig erklärt. In Begleitung der berühmten Kunstsammlerin Peggy Guggenheim, die er später heiratete, reiste nur Max Ernst nach Amerika. Luise Straus-Ernst blieb in Frankreich und wurde 1944 mit einem der letzten Konvois, die nach Osten rollten, deportiert. Sie starb mit 51 Jahren in Auschwitz.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat ihr einen seiner „Stolpersteine“ zur Erinnerung gewidmet. Er wurde vor ihrem letzten Domizil in der Emmastraße 27 in Köln-Sülz gesetzt.

Eva Weissweiler, geboren 1951, studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Islamkunde an der Universität Bonn, wo sie 1976 promovierte. Danach arbeitete sie als Rundfunkredakteurin und freie Schriftstellerin. Sie ist Verfasserin von Biografien, Romanen, Kurzgeschichten, Hörfunkfeatures und Dokumentarfilmen und schrieb Beiträge für fast alle deutschsprachigen Sender sowie Texte für die Frankfurter Allgemeine, die Süddeutsche, Emma und den Kölner Stadtanzeiger. Eva Weissweiler hat zwei Kinder und ist mit dem Bildhauer und Fotografen Klaus Kammerichs verheiratet und lebt abwechselnd in Köln und Demerath (Eifel).

Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Alle Lit.Eifel-Termine und Vorverkaufsstellen sind im Internet unter www.lit-eifel.de zu finden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert