Konzen - Viel Interesse an Umbauplänen für Konzener Kirche

Viel Interesse an Umbauplänen für Konzener Kirche

Von: Aline Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Die Mutterkirche des Monschauer Landes: Um die hohen Nebenkosten zu senken, soll der Kirchenraum neu aufgeteilt, die Anzahl der Sitzplätze beibehalten und das Raumvolumen um ein Drittel reduziert werden. Fotos und Repro: A. Jansen
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Großes Interesse: Mehr als 100 Konzener waren in die Pfarrkirche gekommen, um sich über die Pläne informieren zu lassen.
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Nach ersten Entwürfen würde der Altarraum abgetrennt und die hohe Decke abgetragen.

Konzen. Gut ein Jahr ist es nun her, dass Pfarrer Karl-Heinz Stoffels die GdG Monschau verließ. Doch mit seinem Weggang drohte auch das „Aus“ für die viel diskutierten Umbaupläne der Kirche St. Peter und Pankratius in Konzen, denn Stoffels „war der große Befürworter des geplanten Kirchenumbaus in Konzen. Er hat die dringende Notwendigkeit von Veränderungen erkannt und stand für Aufbruch, Modernisierung und Erneuerung“, wie es in einem Schreiben vom 29. Dezember 2013 des damaligen Kirchenvorstandes (KV) an die Konzener Bevölkerung heißt.

Ohne seine Unterstützung sah sich der Vorstand nicht mehr in der Lage, das Projekt zu realisieren, denn seit der Vorstellung des Rückbaupläne am 4. August 2012 gab es heftige Kritik an der Idee. Deshalb erklärten die acht Mitglieder, dass sie ihre Ämter mit Ablauf des Jahres 2013 niederlegen würden.

Die Auflösung drohte

So wurde Pfarrer Philipp Cuck aus Schleiden zum Administrator für die GdG ernannt und Franz-Josef Hammelstein übernahm im Auftrag des Bistums Aachen die Verwaltung der Pfarrgemeinde bis ein neuer Kirchenvorstand gewählt wurde. Dies geschah im August des vergangenen Jahres, nachdem mit viel Mühe acht Kandidaten gefunden worden waren. Vorsitzender ist Cuck als zuständiger Pfarrer der Gemeinde.

Im September konnte dieser die neuen Mitglieder des Kirchenvorstands dann vereidigen: Martin Krings und Walter Schreiber (1. und 2. stellvertretender Vorsitzender und Verbandsvertreter im KGV Monschau), Simone Call (Verbandsvertreterin im KGV Düren-Eifel und Vertreterin des KV im Pfarreirat), Karin Wergen und Rudolf Huppertz (Kassenprüfer), Ludwig Huppertz (Beauftragter für Liegenschaften), Thomas Roder (Beauftragter für Finanzen) sowie Günter Braun (Vertreter des Pfarreirates im KV). Anneliese Schade verschließ den KV aus persönlichen Gründen. Wäre 2014 kein neuer Vorstand zustande kommen, wäre die Kirchengemeinde Konzen aufgelöst worden, was unabsehbare Folgen für die Bevölkerung und die Mutterkirche des Monschauer Landes nach sich gezogen hätte.

Auf die neuen Mitglieder des KV warteten bei ihrem Amtsantritt viele schwierige Aufgaben, wie die marode Kirchenheizung und der Umbau des Gotteshauses. Die Sanierung der Heizungsanlage wurde bereits im November 2014 angegangen und ist schon abgeschlossen. Auch das Projekt „Kirchenumbau“ soll auf jeden Fall weiterverfolgt werden. Dass es eine Veränderung geben wird ist klar, doch bei der Umsetzung soll die Bevölkerung mit ins Boot genommen werden. Aus diesem Grund veranstaltete der Kirchenvorstand jetzt einen Informationsabend, um die neuen Pläne vorzustellen sowie Fragen zu beantworten und Anregungen entgegenzunehmen.

Altersgerechte Wohnanlage

Über 100 Konzener waren der Einladung in die Kirche gefolgt und ließen sich von Martin Krings berichten, „dass der bisher eingeschlagene Weg des alten Kirchenvorstandes weitergegangen werden muss, um zukunftsfähig und wirtschaftlich zu bleiben“. Die Kirche müsse „auf gesunden Beinen stehen, um überleben zu können“, denn zurzeit seien die gesamten Nebenkosten höher als die Schlüsselzuweisungen des Bistums Aachen. Der Vorstand habe sich in den letzten Monaten fast wöchentlich getroffen und einen neuen Plan entwickelt, der den Kirchenraum neu aufteilt, aber die Anzahl der Sitzplätze beibehält und das Raumvolumen um ein Drittel reduziert, was natürlich die Nebenkosten senken würde.

Um die Pläne finanziell umsetzen zu können, hat das Bistum der Gemeinde Unterstützung zugesichert. Außerdem werden das Pfarrheim und das Pfarrhaus verkauft. Hier galt ein ganz besonderer Dank Pastor Dr. Francis Chirayath, der „dies alles ruhig und gelassen auf sich nimmt und uns vertraut“. Für das Gelände auf dem Pfarrheim und –haus stehen gibt es auch schon ein Konzept. Dort soll eventuell eine altersgerechte Wohnanlage entstehen. „Ideen gibt es bereits, aber hierfür fehlen uns noch die Investoren.“

Der konkrete Umbauplan für die Kirche sieht vor, den ursprünglichen Grundriss wieder anzunehmen. Der Altar würde von der Nordseite, der Wand in Richtung Friedhof, an die Ostseite neben den Haupteingang, der bestehen bleibt, verlegt. Dort befindet sich zurzeit die Taufkapelle. In dieser würde die Sakristei untergebracht und die alte abgerissen. Das Taufbecken wird vor den jetzigen Seiteneingang, der ebenfalls bestehen bleiben soll, verlegt.

Die Anzahl der Sitzplätze wird ungefähr bestehen bleiben, da der große Freiraum hinten an der Südwand, genutzt würde. Doch der übrige Teil der Kirche bliebe natürlich auch bestehen und würde als „Pfarrsaal“ genutzt. Dazu wird eine Glaswand hinter den Beichtstühlen eingezogen, die allerdings nicht durchsichtig sein soll, sondern nur Umrisse des Dahinterliegenden zeigt.

Der derzeitige Altarraum würde abgetrennt und zum Lager umgebaut, der unter anderem Platz für das Archiv und die Krippe bieten würde. Über diesen beiden Räumen wird die hohe Kirchendecke abgetragen, um den zu beheizenden Raum zu reduzieren. Die neue Decke wird auf einer normalen Raumhöhe gezogen. Von außen würde man die Veränderung am Dach kaum wahrnehmen, denn die Architektur wird beibehalten (siehe Skizze). Sowohl der Pfarrsaal, als auch der Kirchenraum können separat geheizt werden, so dass Krings sagte: „Genau können wir das natürlich noch nicht sagen, aber wir können voraussichtlich eine Energieeinsparung von 50 Prozent erreichen.“

Neue sanitäre Anlagen

Bei Bedarf wird der Pfarrsaal geöffnet und als Erweiterung des Kirchenraums genutzt. Ansonsten kann er von Vereinen zu Probenzwecken, für Aufführungen oder Feierlichkeiten genutzt werden. Er erhält außerdem einen barrierefreien Eingang und eine behindertengerechte Toilette für die Kirchenbesucher. Vom Pfarrsaal führt eine Treppe hinunter zum Raum unter dem Gebäude. Dort befindet sich zur Zeit eine sanitäre Anlage. Es sollen zwei bis drei weitere hinzukommen. Diese sollen in eine Art Vorraum gebaut werden, der immer offen ist, so dass die Friedhofsbesucher die Toiletten nutzen können. „Natürlich müssen wir abwarten, wie das läuft und ob wir Probleme mit Vandalismus bekommen“, erklärte Krings.

Orgel ist ein schwieriger Punkt

Als „sehr schwierigen Punkt“ sieht der Kirchenvorstand die Orgel, die nicht an ihrem derzeitigen Platz bleiben kann, da sie sonst im Pfarrsaal wäre. Sie soll versetzt werden, da sie sehr wertvoll und eine Neuanschaffung einer kleineren, moderneren Form teuer ist. Sie kehrt an ihren ursprünglichen Platz über den Seiteneingang zurück und wird bei dieser Gelegenheit generalüberholt. Hier freute sich der Vorstand über eine finanzielle Unterstützung von 1000 Euro der Krippenfreunde. Diese bauen seit 50 Jahren zur Adventszeit die Landschaftskrippe auf und haben zugesichert, das auch nach dem Umbau weiter zu machen. Ortsvorsteher Matthias Steffens bedankte sich beim Kirchenvorstand, denn sie hätten sich den schwierigen Aufgaben gestellt als es schon „fünf vor zwölf“ war.

Nach diesen Ausführungen zu den Umbauplänen konnten die Zuhörer Fragen stellen oder Anregungen geben, wobei man deutlich merkte, „dass die meisten, den früher umstrittenen Schritt heute gut finden“, wie Krings feststellte. Statt Kritik und Empörung gab es großes Interesse und konstruktive Anmerkungen.

Während des Umbaus können in Konzen keine Messen gefeiert werden und die Bürger müssen auf die umliegenden Dörfer ausweichen. Die Frage nach dem Zeitplan konnte noch nicht beantwortet werden, denn es müsse noch vieles geklärt werden, aber man gab das Versprechen, das Projekt „in der kürzest denkbaren Zeit“ umzusetzen.

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