Viel Improvisation: 138 Flüchtlinge in Roetgen untergebracht

Von: ag
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Aktuell sind 138 Flüchtlinge in der Gemeinde Roetgen untergebracht. 88 Asylbewerber leben in angemieteten Wohnungen. Symbolbild: dpa/Patrick Pleul

Roetgen. Über die Flüchtlingssituation in Roetgen hat der Leiter des Sozialamtes, Dirk Recker, am Dienstag in der Sitzung des Bildungs-, Generationen-, Sozial- und Sportausschusses der Gemeinde berichtet. „Der Flüchtlingsrat leistet sehr gute Arbeit“, sagte Recker zu Beginn seines Vortrages.

Die ehrenamtliche Gruppe kümmere sich nicht nur um die freundliche Aufnahme der Flüchtlinge, sondern auch um ihre Betreuung.

Aktuell sind insgesamt 138 Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht – nach Möglichkeit dezentral in Wohnungen. Laut Recker wohnen zurzeit 47 Personen in zwei Übergangswohnheimen, 88 Asylbewerber leben in 17 Wohnungen. In der Vergangenheit hatte die Gemeinde mehrfach dazu aufgerufen, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

In den vergangenen zwei Monaten wurden der Gemeinde fünf Wohnungen und Häuser zur Verfügung gestellt. „Die Menschen stellen den Wohnraum nicht zur Verfügung, um die Kommune abzuziehen“, betonte Recker. Im Gegenteil, wenn die geforderte Miete nicht im Budget der Gemeinde liege, habe es ein Entgegenkommen der Vermieter gegeben. Außerdem würden sich viele Vermieter auch um die Betreuung der bei ihnen untergebrachten Flüchtlinge kümmern.

Eine „bemerkenswerte Opferbereitschaft“ würden die Menschen an den Tag legen, die Flüchtlinge in ihrem Haushalt aufnehmen. Das sind momentan drei Privathaushalte, die je einen Asylbewerber aufgenommen haben.

Wie auch schon bei anderen Gelegenheiten sprach Recker wieder von einem Wettrennen zwischen den steigenden Flüchtlingszahlen und Neuanmietungen durch die Gemeinde. „Wir gehen viele Wege und improvisieren soweit es geht“, sagte Recker. Zum Beispiel habe man in einem Fall auf eine Unterbringungsmöglichkeit in der Nachbarkommune zurückgegriffen.

Die Erstaufnahmeeinrichtungen in den Nachbarkommunen Monschau und Simmerath würden sich indirekt auch auf die Gemeinde Roetgen auswirken, erklärte Recker. Monschau und Simmerath müssten zurzeit über die Zuweisungen in die Erstaufnahmeeinrichtungen hinaus keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen, gleichzeitig habe sich in Roetgen die Zahl verdoppelt.

Während im Monat Juli noch circa 70 Asylbewerber in der Gemeinde lebten, seien es aktuell bereits 138 Personen. Vielleicht komme man wieder zu geringeren Zahlen, wenn sich die Situation in den Nachbarkommunen ändere, sagte Recker.

Der Eigenanteil der Kosten für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge beträgt für die Gemeinde Roetgen zurzeit 215.000 Euro. Bis zu 150.000 Euro könnten aber noch hinzukommen, falls die Zahlen weiter steigen würden und die Anschaffung von Containern oder mobilen Wohnheimen nötig werde, sagte Recker.

Im Jahr 2014 lagen die Kosten bei 210.000 Euro, im Jahr 2013 bei 145.000 Euro. Bürgermeister Jorma Klauss erklärte, insgesamt seien die Kosten zwar gestiegen, gleichzeitig gebe es aber auch mehr Erstattungen durch den Bund und das Land NRW. „Für die Gemeinde ist es nicht wesentlich teurer als letztes Jahr mit weniger Flüchtlingen“, sagte Klauss.

Wiltrud Strunk (CDU) wusste von Ängsten in der Bevölkerung und fragte nach der Stimmungslage und Reaktionen der Bürger. Silvia Bourceau (UWG) berichtete von einer „guten Aufnahme“ im Ort und brachte einige Beispiele. Auch Recker sprach von einer „sehr guten Stimmungslage“. Gegen mögliche Ängste helfe nur Aufklärung.

Barbara Dohr-Buschmann lud die Mitglieder des Ausschusses ein, am nächsten Sonntag in das katholische Pfarrheim, Hauptstraße 62, zu kommen. Dort veranstaltet der Flüchtlingsrat dann unter dem Motto „Get together“ ein Treffen mit Flüchtlingen, Einheimischen, Neugierigen und Interessierten zum Kennenlernen, Klönen, Singen, Spielen, Essen, Trinken und mehr. „Das ist die Gelegenheit, Ängste abzubauen“, sagte Dohr-Buschmann.

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