Videoclipdancing: Eifeler Tanzformationen rocken die Bühne

Von: Carmen Krämer
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Zwei tolle Tage erlebten die Tänzerinnen des Tanzclubs DaSh aus Imgenbroich (Bild) und der Tanzwerkstatt Simmerath jetzt bei der Deutschen Meisterschaft im Videoclip Dancing in Heidelberg. Die guten Platzierungen waren letztlich der Lohn für monatelanges, hartes Training. Foto: C. Krämer

Imgenbroich. Einen Cocktail aus Emotionen transportierte Busfahrer Mike am Wochenende von Imgenbroich nach Heidelberg. Eine Mischung aus Müdigkeit (es war schließlich erst 7.15 Uhr), Anspannung und Freude herrschte im ferrariroten Doppeldecker und zwei weiteren kleineren Bussen am frühen Samstagmorgen.

Gemeinsam mit den Mädels und Jungs der drei Formationen im Videoclipdancing des Tanzclubs „DaSh” und jeder Menge Fans ging es auf einer Achterbahn der Gefühle ab zur Deutschen Meisterschaft im ausverkauften Kongresshaus in Heidelberg.

Energiedrinks und Süßigkeiten

Die Erwartung an den folgenden Tag, die Vorstellung an die mit 3000 Zuschauern gefüllte Halle und eine Menge Energiedrinks und Süßigkeiten ließen die Müdigkeit aber schnell vergehen, sodass sich im Bus mit lauter Musik schon mal eingestimmt werden konnte.

Als besonders optimistisch konnte man die Stimmung der Mädels allerdings nicht beschreiben. Besonders die „Großen” der Gruppe Special Edition waren nicht sehr zuversichtlich, da eine ihrer Tänzerinnen krank war und man nicht klar sagen konnte, ob sie in der Lage sein würde, mitzutanzen. Außerdem schätzten sie ihre Konkurrenz sehr stark ein und rechneten nicht damit, sehr weit zu kommen.

Angekommen in Heidelberg, bezogen die 38 Tänzerinnen und Tänzer und ihr Fanclub schnell die beiden Hotels, damit sie sich in der Heidelberger Innenstadt noch ein wenig ablenken konnten. Nach Schnitzel mit Fritten und Nudeln mit Tomatensoße beim gemeinsamen Abendessen hieß es dann ab ins Bett, denn am nächsten Tag sollte schon um 6.30 Uhr gefrühstückt werden.

Nach einem leckeren Brötchen und jede Menge Obst ging es dann endlich los zum denkmalgeschützten Kongresshaus, in dem die Meisterschaft im Videoclipdancing die einzige Jugendveranstaltung im Jahr sein darf. 1362 Tänzer und Tänzerinnen in 104 Formationen sollten diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Die Anspannung der Kinder und Jugendlichen war daher schon im Bus zu spüren und wurde durch die Vorstellung der teils aus dem Fernsehen bekannten Jury nur noch stärker.

Gestartet wurde mit der Altersklasse „Kids”, in der die Zehn- bis Zwölfjährigen „City-Jumper” tanzen. Daumen drücken und anfeuern was das Zeug hält, hieß es für Fans und die beiden Trainerinnen Jennifer Hardt und Janine Mertens, Konzentration und Ausstrahlung zählten nun für die Tänzer.

Nach knapp drei Minuten Tanz unter lautem Gekreische der Fans hatten sie es geschafft, ihr Bestes gegeben und mussten nun auf das Zwischenergebnis warten. Die Konkurrenz war stark und ein 14.Platz von den 18 besten Formationen in ganz Deutschland auf jeden Fall ein Grund zum Feiern, auch wenn das den Kids wohl erst später bewusst werden wird.

Nach der Siegerehrung der „Kleinen” ging es sofort weiter mit der Kategorie „Juniors 1”, in der sich die Dash-Gruppe „Crazy Stuff” mit den 11- bis 14-Jährigen sofort in die Endrunde tanzte. Das unerwartete Weiterkommen der Mädels löste solche Begeisterung aus, dass sie durch ihre Ausstrahlung in der Endrunde einen tollen sechsten Platz von den 22 besten Formationen Deutschlands und damit die Qualifikation für den Ligapokalwettbewerb in Siegen erreichten.

Der zweite Vertreter aus der Eifel bei den Juniors 1, die Gruppe Confusion XS erreichte zwar mit Platz 24 nicht die Endrunde, doch mussten sich die Tänzerinnen von der Tanzwerkstatt Simmerath auch gegen im Schnitt drei Jahre ältere Konkurrenz behaupten. Dennoch war schon die Qualifikation für die erst seit Anfang 2008 bestehende Gruppe ein großer Erfolg und die Deutsche Meisterschaft ein tolles Erlebnis für die Neun- bis 14-Jährigen.

In der Kategorie „Juniors 2” starteten dann die Westdeutschen Meister „Special Edition” mit der Startnummer 15 von insgesamt 22 Formationen. Aus psychologischen Gründen schauen sich die Tänzerinnen nie die Konkurrenz an, die vor ihnen tanzt, was in dem Fall vermutlich eine sehr gute Entscheidung war. Eine Formation war, zumindest aus Sicht der Laien, besser als die nächste und das Bangen wurde auch unter den Fans immer stärker.

Immer noch nicht ganz fit, entschied sich auch die kranke Tänzerin doch, mit auf die Bühne zu gehen. Besser denn je - wie auch ihr Trainer und Profitänzer Daniel Decavele bemerkte - tanzten die Mädels ihre „Choreo” und brachten damit nicht nur den gesamten Saal, sondern sogar die Jury zum Toben.

Tränen flossen nach dem Auftritt vor Erleichterung und Angst, und das Warten auf die Ergebnisse fühlte sich an als vergingen Tage. Doch schnell war klar: Die Mädels sind in der Endrunde, ohne sich noch einmal extra qualifizieren zu müssen. Jubel brach aus, und selbst die männlichen Fans, die nur äußerst selten beim Fußball eine Gänsehaut haben, berichteten von einem Schauer, der ihnen schon beim Auftritt über den Rücken gelaufen war.

Schock in der Endrunde

Doch in der Endrunde dann der Schock: Der immer noch nicht ganz gesunden Tänzerin wird während des Auftritts schwarz vor Augen - das junge Mädchen kippt um. Als sie nach wenigen Sekunden wieder zu sich kommt, tanzt sie sofort weiter, doch die Stimmung nach dem Auftritt ist gedrückt. Ganz unnötig, wie sich bei der Siegerehrung rausstellt: Denn Special Edition ist die drittbeste Formation im Videoclipdancing in ganz Deutschland und hat sich damit ebenfalls zum Ligapokalwettbewerb qualifiziert!

Kaum eines der Mädels hätte damit gerechnet, sich überhaupt für den Wettbewerb zu qualifizieren, aber das harte Training hat sich gelohnt. Und auch wenn der Ärger über den minimalen Abstand zum zweiten Platz die Stimmung auf der Rückfahrt ein wenig trübte, ist das doch für eine vergleichsweise relativ kleine Tanzschule ein riesiger Erfolg!
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