Videoclip-Dancing: „Special Edition” bei der „Deutschen”

Von: Heiner Schepp
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„Special Edition” - das sind 15 junge Damen zwischen 14 und 16 Jahren aus dem Monschauer Land. Zwölf von ihnen tanzen, drei Mädels bilden die äußerst wichtige Reserve, falls jemand ausfällt. Unser Bild entstand beim Training im Tanzzentrum „H10” im Gewerbegebiet Imgenbroich. Foto: Heiner Schepp

Imgenbroich. Und noch einmal von vorne. Noch einmal drei Minuten höchste Konzentration auf Musik und Rhythmus, auf fast 100 Figuren, Stellungen, Bewegungen - „Moves” wie es im Fachjargon heißt. Als der letzte Ton verklungen ist, eilen die jungen Damen wortlos zu ihren Getränken, sicht- und hörbar geschafft von der Anstrengung.

Es ist das letzte Training für „Special Edition”, die Top-Tanzformation des Tanzclubs „DaSh”, die letzte Übungseinheit vor der Deutschen Meisterschaft im Videoclip-Dancing. Samstag früh geht es mit zwei Bussen nach Heidelberg, wo alleine in der Höchstklasse „Juniors 2” die 28 besten Hip Hop-Tanzformationen aus ganz Deutschland ihre Meister suchen. Und „Special Edition” werden gute Chancen eingeräumt, sich unter die besten Zwölf und damit in die Bundesliga zu tanzen.

Zwöf Monate hartes Training

Die Anspannung wächst. „Ich wünschte, es wäre schon Montag”, wird auch Lisa Thomas langsam kribbelig. Die Schülerin tanzt in vorderster Reihe bei Special Edition und ist auch die Trainerin der Formation. 15 Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren gehören zur Gruppe, zwölf davon werden am Sonntagnachmittag auf der Bühne stehen und möchten sich dann den Lohn für zwölf Monate hartes Training abholen.

„Wir tanzen diese Choreographie jetzt seit rund einem Jahr”, erzählt Lisa Thomas, die erstmals eigene Elemente in den Ablauf mit eingebracht hat. Die Musik und Choreographie zusammengestellt hat Daniel Decavele aus Göttingen, selbst Hip Hop-Tänzer der Weltklasse und als Trainer dekoriert mit unzähligen Meistertiteln und Platzierungen seiner Tanzformationen. „Wir haben seit einigen Jahren einen guten Draht zu ihm”, freut sich Doris Thomas, die Vorsitzende des Tanzclubs DaSh, dass der prominente Mann aus der Hip Hop-Szene ausgerechnet eine Formation aus der Eifel fördert und unterstützt.

Fünf Hip Hop-Stücke

Zwischen 2:30 und 3:00 Minuten lang darf sie sein, die Performance (Aufführung) jeder Gruppe, „und Daniel schreibt seine Choreos immer so, dass sie kurz vor der Höchstzeit zu Ende sind”, wie Lisa Thomas berichtet. Die Musik, zu der „Special Edition” am Sonntag um den Titel tanzen wird, besteht aus fünf Musikstücken, allesamt aus dem Genre Hip Hop, „denn auch wenn es offiziell Videoclip Dancing heißt, ist es im Grunde eine Hip Hop-Meisterschaft”, verrät Lisa.

Der Ablauf zeigt einen forschen Beginn, ein paar ruhige Parts im Mittelteil und eine kraftvolle Steigerung zum Schluss hin - kurzum viel Abwechslung, „denn das übelste, was Dir passieren kann, ist dass die Jury gähnt oder sich Kaffee nachschenkt, während Du tanzt”, schildert Lisa Thomas den „worst case” (schlimmsten Fall).

Langweilig wurde der wieder und wieder trainierte und aufgeführte Tanz allerdings auch für die Mädels selbst, wie die junge Trainerin zugibt: „Wir hatten schon ein paar Tiefs in den letzten Monaten. Irgendwann kannst Du die Chreograpie nicht mehr sehen und die Musik nicht mehr hören. Aber dann hat es irgendwann ÈklickÇ gemacht und wir haben gemerkt: Ey, bald ist Deutsche Meisterschaft!”

Wie dort die Chancen sein werden, darüber kann man nur spekulieren. Gut vorbereitet sind die Mädels, die ja mit der gleichen Aufführung im August Westdeutscher Meister wurden. Seither wurden nur noch Nuancen verbessert, „viel besser als bei der ÈWestdeutschenÇ kann man das eigentlich kaum tanzen”, erinnert sich Doris Thomas an den perfekten Tag im August, als die mitgereisten Fans „Special Edition” zur Topleistung pushten.

Einen solchen perfekten Tag hoffen die jungen Damen nun auch am Sonntag zu erwischen, angetrieben von 3000 Zuschauern in Heidelberg, und von den vielen eigenen Fans, die mit in die baden-württembergische Schlossmetropole reisen. Zwei Busse hat alleine der Tanzclub DaSh gechartert, denn mit „Crazy Stuff”, die in der Kategorie Juniors 1 tanzen, und „City Jumper”, startend in der Klasse „Kids” und die einzige Formation mit Jungs, ist der noch junge Verein gleich dreifach in Heidelberg vertreten. Und die Gruppe Confusion XS von der Tanzwerkstatt Simmerath, ebenfalls begleitet von einem ganz Bus voller Fans, machte die starke Eifelabordnung in der Kurpfalz am Wochenende komplett.

In Heidelberg an der Bühne und auch zuhause in der Eifel heißt es am Sonntag „Daumen drücken” für unsere Formationen. Und für die Mädels und Jungs auf der Bühne heißt es: Drei Minuten lang alles geben!
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