„Victor” wird 60: Familienunternehmen mit großem Radius

Von: P. St.
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Von kleinen Anfängen zu einer bekannten Einkaufsadresse in der Eifel: Geschäftsgründer Hermann Victor und Sohn Klaus, der das Familienunternehmen in der zweiten Generation führt, feiern mit der Kundschaft das 60-jährige Bestehen des Hauses. Foto: P. Stollenwerk

Imgenbroich. Als Hermann Victor von 60 Jahren in der Grünentalstraße auf neun Quadratmetern in seinem Privathaus einen Laden für Kurzwaren, Stoffe und Garne eröffnete, ahnte er wohl kaum, dass sechs Jahrzehnte später ein großer Teil des Imgenbroicher Ortskerns vom Kaufhaus Victor und weiteren 24 Partnerfirmen dominiert werden würde.

Der ebenso rüstige wie bodenständige Geschäftsgründer Hermann Victor (84) und Ehefrau Hermine („Sie war nach der Heirat im Jahr 1953 meine erste Angestellte”) freuen sich, dass im 60. Jahr des Bestehens das Geschäft so gut aufgestellt ist. Auch heute ist der Senior noch Tag für Tag im Geschäft, wenn auch „nur als Hobby” wie er sagt. In zweiter Generation wird das Unternehmen mit seinen rund 80 Beschäftigten jetzt von Sohn Klaus (53) geführt, der 1981 mit Ehefrau Monika in den Betrieb einstieg.

Seniorchef Hermann Victor kann sich noch gut an die Phase der Geschäftsgründung erinnern. Die Branche war praktisch vorgegeben, da Hermann Victors Vater den Schneiderberuf erlernt hatte.

Den kleinen Anfängen folgte bald der Umzug an die Trierer Straße in das Gebäude, wo einst die Sparkasse war und heute die Telecom-Filiale untergebracht ist. Auf 75 Quadratmetern entwickelte sich der Standort prächtig, auch wenn in der Nachkriegszeit die Kaufgewohnheiten gegenüber heute noch vollkommen anders waren. Nach dem Hochamt oder nach dem Beichten am Samstag nachmittag kamen die Frauen am liebsten zum Einkaufen, das in früherer Zeit eher eine Notwendigkeit und nicht wie heute ein Erlebnis darstellte.

Das Geschäft bildete aber nur ein Standbein, denn Hermann Victor führte noch bis 1965 zusätzlich einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb.

Mit dem Wirtschaftswunder setzte dann auch bei Victor der Aufschwung ein. 1965 entstand auf 300 Quadratmeter der Neubau am heutigen Standort. 1970, 1974 und 1981 erfolgten weitere umfangreiche Erweiterungsbauten in Richtung Einkaufszentrum, und auch immer mehr Partnerfirmen fanden unter dem großen gemeinsamen Dach des Hauses Victor eine Bleibe.

Geradezu spektakulär für damalige Verhältnisse war 1974 die Eröffnung der Aldi-Filiale in Imgenbroich. Selbst Konzernchef Franz Albrecht ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung einer der ersten Aldi-Filialen auf dem Lande persönlich anwesend zu seien.

Der Blick über den Eifel-Horizont hinaus erfolgt im Jahr 1989 mit der Eröffnung der Victor-Filiale in Stolberg.

Der Victor-Komplex im Ortszentrum Imgenbroichs, angefangen vom Dänischen Bettenlager bis hin zur Venn-Apotheke, umfasst heute 13.000 Quadratmeter Nutzfläche, wovon der Investor selbst 4500 Quadratmeter belegt.

Das Einzugsgebiet der Kundschaft reicht vom ostbelgischen St. Vith über Schleiden bis in den Kreis Düren. Auch aus dem Raum Aachen zieht es die Kundschaft verstärkt zum Einkaufen in die Eifel. Klaus Victor sieht hier eine Tendenz, „dass immer mehr Kunden den touristischen Besuch in der Eifel mit einem Einkauf verbunden.”

Als mittelständischer Betrieb sind immer neue Ideen gefragt, um die Position am Markt zu behaupten. Das weiß man auch im Hause Victor, wo bei aller Veränderung und Expansion die persönliche Note stets einen hohen Stellenwert genießt.
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