Verspätetes Weihnachtsgeschenk ohne Umtauschrecht

Von: Bernd Kehren
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Vogelsang. „Ich freue mich natürlich über das verspätete Weihnachtsgeschenk, das vom Umtausch ausgeschlossen ist”, sagte Landrat Günter Rosenke, dem Landes-Bauminister Harry K. Voigtsberger in Vogelsang den Bewilligungsbescheid über 31,6 Millionen Euro überreichte.

Der Landrat gab den Förderbescheid „auf dem kleinen Dienstweg” gleich weiter an seinen Allgemeinen Vertreter Manfred Poth, Aufsichtsratsvorsitzender von „vogelsang ip”. „Für mich ist das persönlich das schönste Weihnachtsgeschenk”, freute sich Poth. „Wir werden jetzt in die Vollen gehen und das Projekt umsetzen.”

Der Umgang mit dem „Täterort”

Mit dem Bescheid von Voigtsberger ist der Weg frei, das Forum als Ausstellungs- und Bildungszentrum zur NS-Geschichte und gleichzeitig als erstes Nationalpark-Zentrum in Nordrhein-Westfalen zu etablieren.

Zwar könne man das Jugendwaldheim und die Jugendbegegnungsstätte noch nicht verwirklichen, erklärte Poth, aber diese Projekte würden weiter verfolgt. Schließlich müssten in Vogelsang Übernachtungsmöglichkeiten vorgehalten werden. Auch privatwirtschaftliche Projekte würden im Auge gehalten.

„Wie geht man mit dem Täterort um?”, laute die entscheidende Frage am Standort Vogelsang, sagte Voigtsberger. Mit dem „Internationalen Platz Vogelsang” habe man die richtige Antwort auf diese Frage gefunden. Vor zehn Jahren habe der Kreis Euskirchen den Auftrag erhalten, die Konversion Vogelsangs voranzutreiben, so Landrat Rosenke. Die ganze Region habe mit angepackt, um das Vorhaben zu verwirklichen. Dabei sei Schwerstarbeit geleistet worden.

Das Jugendwaldheim werde zwar noch nicht Wirklichkeit, aber „irgendwann muss man sich auch mal zufriedengeben”, so Rosenke.

Regierungsvizepräsidentin Ulrike Schwarz, die den Bewilligungsbescheid für die NS-Ausstellung überbrachte, erläuterte, die Ausstellung solle zeigen, welche Bedeutung die Nazi-Architektur habe und welche Ideologie dahinter stecke. Hier sei noch einiges aufzuarbeiten. Renate Hötte, Erste Landesrätin und Kämmerin des Landschaftsverbands Rheinland (LVR), war froh, dass durch die Bescheide noch vor Jahresende Planungssicherheit herrsche. Es gebe ein Spannungsfeld zwischen Nationalpark und dem Täterort Vogelsang, sagte LVR-Dezernentin Milena Karabaic. Die Frage, was das NS-Regime mit den Menschen von heute zu tun habe, müsse beantwortet werden.

Albert Moritz, Geschäftsführer von „vogelang ip”, war guten Mutes, dass das neue Forum am 1. Mai 2014 eröffnet werden kann. „Mit der Fertigstellung der baulichen Rahmenbedingungen in 2014 wird ein Meilenstein der Entwicklung Vogelsangs gesetzt werden”, so Voigtsberger.

Insgesamt fließen rund 42 Millionen Euro in das Projekt Forum Vogelsang. Zu den 34 Millionen Euro kommen weitere rund vier Millionen Euro von den Gesellschaftern von „vogelsang ip”.

Sie haben bereits 2009 durch die Bereitstellung der Eigenanteile das Fundament für die Umsetzung gelegt. Die Gesellschafter sind der Landschaftsverband Rheinland, der Kreis Euskirchen, die Städteregion Aachen, der Kreis Düren, die Stadt Schleiden, der Kreis Heinsberg und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens.

Regierungsvizepräsidentin Ulrike Schwarz brachte den Bescheid über 1,7 Millionen Euro für die NS-Dokumentation mit. Zusammen mit weiteren Anteilen des Bundes und der Gesellschafter kommen insgesamt 38 Millionen Euro zusammen. Eine Millionen Gäste werden für das Besucherzentrum in Vogelsang erwartet und drei Millionen Euro sollen noch für das Nationalpark-Zentrum fließen.
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